Gesamtkonzept Sportstätte geplant

Elchesheim-Illingen (HH) – Eine Kehrtwende in Sachen Sportstättenplanung vollzieht die Gemeinde Elchesheim-Illingen. Nun ist von einem Gesamtkonzept mit Skateranlage und Festplatz die Rede.

In Illingen muss der Skater-Parcours bald weichen. Auf Wunsch der Verwaltung soll er auf den Elchesheimer Hartplatz umziehen, der aber noch umgebaut werden müsste. Foto: Helmut Heck

© HH

In Illingen muss der Skater-Parcours bald weichen. Auf Wunsch der Verwaltung soll er auf den Elchesheimer Hartplatz umziehen, der aber noch umgebaut werden müsste. Foto: Helmut Heck

Beim Tagesordnungspunkt „Neue Sportstätte am Altrhein“, der am 22. März auf der Sitzung des Gemeinderats steht, stellt die Gemeinde ein Gesamtkonzept vor, in dem es erstmals nicht nur um Fußballplätze geht, sondern auch um die Skateranlage und einen Festplatz, wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht.

Skateranlage muss im Frühjahr weichen

Vermutlich noch dieses Frühjahr muss die Skateranlage für die im Mai startende Dammsanierung weichen – das ist seit Jahren bekannt. Ebenfalls ist das Thema Festhalle nicht neu. Bereits in einer Ratssitzung im Oktober 2017 kündigte Bürgermeister Rolf Spiegelhalder an, dass die Illinger Festhalle abgerissen werden müsse, was 2018 geschah. Das Gebäude stand der Verlagerung einer Pipeline im Weg, die für die Sanierung des Hochwasserdamms umgebettet werden musste. Für die Arbeiten an der Pipeline musste zudem die Skateranlage vorübergehend abgebaut werden und muss nun für die Dammverbreiterung endgültig weichen.

Thema Festhalle blieb lange liegen

Im Januar 2018 informierte Spiegelhalder beim Ehrungsabend der Gemeinde, dass wegen Baugebietsplänen auch die Festhalle Elchesheim mittelfristig aufgegeben werden müsse. Er forderte die örtlichen Vereine damals auf, die Notwendigkeit einer neuen Festhalle zu klären. Das Thema sei im Zusammenhang mit der Frage einer künftigen Sportstätte zu sehen, es müsse rechtzeitig mit Planungen begonnen werden, so Spiegelhalder damals.

Das Thema Festhalle blieb ebenfalls lange liegen. Im ersten Halbjahr 2018 wurde von der Gemeindeverwaltung bei den örtlichen Vereinen das Interesse an einer Nachfolgelösung abgefragt. Bei einer Besprechung der Vereinsvertreter im Oktober 2019 wurde Spiegelhalder die schleppende Behandlung des Anliegens vorgehalten. Im Protokoll der Zusammenkunft ist nachzulesen, dass sich die Vereine „verärgert“ darüber gezeigt hätten, dass sie „keine weiteren Informationen“ über die Ergebnisse der Umfrage erhalten hätten.

Plötzliche Kehrtwende

Vor acht Wochen meldeten sich dann nach dreijähriger Funkstille zu diesem Thema acht örtliche Vereine mit einer Presseerklärung, in der sie den RWE aufforderten, endlich den Schritt nach Illingen zu gehen (das BT berichtete). Dort solle nämlich neben dem Sportbereich „auch eine gemeinsame Veranstaltungsstätte errichtet werden, an der mehrere Vereine ein großes Interesse“ hätten. In der Sportstättendiskussion hatte zudem die RWE-Jugendleitung Kritik vieler Eltern an mangelnden Freizeitmöglichkeiten im Ort für Kinder und Jugendliche öffentlich gemacht.

Während zuvor auf wiederholte BT-Anfragen beim Bürgermeister oder Ratsmitgliedern, warum die Festhallenfrage nicht im Zusammenhang mit der Sportstättenplanung besprochen wird, keine Notwendigkeit gesehen worden war, gibt es nun offenbar eine Kehrtwende. Das jetzt geplante „Gesamtkonzept“ ist einer Auskunft aus dem Hauptamt zufolge Resultat einer der jüngsten Gemeinderatssitzungen. In den vielen Beratungen um eine künftige Sportstätte waren diese Fragen bisher jedoch nie einbezogen worden. Erst in einer Sitzung Ende 2020 hatte Petra Fritz (EIL) versucht, den Blick zu weiten.

Skateranlage auf Hartplatz Elchesheim

Dem Gemeinderat wird nun vorgeschlagen, die Skateranlage auf den vom RWE genutzten Hartplatz an der Waldstraße zu verlegen, für den der RWE kürzlich ebenso wie für den Rasenplatz die Kündigung erhalten hatte. Die erforderlichen Bauarbeiten könnten im Juli beginnen.

Die Verwaltung empfiehlt in den Unterlagen, die auf der Homepage der Gemeinde eingesehen werden können, „als Grundlage eine Machbarkeitsstudie für eine Freizeitanlage“ zu beauftragen. Für den Festplatz wird das Illinger Sportgelände vorgeschlagen. Dort sollen der Vereinsgemeinschaft Flächen „zur Errichtung eines Festgeländes mit entsprechender Infrastruktur“ zur Verfügung gestellt werden. Wie aus der Planskizze ersichtlich ist, soll dafür der Hartplatz auf Kleinformat schrumpfen.

Die öffentliche Ratssitzung findet um 19 Uhr im Bürgerhaus statt. Coronabedingt sind höchstens 15 Besucher zugelassen.

Weitere Berichte zum Thema:

RWE plant am Braungießenweg

Schock in Elchehseim-Illingen

RWE erhält Kündigung zum 30. Juni

Zum Artikel

Erstellt:
18. März 2021, 17:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 48sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.