„Goldener Löwe“ soll Biergarten bekommen

Baden-Baden (hez) – Der Bauausschuss der Stadt Baden-Baden will den „Goldenen Löwen“ in Lichtental schnell sanieren. Die Gaststätte soll auch einen Biergarten erhalten.

Argument bei Pächtersuche: Vor dem Haupteingang zur Gaststätte „Goldener Löwe“ soll Platz für eine Außengastronomie geschaffen werden. Foto: Henning Zorn

Argument bei Pächtersuche: Vor dem Haupteingang zur Gaststätte „Goldener Löwe“ soll Platz für eine Außengastronomie geschaffen werden. Foto: Henning Zorn

Einig zeigt sich der gemeinderätliche Bauausschuss, eine der traditionsreichsten städtischen Gaststätten Baden-Badens – der „Goldene Löwe“ am Lichtentaler Brahmsplatz – zu erhalten und für rund 670.000 Euro möglichst schnell zu sanieren. Dabei soll das Lokal auch eine größere Außengastronomie erhalten. Nachdem die bisherige Pächterfamilie aufhört, bestehe vonseiten der Bevölkerung und der örtlichen Vereine der dringende Wunsch, dieses Gastronomieangebot mit traditioneller Küche zu bewahren, stellt die Verwaltung fest. Sie verweist auf die Bedeutung der Gaststätte für Vereinstreffen und Familienfeiern sowie für das gastronomische Angebot des Löwensaals.

Untersuchungen ergaben, dass in der Gaststätte ein erheblicher Sanierungsstau besteht. Darüber berichtete Siegfried Schmich, Leiter des Fachgebiets Gebäudemanagement, im Bauausschuss. So muss zum Beispiel die Küche, die bei manchen Veranstaltungen auch der Versorgung der Besucher im Löwensaal dient, komplett saniert werden. Dies betrifft unter anderem Elektroinstallationen, Lüftung und Abwasserkanalisation. Der bisherige Charakter der Innenausstattung soll erhalten bleiben.

Suche nach Pächter soll bald starten

Die Finanzierung erfolgt aus bereits genehmigten Haushaltsresten aus dem Jahr 2021, hauptsächlich aus dem investiven Bereich. Da sind bei etlichen Projekten noch Gelder vorhanden, die man nun zusammenkratzen will. Erhofft werden auch Fördermittel von 225.000 Euro aus dem Leader-Programm. Wenn auch der Gemeinderat am 28. März der Sanierung zustimmt, soll sofort mit der Suche nach einem neuen Pächter begonnen werden.

Für die Sanierungsarbeiten setzt die Verwaltung einen Zeitraum von acht bis zehn Monaten an. Schmich wies in diesem Zusammenhang auf Unwägbarkeiten hin, denn man wisse nicht, wie schnell die Handwerker coronabedingt und aufgrund von Materialmangel vorankommen können. Hansjürgen Schnurr (CDU) zeigte sich etwas erstaunt, dass die Stadt erst jetzt mit der Sanierungsplanung beginnt, da die Pächter doch schon im vergangenen Herbst ihr Ausscheiden angekündigt hätten. Schmich erklärte, dass man den Sanierungsbedarf nicht früher habe ermitteln können, denn „im laufenden Betrieb kann man nicht so weit hinter die Kulissen schauen“.

Vorschlag: Außengastronomie vor dem Lokal

Diskutiert wurde in der Sitzung auch über den Antrag von Stadtrat Werner Schmoll (SPD), durch eine wesentliche Erweiterung der Terrasse vor dem Haupteingang künftig die Voraussetzungen für eine angemessene Außengastronomie zu schaffen. Nur so könne das Lokal konkurrenzfähig sein. Dazu sei es nötig, so Schmoll, die derzeit noch vorhandenen beiden Stellplätze vor dem Eingangsbereich zu entfernen. Wenn man einen großen Biergarten anbieten könne, dann sei das auch „ein Riesenvorteil bei der Pächtersuche“. Bedenken, es könne verkehrsbedingt vielleicht etwas laut sein auf dem Platz vor der Gaststätte, teilte Schmoll nicht: In anderen Ländern gebe es auch viele Straßencafés direkt neben dem lärmenden Verkehr.

Im Bauausschuss wurde die Schaffung einer umfassenden Außengastronomie recht einhellig begrüßt. Auch die Verwaltung, so betonte Bürgermeister Alexander Uhlig, habe dies in ihre Überlegungen aufgenommen. Ein Biergarten für die Gaststätte solle Bestandteil der Planungen für das Sanierungsgebiet Lichtental sein.

Ihr Autor

BT-Mitarbeiter Henning Zorn

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Erstellt:
19. März 2022, 10:50 Uhr
Lesedauer:
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