Gernsbach: Der Künstler fürs Besondere

Gernsbach (ueb) – Außergewöhnlich, speziell und wundervoll anders: Der Gernsbacher Stefan Heim macht nicht nur die Welt Superreicher noch schöner.

Die Kunstwerke von Stefan Heim, der seit 14 Jahren in Gernsbach lebt, sind weltweit begehrt. Foto: Dagmar Uebel

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Die Kunstwerke von Stefan Heim, der seit 14 Jahren in Gernsbach lebt, sind weltweit begehrt. Foto: Dagmar Uebel

Wenn Stefan Heim aus den Fenstern seines Ateliers über die Dächer der Gernsbacher Altstadt schaut, genießt er diesen Anblick „mit all der Natur drumherum“ als seine persönliche Oase. Vielleicht schöpft er daraus neue Ideen für ein geplantes Bild. Vielleicht aber auch, wie er die Welt mit seinen Mitteln noch schöner machen kann. Die Kunstwerke des Badeners Heim sind sowohl auf Dubai als auch den Philippinen begehrt.

Für einen US-amerikanischen Zigarrenproduzenten platzierte er Koi-Karpfen auf vergoldeter Zigarre, die dann schließlich, irgendwann einmal angezündet, in Flammen aufgehen müssen. Seine Abbildung eines Terminator-Totenkopfs mit rot glühenden Augen machte Arnold Schwarzeneggers Humidor zu einem Unikat. Als Luxusdekadenz empfand der Künstler den Auftrag, der die Vergoldung eines Fußbodens oder einer ganzen Wand eines Treppenhauses verlangte. Sein Umfeld mit Wandgemälden aufzuwerten und zu schmücken, liebten schon die alten Römer, wie einige Wandgemälde des wieder ausgegrabenen Pompeji beweisen. An dieser Liebe für Ausgefallenes hat sich für Gutbetuchte bis heute nichts geändert.

Kunden in aller Welt

Für „Schumi“, den siebenmaligen Formel-1-Weltmeister, gestaltete Heim die Wände rund um dessen Haus-Swimmingpool mit Säulen und Wandgemälden. Auch die einstigen Fußball-Größen Philipp Lahm und Jens Lehmann gönnen sich diesen Luxus. Der ehemalige Torhüter der deutschen Nationalmannschaft ließ sich alte Wandgemälde seiner Villa am Starnberger See restaurieren, für den Ex-Abwehrspieler Lahm bemalte Heim die Wände des Kinderzimmers seiner Sprösslinge mit Feuerwehrautos und Hubschraubern. „Das machte ich schon als Kind mit Erlaubnis meiner Eltern selbst“, erinnert sich der 58-Jährige schmunzelnd. Eine ganze Unterwasserwelt sei damals zu Hause in Baden-Baden entstanden. Kein Wunder, dass der kleine Stefan schon zeitig in die großen Fußstapfen seiner als Kunstmaler erfolgreichen Eltern und seines Großvaters trat. Nach seinem Schulabschluss studierte er in Stuttgart Illustration, war in München für Werbeagenturen tätig. Die Ausgestaltung des Hilton München Parkhotels war sein erster Großauftrag. Schon bald danach wurde Stefan Heim für Privatpersonen, Firmen, Shops, Hotels, Bars, Restaurants im In- und Ausland tätig. Fassaden- und Deckengemälde, das Marmorieren von Treppen und das Vergolden bevorzugter Objekte machen den Hauptanteil seiner Aufträge aus. Aber auch Sat-Schüsseln eignen sich hervorragend als Maluntergründe.

In Sasbachwalden schmückt Heims riesiger, roter Hummer auf vergoldetem Grund die Wand einer Kochschule. Der zugeordnete, dreidimensionale Fisch erzeugt die magische Illusion des Schwebens. Besucher eines Kaffeehauses in Baden-Baden fühlen sich bei Heims Raumausgestaltung in die formschöne Epoche des Jugendstils zurückversetzt.

Dass der Künstler inzwischen von seiner Hände Arbeit gut leben kann, ist für einen Meister seiner Kunst fast selbstverständlich. Auch in Corona-Zeiten sei er in den Häusern seiner Auftraggeber und auf Baustellen seiner Kunden gern gesehen. Die Aufträge vermitteln ihm Architekten und Innenarchitekten, oder geschehen über Empfehlungen ehemaliger Kunden. Obwohl Heim seine Projekte allein realisiert, bekommt er in ganz seltenen Fällen Unterstützung durch Handwerker.

Am liebsten male der Badener Allroundkünstler und Meister der illusionistischen Malerei, die durch perspektivische Darstellung Dreidimensionalität vortäuscht, allerdings nur für sich. Müsse er sich bei jedem seiner Aufträge nach den Wünschen und Vorstellungen seiner Kunden richten, „male ich als Ausgleich meine eigenen Bilder“. Als Auftragnehmer müsse Heim manchmal Kompromisse eingehen, die mitunter eine Herausforderung für ihn darstellten. Einmal in Verantwortung, könne er jedoch „nicht einfach wieder abhauen“, sagt der Mann, der seit 14 Jahren in Gernsbach lebt und arbeitet. Doch als Künstler und als Mensch sei Stefan Heim „zufrieden mit dem, was zum Schluss herauskommt“. Die Kunden in aller Welt offensichtlich auch.


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