Gesundheitszentrum beim „Anker“

Rastatt (ema) – Die Sparkasse wird auf dem „Anker“-Areal ein Ärzte- und Wohnhaus errichten. Dabei wird die frühere denkmalgeschützte Gaststätte eingebunden.

Der „Anker“ (vorne links) soll sich vom großen Neubau durch eine zweigeschossige Glasfuge abheben. Fotos: Sparkasse

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Der „Anker“ (vorne links) soll sich vom großen Neubau durch eine zweigeschossige Glasfuge abheben. Fotos: Sparkasse

Eine der letzten Brachflächen im Herzen der Stadt, das „Anker“-Areal, steht vor einer Bebauung. Die Sparkasse Rastatt-Gernsbach machte jetzt ihre Pläne für die Sanierung der früheren, denkmalgeschützten Gaststätte sowie den Bau eines Gesundheitszentrums mit Wohnungen und Büroräumen öffentlich.
Das Projekt beinhaltet die Errichtung eines bis zu 3,5-geschossigen Neubaus hinter dem „Anker“ entlang der Dreherstraße – und zwar auf den Grundstücken des bisherigen Hofs der früheren Gaststätte sowie auf dem Parkdeck der Sparkasse, das bis an die Rathausstraße grenzt. Der rund 65 Meter lange Riegel ist gegliedert: Direkt an den „Anker“ angrenzend entsteht ein zweigeschossiges Glashaus mit Dachterrasse, das das denkmalgeschützte Gebäude als Solitär zur Geltung bringen soll. Diese Glasfuge sowie der anschließende Gebäudekomplex sind im Erdgeschoss um etwa 1,50 Meter zurückversetzt, um einen Arkadengang zu schaffen, mit dem die Fußgänger vor dem Straßenverkehr besser geschützt werden. Insgesamt entstehen acht Wohneinheiten (insgesamt 800 Quadratmeter) mit Größen zwischen 47 und 98 Quadratmetern sowie Gewerbeflächen mit einem Umfang von 2 600 Quadratmetern, aufgeteilt in kombinierbare Einheiten zwischen 170 und 400 Quadratmetern. Beim Heizen und Kühlen will man Geothermietechnik nutzen.

Pfarrgarten bleibt unangetastet

Bei der Präsentation der Pläne erinnerte Sparkassen-Chef Ulrich Kistner daran, dass man sich seit dem Kauf des „Ankers“ im Jahr 2013 Gedanken mache, wie man das Gebäude und die Brachfläche nutzen könne. Es habe „nicht ganz einfache“ Gespräche mit der katholischen Kirche gegeben in der Frage, inwieweit der angrenzende Pfarrgarten einbezogen werden kann, sagte Kistner. Die grüne Lunge der Pfarrgemeinde bleibt jetzt aber unangetastet. Verbaut ist allerdings noch nichts, wie Projektbetreuer Martin Runzheimer sagt. Die Planung erfolgt so, dass später noch eine Blockrandbebauung erfolgen könnte, in der das Areal entlang der Schlosserstraße mitgenutzt werden könnte – so wie es schon einmal vorgesehen war Mitte der 1980er-Jahre, als die Sparkasse das Areal im Zuge eines städtebaulichen Wettbewerbs überplanen wollte.

Im Gespräch mit der Kirche bleibt die Sparkasse trotzdem weiter. Denn im Gespräch ist, dass die katholische Gemeinde das Erdgeschoss des „Ankers“ nutzt. Im ersten OG sind Gewerbeeinheiten vorgesehen, im Dachgeschoss Wohnungen. Die Sparkasse wird sämtliche Gewerbe- und Wohneinheiten behalten und vermieten; das Geldinstitut selbst will rund 600 Quadratmeter nutzen, weil man im Stammhaus „aus allen Nähten platzt“, so Kistner. Die Mieten sowohl für die Praxis- und Gewerbeflächen als auch Wohnungen werden sich am oberen Rand des für Rastatt üblichen Niveaus bewegen.

Der Zeitplan sieht vor, dass im kommenden Jahr zunächst der „Anker“-Anbau aus den 1970er-Jahren abgerissen wird. Zudem wird die bestehende, über 30 Jahre alte Tiefgarage mit ihren rund 200 Plätzen, deren Ein- und Ausfahrt erhalten bleibt, statisch ertüchtigt. Der Neubau soll Anfang 2022 starten und im September 2023 abgeschlossen sein. Der „Anker“ wäre gegen Ende der Projektphase an der Reihe. Die Sparkasse strebt ein „intensiv abgestimmtes Baustellenmanagement“ an, um die Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs so gering wie möglich zu halten. Kistner zufolge kalkuliert die Sparkasse allein für den Neubau mit Kosten von 13 bis 14 Millionen Euro. Hinzu kommen die Ausgaben für die Ertüchtigung der Tiefgarage und des „Ankers“.

Bau-Bürgermeister Raphael Knoth sprach bei der Präsentation der Pläne von einer „sinnvollen städtebaulichen Weiterentwicklung“ – zugleich von einem „Spannungsfeld“, da man der Gestaltungssatzung und den Maßstäben der barocken Planstadt genügen müsse. Knoth vertrat die Auffassung, dass das künftige „Gesundheitszentrum“ die Innenstadt stärke sowohl mit Blick auf den steigenden Bedarf an Wohnungen als auch auf den Angebotsmix.

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Erstellt:
21. November 2020, 06:30 Uhr
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