Gottschalk kassiert in Niederbühler Supermarkt

Von Frank Vetter

Rastatt (fuv) – Die Show-Legende Thomas Gottschalk hat am Donnerstag an der Kasse des Niederbühler Netto-Markts gearbeitet. Damit unterstützt der Wahl-Badener-Badener eine wohltätige Aktion.

Gottschalk kassiert in Niederbühler Supermarkt

Mal freundlich, mal frech – typisch Gottschalk eben. Der Entertainer an der Kasse plaudert mit Kunden ebenso wie mit Verkaufsartikeln. Foto: Frank Vetter/BT

„7407, das sind Weltmeisterbrötchen“, sagt Gottschalk, während er die vier Ziffern in die Tastatur einer Supermarkt-Registrierkasse eintippt. Die steht im Niederbühl im Netto-Markt, und der legendäre Showmaster sitzt tatsächlich hinter einer Plexiglasscheibe und mimt den Kassierer. Alles für einen guten Zweck.

Auch den nächsten Artikel, ebenfalls eine Backware, muss Gottschalk per Hand eintippen. Sichtlich konzentriert geht der mittlerweile 70-Jährige seine Aufgabe an, spricht mit den Artikeln, die auf dem Förderband auf ihn zukommen, findet freundliche, manchmal auch schon freche Worte für die Kunden. Gottschalk eben.

Aktion soll Kinder unterstützen

Wichtig die Frage, ob der Kunde oder die Kundin denn den Preis aufrunden wolle. Denn darum geht es am gestrigen Nachmittag im Meerrettichdorf: Die Kunden des Discounters unterstützen soziale Projekte mit ihren kleinen Spenden. Entweder sie verzichten auf einige Groschen am Pfandautomaten, oder aber sie runden die Gesamtsumme ihres Einkaufs bis zum nächsten Zehn- Cent-Betrag auf; beispielsweise von 12,91 auf 13 Euro. Noch bis morgen fließen die Spenden an die unabhängige Spendenbewegung „Deutschland rundet auf“, die sich gegen Kinderarmut engagiert. Seit 2012 hat die Organisation nach eigenen Angaben über zehn Millionen Euro für längerfristige Projekte gesammelt, die 91.000 Kindern zugutekamen.

Entertainer Gottschalk, seit einiger Zeit Wahl-Baden-Badener, lässt über den Discounter seit Kurzem unter der Marke „Easy Wines“ Wein vertreiben; das Etikett ziert das bekannte Profil des Fernsehstars. So kam die Verbindung zustande, erläutert Netto-Unternehmenssprecherin Christina Stylianou. „Als netto mich fragte, ob ich das Spendenkonzept unterstützen möchte, habe ich nicht zwei Mal überlegt – ein tolles Projekt, für das ich mich gerne einsetze. Mit meinem Kasseneinsatz möchte ich zeigen, dass schon kleine Geldbeträge einen großen Unterschied für bedürftige Kinder bewirken“, wird Gottschalk in einer Pressemitteilung von Netto zitiert.

„Mr. Wetten, dass..?“ spricht fast unablässig mit sich selbst

Mit „Mr. Wetten, dass..?“ zu sprechen, war für Medienvertreter gestern nicht ganz einfach, der Mann nahm seine Aufgabe ernst. Und sprach eigentlich unablässig vor sich hin. „Apfelessig – macht mich wahnsinnig“, stellt er fest und fragt die Kundin, was sie damit anstelle. Biospaghetti findet er nicht so spannend, Bio-Rotkohl stößt hingegen auf seine Zustimmung. „Ham sie ‚ne Deutschlandkarte?“, so eine der klassischen Supermarktkassiererinnenfrage. „Das ist das schlimmste“, stöhnt Thomas Gottschalk und signiert schnell noch eine Flasche „seines“ Rotweins.

Ob sie denn ein Foto mit dem Handy machen dürfte, fragt eine Kundin höflich. Selbstverständlich, und schon strahlt der Strahlemann. Sie habe nicht gewusst, dass Thomas Gottschalk heute an der Kasse sitzt, bekennt die Niederbühlerin. Angesichts der Medienvertreter, die das Foyer des Markts bevölkern, findet sie den Aufwand etwas groß, freut sich dann aber doch über das Foto. Gezielt aus Gernsbach angereist sind Jasmin und Vanessa Jakob. „Ich bin schon immer Fan und schaue alles an mit Thomas Gottschalk“, erzählt Jasmin. Um Schwester Vanessa war es bei der Haribo-Werbekampagne, deren Gesicht Gottschalk viele Jahre war, geschehen. Sie waren schon etwas aufgeregt, als sie so vor dem Star standen, bekennen sie.

Eine Journalistenfrage beantwortete Thomas Gottschalk dann doch noch: Ob er das schon öfter gemacht habe an der Kasse, möchte ein Kollege wissen. „Das mache ich täglich, aber auf der anderen Seite“, antwortet er und zieht den nächsten Artikel über den Scanner.