Gregor Meyle im BT-Interview

Ötigheim (km) – Gregor Meyle ist auch kulinarisch kreativ – am 18. August ist der Künstler auf der Freilichtbühne in Ötigheim zu erleben.

Gregor Meyle bastelt derzeit an seinem neuen Album – aber auch für Genießer hat der Künstler einiges zu bieten. Foto: Ralf Schoenenberg/fine-art-pics

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Gregor Meyle bastelt derzeit an seinem neuen Album – aber auch für Genießer hat der Künstler einiges zu bieten. Foto: Ralf Schoenenberg/fine-art-pics

Jagsthausen – ein Dorf mit einer alten Freilichtbühne ist sein Zuhause, auf der größten Freilichtbühne des Landes, in Ötigheim, ist er am 18. August live zu erleben – der Singer/Songwriter Gregor Meyle. Dem breiten Publikum bekannt ist der Musiker aus TV-Formaten wie „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ oder „Meylensteine“, aber auch Weinliebhaber sind seinem Namen womöglich schon begegnet. Denn der kulinarisch bewanderte Hobbykoch, der bereits drei Koch-Songbücher veröffentlichte, hat sich während des Lockdowns mit edlen Tropfen beschäftigt und eine Assemblage unter seinem Namen mitkreiert. Wie sich Kulinarik mit Musik vereinen lässt, wie groß die Vorfreude auf die anstehende Tour ist, und, was das neue Album verspricht, an dem der Künstler gerade fleißig werkelt, hat Kathrin Maurer im Gespräch mit Gregor Meyle erfahren.

BT: Herr Meyle, endlich geht es nach einer langen Bühnen-Durststrecke wieder los – wie groß ist Ihre Vorfreude?
Gregor Meyle: Wir freuen uns riesig auf jedes einzelne Konzert. Das ist so toll, wie begeistert die Leute sind, wie beseelt sie nach dem Konzert nach Hause gehen. Wir merken, wie intensiv das alles ist. Da geht es nicht nur um reine Unterhaltung, oder, dass man mal raus will aus dem Alltag. Wir spüren, dass die Leute so ein Konzert als etwas Besonderes und Exklusives sehen. Sie sind dankbar, dass eben dieses Konzert stattfinden kann. Jedes Konzert ist in einer Situation, in der wir nicht genau wissen, wie es weitergeht, ein tolles Konzert, und hat eine gewisse Alleinstellung, weil wir nicht wissen, wann und ob es wieder stattfinden kann. Die Menschen sind auch bereit, etwas mehr Eintritt zu bezahlen, wegen der Corona-Maßnahmen. Das ist alles wahnsinnig aufwendig. Und sie sind alle getestet oder geimpft.

Musiker hat eine eigene Weinlinie kreiert

BT: Sie haben die Pandemie nicht nur musikalisch kreativ genutzt, sondern haben sich zusätzlich in eine neue Richtung orientiert: Sie sind unter die Winzer gegangen. Wie kam es dazu?
Meyle: Ich bin natürlich kein Winzer, auch wenn ich das gerne wäre. Dazu fehlt mir die Zeit. Aber ich bin mit vielen befreundet, hauptsächlich aus der Pfalz und Süddeutschland. Wir haben eine eigene Weinlinie und stellen aus vorhandenen Weinen, Grundweinen, die schon fertig sind, eigene Weine zusammen. Das heißt, wir machen eine Assemblage, so nennt man das. Ein Cuvée ist aus verschiedenen Rebsorten zusammen gestellt, und wir machen das mit bereits vorhandenen Weinen. So kreieren wir unseren eigenen Wein. Das macht einen Heidenspaß. Das wollte ich schon immer machen und ich bin echt froh, dass es so gut läuft. Einige Restaurants bieten ihn jetzt schon an und das ist toll.

BT: Genuss und Kulinarik sind als Themenfelder nicht ganz neu für Sie, Sie haben bereits drei Koch-Songbücher auf den Markt gebracht. Wäre das möglicherweise sogar eine Alternative gewesen zur musikalischen Karriere – ein Beruf, der mit Kulinarik und Genuss zu tun hat oder womöglich sogar ein eigenes Restaurant?
Meyle: Ich glaube, Koch zu sein, wäre bei mir schon an der Logistik gescheitert. Ein Koch muss sehr strukturiert sein. Ich bin zu unordentlich dafür. Ich könnte das natürlich lernen, aber ich bin halt Hobbykoch, da brauche ich das nicht so sehr. Ich könnte bestimmt auch in einem Restaurant arbeiten, aber müsste dafür noch ganz schön viel lernen. Der Blick in die Gastronomie ist immer romantischer als die Realität. Ich habe viele Freunde in der Gastro. Das ist ein harter Job und wir können einfach froh sein, wenn wir da was Tolles, Leckeres bekommen. Es wäre eine schöne Alternative, aber, wie gesagt, dann müsste ich das lernen. Als Musiker komme ich natürlich viel rum und bin viel in Gastronomien unterwegs. Deshalb freue ich mich sehr, wenn ich sehe, dass dahinter Liebe steckt und die Menschen einem etwas Tolles kredenzen wollen.

BT: Sie arbeiten derzeit außerdem an einem neuen Album – worauf können sich Gregor-Meyle-Fans oder Neuentdecker Ihrer Musik freuen? 100 Prozent Meyle oder haben Sie sich im Lockdown wie so viele etwas neu erfunden?
Meyle: Nein, ich habe mich nicht neu erfunden. Wenn man die Alben hintereinanderlegt, haben die in sich so einen roten Faden, der sich durchzieht, aber wir sind mit so vielen verschiedenen Musikrichtungen unterwegs, dass man das nie in eine Schublade stecken kann. Wir probieren Sachen aus und machen Sachen, die wir vorher vielleicht noch nicht so gemacht haben, aber es wird viele Songs auf dem neuen Album geben, in denen der rote Faden einfach weitergeht. Ich freue mich darauf. Wichtig für mich sind die Verarbeitung, die Geschichten und eine gewisse Reife. Es ist jetzt das siebte Studioalbum und ich bin total happy, dass wir jetzt daran arbeiten, weil wir damit auch Sachen verarbeiten können. Musikalisch sind wir in aller Herren Länder unterwegs, sag ich mal.

Meyles Heimat ist nicht weit von Ötigheim

BT: Am 18. August treten Sie auf Deutschlands größter Freilichtbühne in Ötigheim auf – ist das eine besondere Kulisse für Sie?
Meyle: Ich komme ja selbst aus einem Dorf mit einer alten Freilichtbühne, aus Jagsthausen, auf der man in den 50er Jahren schon Götz von Berlichingen gespielt hat und das ist nicht weit weg von Ötigheim. Die Größe ist aber eigentlich gar nicht so wild. Hauptsache, wir passen da alle drauf. Ich bin mal gespannt, wie viele Leute da sind und wie wir ankommen. Für uns sind Freilichtbühnen immer toll und Open-Airs generell. Ich freue mich sehr darauf, eine neue Location kennenzulernen. Wir haben noch nie in Ötigheim gespielt, tatsächlich ist es aber nur 20 Minuten von meiner Heimat entfernt. Vielleicht sehe ich dort auch Leute aus meiner Gegend.

Open-Airs sicherer als Zug, Flugzeug oder Taxi

BT: Gibt es sonst Projekte in Ihrer Pipeline, flimmert Gregor Meyle bald wieder mit TV-Formaten wie „Meylensteine“ über die Bildschirme?
Meyle: Wir sind ständig irgendwie am Basteln. Es gibt immer verschiedene Projekte. Jetzt ist aber erst mal das neue Album wichtig, Konzerte sind wichtig und dann sehen wir mal, was nächstes Jahr so passiert. Ich bin auch gespannt, was sich im TV so alles ergibt. Wir haben nichts Festes in der Pipeline. Aber ich hoffe und denke auch, dass wir wieder mal was Schönes machen. Jetzt konzentrieren wir uns erst einmal auf die Konzerte. So, wie es jetzt läuft, ist doch ein gutes Beispiel dafür, dass draußen bei Open-Airs nichts passieren kann. Klar ist das ein logistischer Aufwand. Aber dafür ist es bei uns sicherer als im Zug oder im Flugzeug oder im Taxi.


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