Gernsbach trauert um Rudolf Koch

Gernsbach (uj) – Rudolf Koch ist tot. Der frühere Ortsvorsteher von Obertsrot und Leiter des Forstreviers Schloss Eberstein verstarb wenige Tage vor seinem 91. Geburtstag.

Ist wenige Tage vor seinem 91. Geburtstag verstorben: Rudolf Koch. Foto: Dagmar Uebel/Archiv

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Ist wenige Tage vor seinem 91. Geburtstag verstorben: Rudolf Koch. Foto: Dagmar Uebel/Archiv

Nur die wenigsten Menschen können von sich sagen, in einem Schloss gewohnt zu haben. Rudolf Koch hatte dieses Glück. Von 1952 bis 1998 lebte er auf Schloss Eberstein, ab 1961 mit Familie nach Umbau im Torgebäude. Das hängt mit seinem Beruf zusammen. Viele Jahre war er unter anderem für die markgräflichen Wälder zuständig. „Er ist friedlich eingeschlafen. So wie er sich das gewünscht hatte“, berichtet sein Sohn Ekkhart Koch.

Der Wald, das war das Leben von Rudolf Koch. Bereits im Jahr 1952 hatte er das Revier beim Schloss Eberstein übertragen bekommen. Von 1956 bis 1957 absolvierte er die Ausbildung zum Revierförster in Rottenburg. Die Leitung des Forstreviers Schloss Eberstein hatte er bis zum Ausscheiden aus dem Dienst im Jahr 1995 inne. Weitere fünf Jahre war er als „freier Mitarbeiter“ für den Erwerber des Schlosswaldes (nach dem wirtschaftlichen Kollaps des Markgrafen 1995) tätig. Außerdem betreute er markgräfliche Waldungen bei Pforzheim, Bretten, Maxau und Durbach sowie die Bäume im Park des Neuen Schlosses in Baden-Baden. Verschrieben hat er sich der Baumkunde (Dendrologie). Inspiriert worden war er durch Reisen in die USA und Kanada in den dortigen Nationalparks. Er erfüllte sich den Traum vom „Indian Summer“ im Schwarzwald mit dem Baumkundlichen Lehrpfad (Arboretum) um das Schloss Eberstein.

Große Verdienste um Obertsrot

Sehr am Herzen lagen Rudolf Koch die Belange von Gernsbach und insbesondere von Obertsrot. Von 1965 bis 1974 gehörte er dem Gemeinderat von Obertsrot an, von 1974 bis 1998 dem Stadtrat von Gernsbach. Bis 1998 war er Ortsvorsteher von Obertsrot. Aus den Händen des damaligen Innenministers Dr. Thomas Schäuble erhielt Koch 1999 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Außerdem war er in verschiedenen Vereinen aktiv, unter anderen auch als Vorstandsmitglied. Unterhalb der Rebanlagen verbrachte Koch im eigenen Haus seinen Ruhestand.

Geboren wurde Rudolf Koch am 11. Oktober 1930 in Salem am Bodensee. Kriegsbedingt endete für ihn 1945 seine schulische Ausbildung. Jetzt schließt sich der Kreis. Die Trauerfeier für Rudolf Koch findet am Freitag, 15. Oktober, in der Herz-Jesu-Kirche Obertsrot statt. Die Urnenbeisetzung erfolgt später im engsten Familienkreis.

Ihr Autor

BT-Redakteur Ulrich Jahn

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Erstellt:
5. Oktober 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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