Gernsbach: Unterschriften für die HLA

Gernsbach (stj) – 46 Kreisräte haben ein Papier unterzeichnet, das die große Bedeutung der Bildungseinrichtung in Gernsbach hervorhebt.

Die Sonne scheint auf die HLA Gernsbach. Viele Kreisräte machen sich nun dafür stark, dass dieses symbolische Bild auch eine Zukunft hat. Foto: Stadt Gernsbach

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Die Sonne scheint auf die HLA Gernsbach. Viele Kreisräte machen sich nun dafür stark, dass dieses symbolische Bild auch eine Zukunft hat. Foto: Stadt Gernsbach

Seitdem die Überlegungen von Seiten der Landkreisverwaltung bezüglich einer Schließung der Handelslehranstalt (HLA) in Gernsbach bekannt geworden sind, setzen sich viele direkt und indirekt Betroffene für den Erhalt der Bildungseinrichtung am aktuellen Schulstandort ein. Jetzt liegt zudem ein fraktionsübergreifender Antrag im Kreistag auf dem Tisch, den Bürgermeister Julian Christ gemeinsam mit 45 weiteren Kreisräten eingebracht hat.

„Eine Schließung der HLA wäre für das Murgtal und die gesamte Region ein großer Verlust. Denn gerade unser Nachwuchs und unsere Wirtschaft sind auf eine gute Infrastruktur angewiesen. Daher freue ich mich, dass sich mit mir 45 Kreisräte für den Erhalt der Schule einsetzen“, betont Christ in einer Mitteilung. Zu den Kernpunkten des Antrags zählen die Einleitung eines Schulentwicklungsprozesses zur strategischen Neuausrichtung, eine Schülerlenkung zugunsten der HLA Gernsbach sowie eine zügige Besetzung der vakanten Schulleiterstelle.

Antrag über Fraktionsgrenzen hinweg

Die Unterstützung für den Antrag reicht aktuell von den Fraktionen der CDU, der SPD, der Grünen und der FDP/FuR über einige Kreisräte der Freien Wähler und repräsentiert damit alle Teile des Landkreises. Julian Christ und seine Mitstreiter stehen zudem mit weiteren Kreisräten im Gespräch, um eine möglichst große Mehrheit des 61 Mandatsträger umfassenden Gremiums vom Erhalt der HLA zu überzeugen, heißt es in der Mitteilung aus dem Gernsbacher Rathaus weiter. „Mit unserem Antrag auf eine Schulentwicklung und für eine bewusste Schülerlenkung zeigen wir eine echte Alternative zur Schließung auf. Wir laden alle Kreisräte und die Landkreisverwaltung ein, unseren Vorschlag zu unterstützen und damit das Murgtal nachhaltig zu stärken“, hält Gernsbachs Stadtoberhaupt abschließend fest.

In dem fraktionsübergreifenden Antrag, über den voraussichtlich bei der nächsten öffentlichen Kreistagssitzung am 17. November entschieden werde, unterstreichen die 46 Kreisräte, die ihn unterzeichnet haben, dass es „sicherlich kein Makel ist, die kleinste kaufmännische berufliche Schule im Land zu sein, sondern ein Qualitätsmerkmal“. Es werde anerkannt, dass sich der Landkreis als Schulträger über längere Zeit für eine Stabilisierung der HLA Gernsbach einsetze. „Umso schwerer ist es nachzuvollziehen, dass diese Bemühungen womöglich nicht weitergeführt werden und eine Schließung als Option angesehen wird.“ Die Kreisverwaltung selbst gehe laut Antrag davon aus, dass sich die demografische Entwicklung im Mittelbereich Gaggenau-Gernsbach künftig wieder wandelt und dann auch für einen Anstieg der Schülerzahlen an den beruflichen Schulen im Murgtal sorgen dürfte. Wohl auch deshalb habe der Landkreis Rastatt in den zurückliegenden Jahren rund zwei Millionen Euro in die HLA Gernsbach beziehungsweise in deren Zukunft durch Umbaumaßnahmen investiert. Nicht zuletzt weisen die 46 Kreisräte darauf hin, dass das jährliche Defizit der Schule im Kreishaushalt marginal und kein Argument für die Standortschließung sei. Auch unter diesen Gesichtspunkten sei das mögliche Aus für die beliebte Einrichtung nicht begreiflich.

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Erstellt:
14. Oktober 2020, 22:00 Uhr
Lesedauer:
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