Gernsbacher wird Opfer von „Love Scamming“

Gernsbach (BT) – Ein 86-jähriger Gernsbacher ist Opfer von „Love Scamming“ geworden. Eine Frau gaukelte ihm vor, ihn zu ihrem Verwalter gemacht zu haben. Er überwies mehr als 40.000 Euro ins Ausland.

Vorsicht ist nicht nur im Internet, sondern auch am Telefon geboten, rät die Polizei. Symbolfoto: Jan-Philipp Strobel/dpa

© dpa

Vorsicht ist nicht nur im Internet, sondern auch am Telefon geboten, rät die Polizei. Symbolfoto: Jan-Philipp Strobel/dpa

Die Taten ereigneten sich Angaben der Polizei bereits im letzten Jahr, nun erstattete die Tochter des Seniors Anzeige. Eine bislang unbekannte Frau, angeblich aus dem Ausland, hatte schon vor längerer Zeit Kontakt zu dem 86-Jährigen aufgenommen und sich sein Vertrauen erschlichen.

Sie überzeugte ihn davon, dass sie mehrere Hundert Kilogramm Gold geerbt hätte und bestimmte ihn als Vermögensverwalter dieses Goldes. In diesem Zusammenhang brachte die Unbekannte den älteren Herrn immer wieder dazu, Überweisungen ins Ausland zu tätigen. So entstand ihm ein Schaden von mehr als 40.000 Euro. Die Ermittlungen zur genauen Vorgehensweise der Unbekannten dauern noch an.

Immer wieder schaffen es Betrüger, so genannte Scammer, das Vertrauen von Menschen zu erschleichen und in deren Leben eine Rolle einzunehmen. Ihr Ziel ist es, an Geld oder andere Vermögenswerte ihrer Opfer zu gelangen. Sie agieren vor allem, aber nicht nur, im Internet. Doch was können Menschen, die bereits in die Falle getappt sind, oder auch ihnen nahestehen Personen tun, um sich zu schützen? Die Polizei empfiehlt:

Blockieren:
- sofort jeglichen Kontakt abbrechen,
- sich eine neue Mailadresse und Telefonnummer zulegen.
- Gefahr besteht auch für Freunde im sozialen Netzwerk und für alle Kontakte im eigenen Mailadressbuch (Täter schicken oft mit einer Mail auch einen Computervirus mit).

- Ignorieren:
- nicht auf Forderungen des Scammers eingehen,
- auf keinen Fall Geld überweisen, Schecks einlösen oder Briefe und Päckchen weiterleiten,
- geleistete Zahlungen, wenn möglich, sofort rückgängig machen.

- Sichern:
- speichern Sie alle Mails und Chat-Texte als Beweis auf einer CD-ROM ab,
- wenn Sie es nicht selbst können, dann lassen Sie sich von computererfahrenen Bekannten und Freunden den E-Mail-Header auslesen,
- Selbsthilfeseiten im Internet erklären Ihnen ebenfalls, wie Sie sich vor größerem Schaden schützen können.

- Löschen:
- nach dem Sichern löschen Sie alle Beweisdaten von Ihrer Festplatte,
- vergessen Sie nicht, auch den E-Mail-Account zu löschen.

- Hilfe holen:
- gehen Sie zur Polizei,
- die Strafverfolgung ist zwar enorm schwierig, dennoch sollten Sie den Vorfall auf jeden Fall melden.

Zum Artikel

Erstellt:
4. März 2021, 14:39 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 01sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.