Giersteine eignen sich perfekt zum Verstecken

Forbach/Gernsbach/Loffenau (rag/ueb) – Fast 100 Anmeldungen gab es für die Traditionsveranstaltung des Kleintierzuchtvereins C189, die wieder viele Familien nach Bermersbach lockte.

Besuchermagnet: Der Kleintierzuchtverein C 189 lockt wieder viele Familien zu seiner traditionellen Osternestersuche nach Bermersbach. Foto: Raimund Götz

© rag

Besuchermagnet: Der Kleintierzuchtverein C 189 lockt wieder viele Familien zu seiner traditionellen Osternestersuche nach Bermersbach. Foto: Raimund Götz

Bermersbach hat für seine Besucher einiges zu bieten: den Glücksweg, die Mühle, die Heuhüttentäler, das Murgtal-Museum und auch die schöne Landschaft, die zum Wandern einlädt. An Ostern kann der Forbacher Teilort mit einem besonderen Erlebnis aufwarten: Es ist die Osternestersuche des Kleintierzuchtvereins C189.

Musste die beliebte Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 ausfallen und wurden 2021 die „Osternester“ in die Häuser geliefert, konnte am Sonntag das Event in traditioneller Form bei herrlichem Frühlingswetter stattfinden. „Wir wussten nicht, ob durch das Aussetzen der letzten drei Jahre noch eine große Teilnahme zu erwarten war“, meinte Vorsitzender Karl-Heinz Weber. Doch die Sorge der Vereinsleitung war unbegründet.

Erinnerungsfoto mit Henne und Hase

Fast 100 Anmeldungen registrierten die Macher. 61 Mal richtete der Verein dieses kurzweilige Vergnügen schon aus. Organisiert wird der Spaß für die Kinder von der zweiten Vorsitzenden, Hildegard Weber, und ihren Helfern. Das Richten der „Nester“, diesmal waren die Süßigkeiten und ein Spiel in Papiertüten gelegt und mit dem Namen des Finders versehen worden, bedeutet eine Menge Arbeit für die Vereins-Heinzelmännchen.

Kurz vor dem Eintreffen der Kinder werden die Tüten im Gelände um die Giersteine versteckt. Der Platz eignetet sich gut für das Vorhaben. Es gibt viele Stellen, um die Süßigkeiten zu verstecken. Pünktlich um 15 Uhr trafen sich Eltern, Großeltern oder Verwandte in der Dorfmitte, um voller Erwartungen mit dem Musikverein unter der Leitung des Vizedirigenten Heiko Hager durchs Dorf zu den Giersteinen zu wandern. Angeführt wurde der Zug von der Henne (Elvira Fritz) und dem Hasen (Dirk Kasch). Karl-Heinz Weber begrüßte die Gäste aus Nah und Fern und freute sich, dass nach zwei Jahren Stille wieder so viele Freunde den Weg nach Bermersbach gefunden hatten. Er vertröstete diejenigen, die nicht zum Zug gekommen sind, auf das Osterfest im nächsten Jahr.

Weber erwähnte, dass das Ei in der Vergangenheit das Sinnbild der Fruchtbarkeit war. Schon den Ur-Christen legte man ein Ei ins Grab. In der Fastenzeit wurden keine Eier gegessen – und so wurde es nötig, diese wegen der Haltbarkeit zu kochen. Um sie von den ungekochten zu unterscheiden, färbte man die Eier. Dies war der Job des Hasen, den Hennen traute man eine solche Arbeit wohl nicht zu. Auch der Hase ist ein Symbol für neues Leben.

Der Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins dankte allen Helfern für ihr Engagement und den Kindern für die Teilnahme. Nach der Begrüßung gab es für die Kinder kein Halten mehr. Zusammen mit den Erwachsenen und unter den Klängen der Blasmusik machten sie sich auf die Suche nach ihrem „Osternest“. Endlich gefunden, trugen sie die Tüte mit Stolz nach Hause – einige konnten der Versuchung nicht widerstehen und mussten die Süßigkeiten gleich an Ort und Stelle probieren. Viele nutzten die Gelegenheit, um mit Henne und Hase ein Erinnerungsfoto zu machen.

Beschwingt und heimatverbunden

Alles wie immer und doch ganz besonders, hieß es auch in Gernsbach: Was am Ostersonntag im Kurpark stattfand, hat in der Papiermacherstadt lange Tradition. Die diesjährige Eröffnung der Konzertsaison durch die Gernsbacher Stadtkapelle zeichnete sich indes durch eine Besonderheit aus: Sie konnte damit ihre zweijährige Corona-Zwangspause beenden.

Im Mittelpunkt des Interesses: 80 bunt geschmückte Pappkörbchen warten im Gernsbacher Kurpark darauf, von den Kindern gefunden zu werden. Foto: Dagmar Uebel

© ueb

Im Mittelpunkt des Interesses: 80 bunt geschmückte Pappkörbchen warten im Gernsbacher Kurpark darauf, von den Kindern gefunden zu werden. Foto: Dagmar Uebel

Zur Freude der Konzertbesucher in den Sitzreihen vor der Konzertbühne, Musik endlich wieder live zu erleben. Und auch zur Freude der Kapelle und ihrer Dirigentin Petra Tuschla-Hoffmann, endlich wieder öffentlich zusammen musizieren zu können. Doch noch bevor die Aktiven zu den Instrumenten griffen und die Dirigentin zu ihrem Taktstock, standen zwei Mümmelmänner im Mittelpunkt des Interesses. Unter großen Papp-Hasenköpfen versteckt und Leckereien freigiebig verschenkend, waren Michel und Evi schnell sowohl von Kindern als auch Erwachsenen umringt und bald auch der erste Appetit auf Süßes gestillt. Und es dauerte auch nicht lange, bis für die Jüngsten die Gelegenheit gekommen war, auf die Suche nach ihrer Nummer zu gehen. Dabei traf der Inhalt der vorgefundenen 80 bunt geschmückten Pappkörbchen, von den Orchestermitgliedern österlich befüllt, wohl jeden kindlichen Geschmack, wie die glücklichen Gesichter der erfolgreichen Finder zeigten.

Mit ihren ersten beiden Titeln „Gruß an Gernsbach“ und „Murgrauschen“, beide auch schon Tradition, eröffneten die Musiker das Konzert marschmäßig beschwingt und heimatverbunden. Nur wenige Minuten später konnten die Konzertbesucher „Berliner Luft“ schnuppern und bei „Amparito Roca“ spanisches Flair genießen.

Welthits aus Italien

Als es beim Schlager aus den 1930er-Jahren „Just a Gigolo“ „swingig“ wurde, folgten die Zuhörer diesem Rhythmus gerne auch aktiv. Nach einem Potpourri „Welthits aus Italien“ und dem Marsch „Europas Klänge“ war die Zeit gekommen, musikalisch wieder in heimatliche Gefilde zurückzukehren.

Mit der Polka „Rosamunde“, der „Schwarzwaldmarie“ und dem Marsch „Regimentskinder“ verabschiedete sich die Stadtkapelle von ihrem dankbaren Publikum. Doch ihren letzten Titel „Bis bald, auf Wiedersehen“ sahen die Konzertbesucher als Versprechen und die Gernsbacher Stadtkapelle als Ankündigung ihres im Mai geplanten Doppelkonzerts „Kirschendorf trifft Papiermacherstadt“ in der Stadthalle.

725 Ostereier: Osterhase hat sich wohl überschätzt

In Loffenau hatte sich der Osterhase wohl überschätzt. 725 Ostereier wollte er für Loffenauer Kinder im Kurpark verstecken. Am Sonntag war er dann froh, dass der Karatesportverein ASAHI Loffenau diese Aufgabe für ihn übernahm. In einem Brief des Osterhasen, den der zweite Vereinsvorsitzende und Jugendtrainer Thorsten Stickel den Kindern vorlas, gab der Mümmelmann zu, dass das dann doch zu anstrengend gewesen wäre, er gar nicht so viele Eier hätte legen können.

Die Erwachsenen genießen im Loffenauer Kurpark das Bilderbuchwetter bei der Oster-Hockete. Foto: Dagmar Uebel

© ueb

Die Erwachsenen genießen im Loffenauer Kurpark das Bilderbuchwetter bei der Oster-Hockete. Foto: Dagmar Uebel

Im Rahmen des großen Jubiläumsjahres „725 Jahre Loffenau“ hatten die Ortsverantwortlichen alle Vereine an der Ideenfindung beteiligt. Ein ganzes Festjahr 2022 war das Ziel, mit den offiziellen Feierlichkeiten im Sommer als Höhepunkt. Die ansässigen Vereine ergänzten und überboten sich in der Vielfalt ihrer Pläne und Ideen. Und zurecht ist die Vorfreude der Loffenauer Bürger auf Überraschendes groß.

Der Loffenauer Karatesportverein ASAHI Loffenau machte am Ostersonntag aus einem kleinen, süßen Vergnügen für die Loffenauer Kinder eine ganze Oster-Hockete für alle Loffenauer und ihre Gäste. Während die Erwachsenen das Zusammensein rund um den hoch aufsprudelnden Brunnen zum Schwatzen, bei Kaffee, selbst gebackenem Kuchen, Getränken vielerlei Art und auch zum Sonnen genossen, wussten sie die Jüngsten gut aufgehoben. Denn die Kinder und Teenager bis 14 Jahre waren gut damit beschäftigt, um an ihre versprochenen Osterüberraschungen zu kommen.

Dafür hatten sich die ASAHI-Mitglieder etwas ganz Besonderes ausgedacht. Denn nicht umsonst tragen Loffenauer den Zusatz „Klemmerle“. Statt zerbrechlicher Schokoladen-Osterhasen und Schokoeier hatten die Vereinsmitglieder im Gras, zwischen Blumen, hinter Büschen, auf Hecken 725 bunte Wäscheklammern versteckt, sogar an blühenden Baumästen festgezwackt.

Beginnend um 14 Uhr gaben die Vereinsmitglieder im Stundentakt das Startsignal zur Suche. Wer dann seine gefundenen „Klemmerle“, maximal vier pro Kind, am blauen Eier-Pavillon abliefern konnte, bekam glückstrahlende Augen – wurde er oder sie doch mit süßen Oster-Leckereien belohnt. Beginn des letzten Starts für die Eier-, besser „Klemmerle“-Suche, war für die Kinder um 17 Uhr. Doch das bedeutete für die Erwachsenen und Familien noch längst kein Ende. Sie genossen das Zusammensein noch deutlich länger – eine gelungene Loffenauer Hockete eben.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.