Gernsbacher Künstler veröffentlicht ein Buch

Gernsbach – Der Gernsbacher Künstler Mario Grau veröffentlicht ein Buch in Briefform mit dem Titel „Medienrummel“. In diesem gibt es viele Kunststile zu entdecken.

Mario Grau: Der Gernsbacher Künstler hat einen experimentellen Stil und benutzt gerne unterschiedlichste Materialien für seine Werke. Foto: Dagmar Uebel

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Mario Grau: Der Gernsbacher Künstler hat einen experimentellen Stil und benutzt gerne unterschiedlichste Materialien für seine Werke. Foto: Dagmar Uebel

Der Gernsbacher Künstler Mario Grau war noch ein Kleinkind, als sich seine Mutter Bianca besorgt fragte, was aus Mario und seiner Schwester nach ihrem damals schon absehbaren Tod werden würde. Drei Jahrzehnte später hat er einen Brief in Buchform – 145 Seiten stark – als beruhigende Antwort an seine Mutter formuliert. Das kürzlich erschienene Werk trägt den Titel „Medienrummel“.

Das Buch „Medienrummel“ hat Mario Grau selbst erstellt. Darin erfährt der Leser viel über den sensiblen jungen Mann und noch mehr darüber, wie Mitmenschen ihn und seine Werke erleben.

Gemälde des Malers in Ausstellungen zu sehen

Der junge Mann hat seinen Weg gefunden. Er fühlt sich nicht nur als Papiertechnologe wohl in seinem Beruf, sondern er hat es geschafft, trotz unglücklicher Kindheitsjahre ein bekannter Künstler zu werden, der seine Bilder in diversen Ausstellungen präsentiert.

Einige seiner Gemälde schmücken zudem die Wände des „Café Lumen“ im Kloster Lichtental. 2018 hingen seine Werke in den Fluren des Gernsbacher Rathauses. Auch im Rastatter Heimatbuch sind seine Kreationen veröffentlicht worden. Anlässlich der 60-jährigen Jubiläumsausgabe desselben durfte Grau das Bild für den Buchtitel gestalten.

2021 folgte der Eintrag seines Namens in das Allgemeine Künstlerlexikon und in den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Grau wurde als erster Gernsbacher für besondere Leistungen in Performance-Bereich Kunst mit dem „Hipe Award“ geehrt. Für seine Teilnahme am „Luxembourg Art Price“ erhielt er ein würdigendes Zertifikat. Auch das Jugendmagazin Bravo druckte eines seiner Bilder ab.

Das alles würde Mario Grau seiner Mutter gerne erzählen. Auch vom Wunsch nach Partnerschaft, der immerwährenden Suche nach seinem weiteren künstlerischen Weg, aber auch von Gastauftritten im Fernsehen, könnte er ihr berichten. Der Künstler kann nicht einfach in eine Schublade einsortiert werden. Allein das Wort Maler greife zu kurz. Zwar sind es vorwiegend Keilrahmen und Acrylfarben, mit denen sich Grau seinen Kreationen annähert. Doch danach fängt oft der eigentliche Schöpfungsprozess an.

Zahnstocher sind in vielen Werken zu finden

Die Zweidimensionalität der Oberfläche mit Verpackungsmüll, Wattestäbchen, Teilen aus dem Drei-D-Drucker, Klopapier, Stoffblumen, Spraydosen, Kartonage, Wollfäden und Zahnstochern „aufpeppen“, dafür brennt er.

Überhaupt Zahnstocher: Sie sind in überraschend vielen Werken des Gernsbacher Künstlers von großer Bedeutung. Mit ihnen legt er ganze Flächen aus oder trennt damit als Reliefs starkfarbige Teile voneinander ab. Da sich Graus Schaffen durch die Vielfalt seiner experimentellen Stile auszeichnet, ist der Betrachter beim Blättern in seinem Buch „Medienrummel“ mitunter erstaunt, welche Objekt es darin zu entdecken gibt.

In seinen Porträts sind Ähnlichkeiten zu Andy Warhols farbigen Umsetzungen zu erkennen. Pop-up-Darstellungen zeugen von Nähe zu Wall-Art-Postern. In blumengeschmückten Köpfen sind Einflüsse von Wojtek Babski zu sehen. Farbigkeit und grafische Auflösung fester Konturen und Formen erinnern dagegen an Mark Ashkenazi. Auch auf eine künstlerische Seelenverwandtschaft mit Pablo Picasso lassen seine Werke schließen.

Zwar lässt der Autodidakt sich von diesen Berühmtheiten inspirieren, doch sein eigenes kreatives Schaffen ist außergewöhnlich und einzigartig – echte Mario-Grau-Kreationen eben. Dekorativ und ungewöhnlich sind sie alle. Zudem sind sie auch ein Ausdruck vom Seelenleben des jungen Künstlers.

Tod und Liebe spielen eine große Rolle

Er kombiniert Farben und Materialien aller Art. Besonders die Themen Tod und Liebe dominieren viele seiner Bilder. Doch weltfremd und ich-bezogen ist der Gernsbacher nicht, wie sein Gemälde „Gefallener Engel“ beweist. Dieses widmete Mario Grau 2020 den Menschen, die an Corona gestorben sind.

„Medienrummel“ (ISBN 979-8-7912752-9-5) gibt es im Onlinehandel. Als Taschenbuch kostet es 14.99 Euro, in gebundener Form 25 Euro.

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Erstellt:
16. Januar 2022, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 47sec

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