Gemeinde ruft zur Lichterkette auf

Ottersweier (fvo) – Die umstrittene Demonstration von Systemkritikern in Ottersweier setzt sich mit abendlichen Zug am Sonntag, 7. Februar, durch den Ort fort. Die Gemeinde plant eine Gegenaktion.

Klare Meinung: Statement eines Teilnehmers bei der Gegenkundgebung am vergangenen Sonntag. Foto: Bernhard Margull

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Klare Meinung: Statement eines Teilnehmers bei der Gegenkundgebung am vergangenen Sonntag. Foto: Bernhard Margull

Die Kundgebung von Systemkritikern in Ottersweier vom vergangenen Sonntag findet eine Fortsetzung. Für die kommenden Sonntage sind Demonstrationen mit „Spaziergang“ bei identischer Streckenführung anberaumt. Die nächste ist für morgen, 19.30 Uhr bis 21 Uhr, anvisiert. Antragsteller ist Marco Kurz. Das Amt für Bürgerservice, Recht und Zentrale Dienste Bühl hat die fristgerechte Anmeldung bestätigt.

Weitere neun Kundgebungen angemeldet

„Stand heute sind weitere neun Kundgebungen angemeldet“, erklärt Leiter Martin Bürkle, alternierend jeweils nachmittags (14 bis 17 Uhr) und abends. Sie sind laut Corona-Verordnung zulässig. Eine Anmeldung zur Gegenkundgebung wie zur Premiere ist bislang nicht eingegangen, so Bürkle. Als realistische Zahl wurden 20 Teilnehmer angegeben, so Bürkle, es sei mit „nicht sehr vielen Personen“ zu rechnen. Man habe im Vorfeld mit dem Antragsteller ein Kooperationsgespräch geführt, das „auf Augenhöhe“ verlief. Dabei wurde inklusive Ablauf auch auf relevante Themen wie Abstandsregelung und Störungsszenarien hingewiesen. „Wir haben gesagt, was wir erwarten“, spricht er von einem „vernünftigen Miteinander“ und sieht aus seiner Warte „keine Probleme“. Gleichwohl gesteht er, dass es vor Ort „für uns eine schwierige Situation“ ist, allein die Kontrolle der Abstands-/Haushaltsregel. Und als Ordnungsamt müsse man ja rechtssicher sein, mit Blick auf die üblich hohe Klagefreude.

Licht als Symbol der Hoffnung

Die Gemeinde Ottersweier will indes das Geschehen nicht tatenlos hinnehmen. Nach der Plakataktion zum Auftakt ruft sie nun für Sonntagabend öffentlich „die Bevölkerung in ganz Ottersweier dazu auf, mit Lichtern in den Vorgärten, auf der Haustreppe oder dem Fenstersims eine Kette zu bilden.“ Das Licht sei das Symbol der Aufklärung und Hoffnung, heißt es in der Mitteilung. „Lasst uns mit ihm in alle Ecken leuchten, von denen aus unsere Demokratie, unsere offene Gesellschaft und unser Zusammenhalt angegriffen werden. Ottersweier ist weltoffen und hält zusammen“, so der Text weiter. Es gehe darum, Zeichen zu setzen für Menschenwürde, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Respekt. Das Ganze knüpft an die vom Bundespräsidenten ausgerufene Aktion „Lichtfenster“ an.

„Schönes Zeichen der Anteilnahme“

Der Aufruf zur Lichterkette sei „eine besonnene Antwort und ein schönes Zeichen der Anteilnahme mit den über 60.000 Menschen, die in Deutschland bislang an Corona gestorben sind“, teilt CDU-Bundestagsabgeordneter Kai Whitaker mit. Die Querdenker verhielten sich „unmöglich“.

Demonstrationen und Teilnahmen daran sind von den Corona-Beschränkungen ausgenommen, gemäß dem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit. Es gilt aber die Ausgangsbeschränkung nach 20 Uhr. Ein Aufenthalt im Freien ist also nur aus triftigem Grund möglich. Das Beobachten einer Demo gehöre nicht dazu, heißt es. Der Demozug führt über Hauptstraße, Ortszentrum, Eisenbahn-, Moos-, Hägenichstraße und zurück.

Ihr Autor

BT-Redakteur Franz Vollmer

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Erstellt:
6. Februar 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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