Gernsbach: Stadtmauersanierung startet

Gernsbach (stj) – Das Wohnbauprojekt Gleisle-Areal in der historischen Gernsbacher Altstadt macht Fortschritte. Jetzt beginnt die dafür erforderliche Sanierung der Stadtmauer.

Bürgermeister Julian Christ (links) und Projektleiter Elschad Kasimov freuen sich über den Start der Mauersanierung. Foto: Stadt Gernsbach

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Bürgermeister Julian Christ (links) und Projektleiter Elschad Kasimov freuen sich über den Start der Mauersanierung. Foto: Stadt Gernsbach

Die Arbeiten zur Sanierung der denkmalgeschützten Stadtmauer beim Gleisle-Areal sind gestartet. Damit rückt die Realisierung des im vergangenen Mai genehmigten Projekts zur Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage in der historischen Gernsbacher Altstadt einen großen Schritt näher.

Voraussetzung für den Beginn der Neubebauung ist der Abschluss der Arbeiten zur Sanierung der historischen Stadtmauer, informiert die städtische Pressestelle. Auf einer Länge von 42 Metern und auf einer Höhe von bis zu vier Metern umschließt sie das Baugrundstück nach Süden und Osten. Die Genehmigung des Projekts, das Wohnbau und Denkmalschutz verbindet, sei in enger Abstimmung mit den beteiligten Fachbehörden erfolgt – insbesondere mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Begleitet wird die Mauersanierung von der Bau-Sanierungstechnik GmbH aus Gernsheim.

Grundlage für den Arbeitsbeginn war ein umfangreiches Sicherungskonzept, das Professor Erwin A. Schwing aus Karlsruhe erstellt habe und das mit den Denkmalschutzbehörden abgestimmt sei. „Damit ist der Weg frei für den Beginn der Arbeiten“, freut sich die Stadtverwaltung, die mehr als 30 Jahre lang intensiv an einer Zukunft des Gleisle-Areals gearbeitet hat. Das war zuletzt mehr und mehr zum Schandfleck verkommen, auch wenn Ausgrabungen im September 2017 ein Labyrinth historischer Bausubstanz zutage gefördert hatten, das aber zusehends verwucherte. Dieser Schandfleck im Herzen der Altstadt soll nun verschwinden.

In den kommenden Wochen stehen jetzt die Untersuchung der Mauer, die Sanierung der Ansichtsflächen, die Stabilisierung des Mauerkerns sowie die Aufnahme der Mauerkrone und von gestörten Mauerbereichen an, skizziert die Stadt den Zeitplan. Danach erfolgt der Aushub der Baugrube und in einem weiteren Schritt die statische Sicherung der Stadtmauer. Ihre Fertigstellung ist die Voraussetzung für die Freigabe der Neubebauung der Hauptstraße 6.

Zwinger wird wieder öffentlich zugänglich

Die Bauträgerfirma Emely, deren Hauptsitz in Leipzig ist und die eine Außenstelle in Lahr unterhält, will auf dem stadtbildprägenden Grundstück, das sie vor fünf Jahren erworben hat, elf barrierefreie Wohneinheiten von circa 60 bis 97 Quadratmeter Größe errichten. Der Erhalt des denkmalgeschützten Mauerwerks ist dabei zwingend erforderlich. Der Zwinger wird künftig der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden, worüber nicht nur die Gernsbacher Stadtführer erfreut sein dürften. „Mit dem Start der Mauersanierung gehen wir in die nächste Phase der Projektumsetzung und damit einen weiteren großen Schritt in Richtung Altstadtentwicklung und Wohnraumschaffung“, stellte Bürgermeister Julian Christ zusammen mit dem Projektleiter Elschad Kasimov vor Ort fest.


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