Geschäft mit den Tests weiterhin lukrativ

Von Bianca Kunz

Rastatt (biku) – In Rastatt gibt es immer mehr Testzentren. Obwohl nach Lockerung der Maßnahmen weniger Tests benötigt werden, scheint das Geschäft für die Betreiber weiterhin lukrativ zu sein.

Geschäft mit den Tests weiterhin lukrativ

Viele Testzentren: Ein Mann wartet vor einem Container des Lisa-Testzentrums in der Rastatter Innenstadt. Im gesamten Stadtgebiet gibt es 40 Test-Möglichkeiten von verschiedenen Anbietern. Foto: Bianca Kunz

Neue Testzentren sprießen regelrecht aus dem Boden, wo man hinsieht: Überall ist in leuchtenden Buchstaben „Covid Schnelltests“ zu lesen - auch in Rastatt. Der Konkurrenzkampf der Unternehmen wächst stetig, vor allem wenn durch Lockerungen der Maßnahmen immer weniger Tests benötigt werden. Bleibt das Geschäft mit den Tests trotzdem weiter rentabel?QR-Code vorzeigen, Ausweis hochhalten, Maske runter: Dann kommt das Stäbchen in die Nase. In 20 Minuten hat der Getestete das Ergebnis in der Tasche. Fast jeder kennt diesen Ablauf. In den vergangenen zwei Jahren stand dieser für manche sogar auf der Tagesordnung.

Im Landkreis Rastatt gilt aktuell die Warnstufe. Das ist die zweite von drei Stufen, nach denen das Ausmaß der Pandemie bewertet wird. Aktuell gilt demnach weitestgehend 3G im öffentlichen Raum. Aber verschlechtert eine Auflagen-Lockerung automatisch die Lage für die Testzentren? Die Betreiber meinen einhellig: „Nein“.

Lisa-Testzentrum mit 16 Standorten im Landkreis

Die Testzentren werden meistens von sehr kleinen Unternehmen oder Privatpersonen betrieben. Ein Beispiel dafür ist das Unternehmen NEA Concept UG. Es steht hinter den Lisa-Testzentren, die sich in Rastatt oft finden lassen. Die Betreiber sind Maik Albrecht-Markovic und Olga Galiaki. Sie haben aktuell 16 Standorte im Landkreis. „Das erste Lisa-Testzentrum eröffnete im Mai 2021 in Rastatt“, sagt Albrecht-Markovic. Die zunehmende Konkurrenz bedeutet für Albrecht-Markovic und seine Testzentren keine finanziellen Einbußen. „Die Leute testen sich auch weiterhin“. Genaue Zahlen will der Betreiber dazu nicht nennen. Auch seine Mitarbeiter in den Zentren sagen nichts zum aktuellen Test-Aufkommen. Wer ein Testzentrum in Rastatt eröffnen will, muss vom Landratsamt Rastatt feste Vorgaben erfüllen. Der Betreiber stellt einen Antrag an das Gesundheitsamt. Dafür füllt er einen Informationsbogen aus. Darin gibt er unter anderem seinen Standort und die Räumlichkeiten der geplanten Teststation an. Das Gesundheitsamt prüft anschließend diesen Antrag. Sobald dieser angenommen wurde, kann das Testzentrum eröffnet werden.

„Es liegen aktuell viel Anträge zur Bearbeitung vor“, sagt Benjamin Wedewart, Pressesprecher vom Landratsamt Rastatt. Er verweist auf die Homepage des Landratsamtes für die genauen Anforderungen und Formulare. Die Anzahl der Testzentren könne ebenfalls auf der Website gefunden werden. Aktuell gibt es in Rastatt fast 40 und im Landkreis knapp 120 Testzentren.

„Für uns lohnt es sich noch“

Ein weiterer Betreiber ist das Mobile Testzentrum (MTZ) Mittelbaden. Das MTZ hat einen Standort in Iffezheim und einen in der Rastatter Schlossgalerie. Dort erklärt Mitarbeiterin Bianca Fischer geduldig einem Testwilligen, wie die Anmeldung über die Webseite funktioniert. Sie erklärt ihm auch den Test-Ablauf. Fischer arbeitet seit einiger Zeit für das Unternehmen und hat die Infektionswellen der Pandemie mitbekommen.

Das Testzentrum ist seit Anfang des Jahres im Keller des Einkaufszentrums. Davor war es draußen vor der Schlossgalerie. „Seit die 2G-Regel für Einkaufsläden aufgehoben wurde, kommen wieder mehr Leute bei Ihnen vorbei“, erklärt sie. Bianca Fischer stellt fest, dass die Testwilligen wegen der Lockerungen weniger werden. Das bekomme sie natürlich mit. „Für uns lohnt es sich noch, sonst würden wir es nicht mehr machen“, sagt sie. Die sinkende Test-Nachfrage hänge jedoch eher mit steigender Konkurrenz zusammen. Immer mehr Testzentren würden eröffnen und so verteile sich auch der Andrang.

„Zu Beginn der Pandemie haben wir täglich mehr als 300 Tests gemacht.“ Die Zahl ist über den Verlauf der Pandemie sicherlich geringer geworden, trotzdem sei das Geschäft mit den Tests auch weiterhin lukrativ für die Betreiber. Fischer fürchtet keine Langeweile in den kommenden Monaten.