Gemeinde Muggensturm appelliert an Vernunft

Muggensturm (sl) – Abstandhalten ist das Gebot gegen die Corona-Pandemie. Auf dem beliebten Muggensturmer Freizeitgelände kommen sich manche Nutzer aber recht nahe. Manchem platzt da die Hutschnur.

Mit bunten Bildern wirbt Muggensturm auf dem Spielplatz für Mindestabstand. So soll man etwa Körperkontakt vermeiden und nicht gemeinsam essen. Auch das Tragen einer Maske wird zumindest empfohlen. Foto: Sebastian Linkenheil

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Mit bunten Bildern wirbt Muggensturm auf dem Spielplatz für Mindestabstand. So soll man etwa Körperkontakt vermeiden und nicht gemeinsam essen. Auch das Tragen einer Maske wird zumindest empfohlen. Foto: Sebastian Linkenheil

Das Freizeitgelände Muggensturm mit seinem Tiergehege ist gerade an sonnigen Wochenenden ein beliebtes Ausflugsziel für Familien mit kleinen Kindern. So beliebt, dass es auf dem dortigen Spielplatz zuletzt ziemlich voll war. Zu voll, findet Jörg Marschner angesichts der Corona-Pandemie und fordert verstärkte Kontrollen.

Gastronomieberater hat „Mordswut“

„Wir kontrollieren im Rahmen der Möglichkeiten“, entgegnet Hauptamtsleiter Claus Gerstner, „aber mit Maß und Ziel und nicht rund um die Uhr“. Er appelliert an den Menschenverstand der Spielplatznutzer und bittet, Abstand zu halten und Kontakte zu reduzieren. Marschner, Gastronomieberater aus Gaggenau, berichtet von Picknicks mit Pizza und Bier. In der Kinderhütte hätten am Wochenende Menschen aller Altersklassen gedrängt zusammengesessen. „Am Samstag hatte niemand einen Mundschutz an, am Sonntag etwa fünf Personen“, ärgert er sich: „Gleichzeitig müssen Restaurants schließen. Da bekommt man eine Mordswut.“

Viele Spielplatznutzer sind Familien

Gerstner erinnert daran, dass Bund und Land die Spielplätze wie Schulen und Kindergärten – anders als im Frühjahr – bewusst offengehalten haben. Deshalb könne die Gemeinde den Spielplatz zum Beispiel nicht einfach schließen, es sei denn, es bestünde Gefahr im Verzug. Eine Sperrung des Spielplatzes oder auch nur der Picknickplätze (es gibt außer der kleinen Hütte auch zwei Tische mit Bänken) hält man im Rathaus nicht für sinnvoll, würde man so doch auch jene bestrafen, die sich regelkonform verhalten. Viele Spielplatznutzer seien überdies Familien, die einen gemeinsamen Haushalt bewohnen und beisammen sitzen dürften. Auf dem Spielplatz bestünde ferner keine Maskenpflicht, es handele sich um ein Maskengebot. Als die Gemeinde Anfang November entsprechende Schilder auf dem Spielplatz aufhängte, hatte allein das schon für Proteste in sozialen Medien gesorgt.

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Erstellt:
18. November 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 51sec

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