Rastatt: Genug Parkplätze sind schon da

Rastatt (ema) – Der Streit um Parkplätze in Rastatt schwelt wohl, seit es Parkplätze gibt. Die Stadt will das Thema in einem integrierten Mobilitätskonzept aufarbeiten.

Von einem elektronischen Parkleitsystem verspricht sich die Stadt Rastatt eine optimale Nutzung der Stellplätze. Foto: red/Archiv

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Von einem elektronischen Parkleitsystem verspricht sich die Stadt Rastatt eine optimale Nutzung der Stellplätze. Foto: red/Archiv

Die Klage, dass es zu wenige Parkplätze gebe, dürfte wohl in Rastatt vernehmbar sein, seitdem es Parkplätze gibt. Die Barockstadt ist dabei kein Einzelfall, wie Umfragen im Rahmen des BaWüChecks zeigen. Bei der Frage, ob und wie nachgebessert werden sollte, scheiden sich weiter die Geister.
Aus Sicht der Stadtverwaltung ist eigentlich alles bestens. Nach einer Auflistung im Rathaus gibt es 1.076 öffentliche Parkplätze in der Innenstadt und fünf Parkgaragen mit 800 Stellplätzen. Wer ein paar Schritte gehen kann und will, ist auch auf dem Festplatz Friedrichsfeste gut bedient, der Gratis-Plätze in großem Stil bereit hält.

Die Diskussionen der vergangenen Jahre zeigen, dass es wohl weniger um die Quantität, sondern vielmehr um die Qualität des Angebots geht. Beispiel Tiefgarage Badner Halle: Was die Nutzung dort angeht, besteht noch viel Luft zur Linken und zur Rechten. Gleiches gilt für das Parkhaus der Schloss-Galerie, das sein Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft hat und nun möglicherweise Auftrieb bekommen wird, wenn auf dem angrenzenden Franz-Areal ein neues Wohnquartier entsteht.

Die Scheu will nicht weichen

Der städtische Eigenbetrieb Kultur & Veranstaltungen hat rund 70.000 Euro in die Hand genommen, um die Einfahrt bei der Badner Halle nutzerfreundlicher zu gestalten. So richtig die Scheu vor einer Tiefgarage genommen hat die Maßnahme wohl nicht. Immerhin zeigte sich aber während der Bauarbeiten in der oberen Kaiserstraße, dass die Badner Halle als Alternative gezwungenermaßen mehr Akzeptanz finden kann.

Einen Schub erhofft sich die Stadt auch von einem elektronischen Parkleitsystem, das im Oktober in Betrieb ging. Beim Reinfahren nach Rastatt erfahren Autofahrer sofort, wie viele freie Parkplätze es in der oberen Kaiserstraße oder Badner Halle aktuell gibt.

Gerade den Einzelhändlern reicht das allerdings nicht aus. Anfreunden konnten sie sich zwar mit der Neugestaltung der oberen Kaiserstraße, obwohl dort zugunsten der Aufenthaltsqualität einige Parkplätze wegfielen. Die Händler sehen sich aber im Wettbewerb mit den Städten im Umland und stufen vor allem Gratis-Angebote als Attraktivitätssteigerung ein. Seit geraumer Zeit fordern sie mit Unterstützung aus Teilen der Politik, dass eine sogenannte „Willkommenstaste“ (30 Minuten Gratis-Parkzeit) und zweistündiges Gratis-Parken in der Tiefgarage der Badner Halle eingeführt werden.

Die Verwaltung zögerte lange; im Fall der Badner Halle nennt sie steuerrechtliche Hürden als Hemmnis. Jetzt soll alles von Grund auf erörtert werden – mit einem „integrierten Mobilitätskonzept“, das sich auch mit dem Parkraum befasst.


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