Glatte Niederlage für Bühler Volleyballer

Bühl (win) – Die Bühler Bundesliga-Volleyballer präsentierten sich gegen Herrsching ohne Schwung – und am Ende gar ohne Satzgewinn.

Vor allem im zweiten Satz auf der Höhe: Der Bühler Angriff um Youngster Simon Gallas (rechts). Foto: Frank Seiter

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Vor allem im zweiten Satz auf der Höhe: Der Bühler Angriff um Youngster Simon Gallas (rechts). Foto: Frank Seiter

Dass es an diesem Samstagabend mit dem heiß ersehnten und – mit Blick auf die Playoffs – so dringend nötigen Sieg gegen Herrsching nichts werden würde, zeichnete sich schon ab, noch ehe der erste Aufschlag übers Netz geflogen kam. Die obligatorische Mannschaftsvorstellung vor dem Spiel wirkte bei den Bühler Bundesliga-Volleyballern eher wie eine lästige Pflichtübung, wie ein Abklatsch von dem, was Teams normalerweise tun, um sich für das Spiel zu pushen.

Am Ende, nachdem seine Mannschaft mit 0:3 (14:25, 24:26, 21:25) gegen deutlich besser motivierte Herrschinger verloren hatte, räumte Bühls Libero Florian Ringseis ein, dass derzeit der Schwung fehle. Ganz besonders gilt diese Einschätzung für die österreichischen Spieler, die über den Jahreswechsel auch noch mit ihrer Nationalmannschaft im Einsatz waren. „Wir hatten keine Weihnachtspause, keinen Tag, an dem wir abschalten konnte.“ Um so mehr freue er sich jetzt auf drei trainingsfreie Tage bis Dienstag, die er nutzen wolle, um Verwandte zu besuchen. Und da gebe es ja auch noch den Super Bowl. Die Müdigkeit in seinen Augen war Spiegelbild einer Leistung, die die Volleyball Bisons Bühl vor allem im ersten Satz abgeliefert hatten.

Bühls Annahme völlig von der Rolle

Herrsching ging mit dem Aufschlag sofort hohes Risiko und wurde belohnt. Bühls Annahme zeigte sich völlig von der Rolle, leistete sich reichlich Fehler und ließ insbesondere die gewohnte Präzision vermissen. „Das war für unser Spiel tödlich“, versuchte Ringseis sich erst gar nicht in Ausreden zu flüchten. Ohne gute Annahme laufen die Angriffe über die Mitte nicht, und dass Bühl derzeit Probleme im Außenangriff hat, das hat sich in der Szene natürlich herumgesprochen. Dabei hatte Trainer Alejandro Kolevich versucht, an dieser Stellschraube zu drehen und beispielsweise Nachwuchsmann Simon Gallas von Beginn an auf die Diagonale gestellt. Auch sollte auf Außen weniger mit Wucht und mehr mit taktischen Schlägen gearbeitet werden.

Tatsächlich zeigten sich die Außenangreifer spürbar verbessert, dafür ging diesmal aber über die Mitte so gut wie nichts. Schwach war auch der Bühler Block, was in erster Linie an der erschreckenden Harmlosigkeit der Bühler Aufschläge lag. Wobei auch noch mehr als die Hälfte auf Herrschings Libero Ferdinand Tille gespielt wurden, dem nominell besten Annahmespieler seiner Mannschaft. Zum Vergleich: nur neun von 60 Herrschinger Aufschlägen kamen auf Ringseis. Letztlich gelang den Bisons kein einziger Aufschlagpunkt und kaum ein Wirkungstreffer.

Vermeidbare Fehler am Satzende

Umso erstaunlicher war, dass der zweite Satz trotzdem ausgeglichen gestaltet werden konnte. Bühls Annahme stabilisierte sich, Herrsching wurde nachlässiger im Angriff. Vor allem Gallas und Stöhr steigerten sich auf Bühler Seite, und auch bei Kronthaler schien die Spielfreude zurückzukehren. Doch zwei vermeidbare Fehler am Satzende machten alles zunichte.

„Schade, dass wir diesen Satz nicht gewinnen konnten“, trauerte Kolevich der vertanen Chance nach, wohl wissend, wie gut der Mannschaft ein Satzgewinn getan hätte. Letztlich waren Kolevich aber einmal mehr die Hände gebunden, der dünne Kader macht taktische Manöver fast unmöglich. So lebt Bühl derzeit vor allem von der Hoffnung, dass Tomas Lopez so schnell wie möglich zurückkehren wird. „Er fehlt uns an allen Ecken und Ende, auch im Training“, hofft nicht nur Ringseis auf das Comeback des Argentiniers, das möglichst schon am 17. Februar, wenn in Giesen die nächste Partie auf dem Programm steht, klappen sollte. „Das Spiel in Giesen wird sehr, sehr wichtig“, weiß natürlich auch Kolevich, dass das Spiel beim Tabellenachten so etwas wie das Finale im Kampf um die Playoffs sein wird.

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Erstellt:
8. Februar 2021, 07:30 Uhr
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