Gernsbach verkauft Kindergartengebäude

Gernsbach (uj) – Rund sieben Jahre steht das Gebäude des früheren Reichentaler Kindergartens leer. Jetzt will die Stadt Gernsbach das Anwesen verkaufen. Wohnungen sollen entstehen.

Steht zum Verkauf: Das Gebäude im Gernweg, in dem sich einst der Kindergarten Reichental befand. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Steht zum Verkauf: Das Gebäude im Gernweg, in dem sich einst der Kindergarten Reichental befand. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Seit dem Jahr 2014 wird der ehemalige Kindergarten in Reichental als solcher nicht genutzt. Jetzt bietet die Stadt Gernsbach das Anwesen im Gernweg 6 zum Verkauf an. Im Obergeschoss befindet sich bereits eine Wohnung, zwei weitere könnten entstehen. Das Interesse an dem Gebäude scheint groß zu sein. Ortsvorsteher Guido Wieland hat bereits sechs Anrufe erhalten, mit vier Interessenten wird er sich heute treffen und diesen das Anwesen zeigen. Gerüchten, der Ortschaftsrat sei über die Ausschreibung und den geplanten Verkauf nicht informiert worden, tritt er entschieden entgegen.

„Der Ortschaftsrat ist in öffentlicher Sitzung darüber informiert worden“, betont der Ortsvorsteher. Er verweist auf die Sitzung des Ortschaftsrats im Oktober 2019 und den anschließenden BT-Bericht. In dieser befasste sich das Gremium mit Vorschlägen zur Verwendung leer stehender kommunaler Gebäude in Reichental. Man könne sich gut vorstellen, das ehemalige Rathaus an einen Investor zu verkaufen, sagte Wieland in dieser Sitzung. Das 1879 als Schulhaus eingeweihte Bauwerk weise einen erheblichen Sanierungsstau auf. Gut vorstellbar seien in diesem Haus Wohnungen und kleinere gewerbliche Räume. Für die Motorradfreunde, deren Klubraum sich im Untergeschoss befindet, wäre dann eine neue Unterkunft zu finden.

Auch für das Kindergartengebäude im Gernweg gibt es seit 2014 keine Verwendung mehr. Dessen Zustand ist noch in Ordnung, gleichwohl seien ebenfalls Sanierungsarbeiten fällig. Die Stadt habe dort in der Nähe zudem Flächen gekauft, um an diesem Standort öffentliche Parkplätze anzulegen, teilte der Ortsvorsteher mit. Zur Realisierung des Projekts beantragte die Verwaltung Fördergelder bei Leader.

Grundschule soll nicht verkauft werden

Die Grundschule soll nicht zum Verkauf stehen. Dort können Ortsverwaltung sowie Ortschaftsrat Unterkunft finden. Den in der Schule probenden Vereinen sagte Wieland Bestandsschutz zu.

Die Ortschaftsräte und Bürger zeigten sich in der Sitzung im Oktober 2019 mit den Vorschlägen einverstanden – unter einer Bedingung: Sollte nach erfolgter Gebäudeumnutzung jemals wieder, aufgrund der Anzahl der Kinder, eine Kindergartengruppe und Grundschulklasse gegründet werden, sind dafür Räume zu schaffen. Diese könnten, wie Wieland am Freitag gegenüber dem BT betonte, im ehemaligen Grundschulgebäude verwirklicht werden. Allerdings nur, falls in Reichental zahlenmäßig eine Gruppenstärke erreicht werde. Aktuell besuchen 15 Kinder aus dem Stadtteil den Kindergarten in Hilpertsau. Etwa so viele waren es auch 2014 gewesen, als der örtliche Kindergarten geschlossen wurde.

Errichtet wurde der Hauptbau des Kindergartengebäudes im Jahr 1914, der Anbau kam 1954 hinzu. Schon allein wegen des Alters und der früheren Nutzung ist der ehemalige Kindergarten sanierungsbedürftig. Mit seinen mehr als 750 Quadratmetern Wohn- und Nebenflächen biete es „ein interessantes Potenzial zum Ausbau“, meint die Stadt, auch als Mehrfamilienhaus. Für die Sanierung könne eine Förderung über das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) beantragt werden. Der Gemeinsame Gutachterausschuss hat sich laut Guido Wieland mit dem Gebäude befasst und den Kaufpreis auf 240.000 Euro festgelegt.

Ihr Autor

BT-Redakteur Ulrich Jahn

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Erstellt:
6. August 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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