Gernsbacher Jugend arbeitet mit

Gernsbach (vgk) – Die Jugendarbeit in Gernsbach soll ausgebaut werden. Ein Schwerpunkt wird das Jugendhaus sein.

Die Teilnehmer am Workshop zur Neuausrichtung des Jugendhauses erhalten als Belohnung Kino-Gutscheine. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Die Teilnehmer am Workshop zur Neuausrichtung des Jugendhauses erhalten als Belohnung Kino-Gutscheine. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Das bekräftigte Bürgermeister Julian Christ am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Anschluss an den zweiten Workshop: „Deine Stadt, Dein Raum – Jugendliche entscheiden mit über das neue Kinder- und Jugendhaus Gernsbach!“

„Die Jugendlichen waren heute extrem fokussiert und konzentriert.“ Das sagte Andrea Katz vom Institut Katz, das den Prozess begleitet. Was nicht zuletzt daran lag, dass dieser Workshop nach einer ersten coronabedingt digital abgehaltenen Gesprächsrunde nun in Präsenz stattfinden konnte. Und damit Veränderungen – wie ein möglicher Ausbau des Dachbodens oder die Reaktivierung des Proberaums – besser besprochen werden konnten. „Die Kinder und Jugendlichen haben heute aktiv mitgearbeitet“, wie Katz ausführte. Auch die Öffnungszeiten wurden ausreichend diskutiert. So wünschen sich die Jugendhausnutzer eine tägliche Öffnung von 16 bis 20 Uhr, eine Stunde länger als bisher. Ebenso wird eine Öffnungszeit an den Samstagen von 17 bis 0 Uhr angeregt.

Rund drei Stunden hatten die zwölf Teilnehmer in Gruppen aufgeteilt Zeit, sich Gedanken über die Neugestaltung und den Ausbau der Kinder- und Jugendeinrichtung zu machen.

Innenraumdesign und Außengestaltung

Erst seit elf Monaten in Gernsbach zu Hause ist die 16-jährige Alicia. Sie findet die Jugendeinrichtung „echt cool“. Ihr Wunsch wäre jedoch, dass die Fläche hinter dem Jugendhaus schnellstmöglich von der Einrichtung genutzt werden kann. Ebenso schlägt sie vor, den Zaun in Richtung Schwarzwaldstraße zu versetzen. Dass die Wände gestrichen werden müssen und die Jugendlichen dabei helfen können, verstehe sich von selbst, so die 16-Jährige.

„Der Workshop hat Spaß gemacht.“ Ebenso die Entwicklung der Ideen zum Innenraumdesign und die Außengestaltung, meinte Tom (zwölf), ein regelmäßiger Nutzer der Einrichtung. Wie seine Vorrednerin wirbt auch Migel (17) für eine bessere Optik des Gebäudes – innen wie auch außen. Der Wunsch nach einem schöneren Erscheinungsbild deckt sich mit dem Ergebnis einer von Jakob Crone (Institut Katz) durchgeführten Blitzumfrage unter den am Bahnhof wartenden Schülern.

Danach gefragt, warum sie das Jugendhaus meiden, bemängelten diese unisono das triste Aussehen des Gebäudes. Die Nichteinbeziehung der Sozialpädagogen (Jugendhausmitarbeiter Friedmann Roth und Jugendhausleiter Mathias Winter) wurde von den jugendlichen Workshop-Teilnehmern ebenfalls einhellig bedauert. 150.000 Euro wurden von der Stadt für die Neukonzeption des Jugendhauses in den städtischen Haushalt eingestellt. Der Stellenumfang soll von bisher 1,7 auf 2,5 angehoben werden. Der Wechsel der Trägerschaft wird zum 1. Januar 2022 vollzogen.

Trägerwechsel und Neustart

Als einen der nächsten Schritte skizzierte Christ im Anschluss an den Workshop Gespräche zwischen dem neuen Jugendhausträger, dem Internationalen Bund, und dem Bauamt, um die bauliche Anpassung des Gebäudes zu besprechen. Dinge wie freies WLAN und die Gestaltung des Außenbereichs seien schnell umsetzbar, führte Julian Christ aus.

Im Herbst oder Winter könnte mit den Umbauarbeiten begonnen werden. Dies werde voraussichtlich eine mehrwöchige Schließung der Einrichtung nach sich ziehen. Zielsetzung sei jedoch, mit dem Trägerwechsel auch den Neustart mit dem Jugendhaus zu verknüpfen, betonte Christ. Es soll eine Einrichtung für alle sein, so der Bürgermeister. Im Durchschnitt liegt die Besucherfrequenz der Gernsbacher Kinder- und Jugendeinrichtung zwischen zehn und 40 Personen täglich.


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