Gernsbach: Migranten im „Sonnenhof“

Gernsbach (mm) – „Alles gut“, sagt Berzat Memedov auf Mazedonisch. Er ist einer der ersten Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft im Gernsbacher „Sonnenhof.“

Berzat Memedov und seine Familie gehören zu den ersten Bewohnern im „Sonnenhof“. Foto: Markus Mack

© mm

Berzat Memedov und seine Familie gehören zu den ersten Bewohnern im „Sonnenhof“. Foto: Markus Mack

Mit seiner Frau Naima und den beiden Töchtern Senaa und Zela ist der Nordmazedonier seit Mittwoch in der Papiermacherstadt. Ihr Weg führte sie aus der Landes-Erstaufnahmestelle (LEA) in Freiburg ins Murgtal. Wohnheimleiterin Vera Fritz übersetzt, sie kann sich auf Serbisch verständigen: „Das klappt ganz gut.“

Die künftigen Heimbewohner kommen aus den Landesaufnahmestellen in Ellwangen, Tübingen, Sigmaringen und Freiburg. Koordiniert wird die Verteilung der Asylsuchenden von der LEA in Karlsruhe, berichtet Fritz. Sechs Familien wurden am Mittwoch erwartet.

Gesunde werden auf Landkreise verteilt

Nach der Ankunft werden die Anmeldeformalitäten im Heimleiterbüro erledigt. Auch ist ein vorheriger Corona-PCR-Test erforderlich. Nur wer gesund ist, wird auf die Landkreise verteilt, erläutert David Leonte, der Leiter des Amts für Integration, Migration und Recht im Landratsamt Rastatt. Er rechnet noch mit etwa 60 bis 70 Zugängen in diesem Monat im Landkreis. Der „Sonnenhof“ in Gernsbach hat 145 Plätze, realistisch seien etwa 120 Personen, die dort wohnen können. Man müsste die Familienstrukturen beachten, erklärt Leonte. Und: Es werde weitere Zuweisungen geben, da ist er sich sicher.

Nach Erledigung der Formalitäten werden die neuen Bewohner über die Hausregeln instruiert. Danach gibt es eine Einweisung für die Benutzung der Gemeinschaftsküche. Probleme habe es dabei keine gegeben, erzählt Fritz.

Erstausstattung für neue Bewohner

Auch nicht in der Zeit, als der „Sonnenhof“ schon einmal als Erstaufnahmeunterkunft genutzt worden war. Zum 30. September 2019 wurde diese geschlossen, der Mietvertrag zwischen Eigentümer und Landkreis war 2014 für eine Laufzeit von zehn Jahren geschlossen worden. Aufgrund steigender Flüchtlingszuweisungen in die Landkreise ist der „Sonnenhof“ als Unterkunft reaktiviert.

Die Bewohner bekommen eine Erstausstattung an Bettwäsche, Handtüchern, Geschirr und Küchenutensilien, sagt Vera Fritz. Sachspenden dieser Art werden gerne angenommen, allerdings keine Bekleidung oder Möbel. Eine ehrenamtliche Betreuung sei wegen Corona nicht möglich.

Die Dauer des Aufenthalts der Familien in Gernsbach hängt vom Verlauf ihres Asylverfahrens ab. Maximal zwei Jahre können sie in der Gemeinschaftsunterkunft bleiben.

Im Rastatter Landratsamt habe man mit der Reaktivierung des Wohnheims auf die steigenden Zahlen der Flüchtlinge reagiert, berichtet Amtsleiter Leonte. Wie sich die Situation weiterentwickele, sei derzeit nicht vorhersehbar.

Wohnheimleiterin Vera Fritz und Amtsleiter David Leonte in der Gemeinschaftsküche. Foto: Markus Mack

© mm

Wohnheimleiterin Vera Fritz und Amtsleiter David Leonte in der Gemeinschaftsküche. Foto: Markus Mack

Ihr Autor

BTR-Redakteur Markus Mack

Zum Artikel

Erstellt:
10. November 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 05sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.