„Gravierende Schäden“ an Murgbrücke

Gaggenau (tom) – Mit der bevorstehenden Sanierung der Konrad-Adenauer-Brücke befindet der Gemeinderat über ein Millionenprojekt.

Die Konrad-Adenauer-Brücke ist eine der wichtigsten Verbindungen über die Murg. Foto: Lukas Gangl

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Die Konrad-Adenauer-Brücke ist eine der wichtigsten Verbindungen über die Murg. Foto: Lukas Gangl

Seit 1964 spannt sich die Konrad-Adenauer-Brücke in der Innenstadt über die Murg. Nach dieser langen Zeit ist eine grundlegende Sanierung erforderlich. Es besteht sogar Dringlichkeit, argumentiert die Stadtverwaltung im Vorfeld der Gemeinderatssitzung. Am Montag, 26. April, soll das Gremium deshalb den Oberbürgermeister zur Vergabe der Arbeiten ermächtigen und einen Vorgriff auf den Haushalt 2022 erlauben. Schließlich soll bereits im Juni begonnen werden; für Ende September wird der Abschluss der Arbeiten avisiert. Baukosten von gut 820.000 Euro sowie rund 150.000 Euro Ingenieurhonorar summieren sich auf eine knappe Million Euro. Die Hälfte davon kann durch einen Landeszuschuss gedeckt werden.

Das Bauwerk gilt als dringender Sanierungsfall. Foto: Lukas Gangl

Das Bauwerk gilt als dringender Sanierungsfall. Foto: Lukas Gangl

Im Zuge der Stadtkernsanierung war die Brücke 1983 umgebaut und saniert worden. Seither hat sich der Zustand auch des Belags sichtlich verschlechtert. Eine Brückenhauptprüfung 2017 durch das Büro Hampf Consult (Offenburg) ergab, dass sich das Bauwerk in einem ungenügenden Zustand befindet. Es wurde daher für Lkw über 30 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt. Als besonders gravierend gelten die Schäden in mehreren Bereichen, darunter Endquerträger, und Widerlager, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Maximal 40 Tonnen

Nach der Instandsetzung sollen Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit für „mindestens die nächsten 25 bis 35 Jahre“ gewährleistet sein. Die Brücke wird dann für Lkw mit maximal 40 Tonnen Gesamtgewicht ausgelegt sein.

Im 19. Jahrhundert führte in Gaggenau nur eine einfache Holzbrücke über die Murg. Diese wurde bei Hochwasser immer wieder stark beschädigt. 1923 – also ein Jahr nach Erhebung von Gaggenau zur Stadt – war die Holzbrücke insbesondere wegen der zunehmenden Nutzung durch Lastwagen zu klein und zu schwach geworden. Es erfolgte in der Ära von Bürgermeister August Schneider der Bau einer Eisenbetonbrücke, der Merkurbrücke. Anfang der 1960er-Jahre war auch diese zu schmal. Sie wurde daher durch die heutige Spannbetonbrücke ersetzt. 1967 erhielt sie ebenso wie die anschließende bisherige Merkurstraße im Andenken an den ersten deutschen Bundeskanzler den Namen Konrad-Adenauer-Brücke.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
21. April 2021, 22:00 Uhr
Lesedauer:
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