Gottesdienst mit Tiersegnung in Moosbronn

Gaggenau (ueb) – Beim Familiengottesdienst im Pfarrgarten der Moosbronner Wallfahrtskirche Maria Hilf wurden nicht nur die Menschen, sondern auch die Vierbeiner mit des Pfarrers Segen bedacht.

Egal, ob kriechend, schwimmend, krabbelnd, fliegend, zwei- oder mehrbeinig: In Pfarrer Friedbert Bösers Gottesdienst sind alle Geschöpfe willkommen. Foto: Dagmar Uebel

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Egal, ob kriechend, schwimmend, krabbelnd, fliegend, zwei- oder mehrbeinig: In Pfarrer Friedbert Bösers Gottesdienst sind alle Geschöpfe willkommen. Foto: Dagmar Uebel

Hundegebell, Schafsgemecker und Eselsrufe hätten die Besucher eines „normalen“ Gottesdiensts als unpassend empfunden. Doch anders während des sonntäglichen Familiengottesdiensts im Moosbronner Pfarrgarten der katholischen Wallfahrtskirche Maria Hilf. Bei den zahlreich auf den Bänken Platz gefundenen Gläubigen sorgte es allenthalben für verständnisvolles Schmunzeln.

Und auch Pfarrer Friedbert Böser ließ sich durch derlei tierische Laute nicht aus seinem Predigttext bringen. Im Gegenteil, dieses erstmalige Experiment, mitgebrachte Haustiere und auch Nutztiere durch den Pfarrer segnen zu lassen, sollte wiederholt werden, stellte Pastoralreferentin Sonja Greipel in Aussicht

„Einen lebendigen Gottesdienst erleben wir heute“, begann der Pfarrer die christliche Veranstaltung, bei der alle Tiere jeglicher Art im thematischen Fokus standen. Was hätte da passender sein können, als neben mitgebrachten Hunden, Katzen und Vögeln auch Eseln, Schafen und Tauben einen eingezäunten Platz im Moosbronner Pfarrgarten zu bieten. Ob in der Bibel erwähnt oder nicht, allen Tieren unserer Erde, so mahnten der Pfarrer in seiner Predigt, die Pastoralreferentin in der Kyrie und auch die Kinder in ihren Fürbitten, solle verantwortungs- und respektvoll begegnet, Leid möglichst vermieden werden.

Band setzt musikalischen Akzent

Mit Gebeten, gemeinsam gesungenen Liedern und der Verteilung der Sakramente entsprach der Gottesdienst, obwohl eine Open-Air-Veranstaltung, allen vertrauten Ritualen der katholischen Kirche. Dabei wünschte der Pfarrer den Christen, alle Lebewesen – ob kriechend, schwimmend, krabbelnd, fliegend, zwei- oder mehrbeinig – als Wunder des Lebens zu erkennen und ihr Staunen über jegliche Existenzform nicht zu verlernen.

Ein sichtbares Zeichen für seine Wertschätzung war Bösers Segnungsgang durch die Reihen der Zuschauer. Dabei galt sein verspritztes Weihwasser Erwachsenen und Kindern, mitgeführten Hunden und Katzen, Tauben, Hühnern, Schafen und Eseln.

Einen besonderen musikalischen Akzent erhielt der Familiengottesdienst durch die sechsköpfige Band aus Kindern und Jugendlichen. Von Pastoralreferent Marius Krettenauer extra für diesen Anlass zusammengestellt, setzten die vier Musikerinnen und zwei Musiker mit ihren feierlichen Liedern der Veranstaltung mehr als nur ein schmückendes Krönchen auf.

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Erstellt:
12. Juli 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 59sec

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