Schach: Grenke AG bleibt OSG-Sponsor

Baden-Baden (ket) - Entgegen anderslautender Gerüchte bleibt die Grenke AG dem Schachsport und der OSG Baden-Baden als Sponsor verbunden.

Alles in bester Ordnung: Entgegen anderslautender Gerüchte bleibt die Grenke AG dem Schach und der OSG Baden-Baden als Sponsor verbunden. Foto: Felix König/dpa

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Alles in bester Ordnung: Entgegen anderslautender Gerüchte bleibt die Grenke AG dem Schach und der OSG Baden-Baden als Sponsor verbunden. Foto: Felix König/dpa

Patrick Bittner war nicht wirklich überrascht als die Gerüchte sich breit machten, eher hatte er mit ihnen gerechnet. Die Ooser Schachgesellschaft Baden-Baden und die Grenke AG sind schließlich seit nunmehr rund 20 Jahren (eng) miteinander verbunden. Die Geschichte, die sie gemeinsam geschrieben haben, sucht ihresgleichen und trägt fast schon märchenhafte Züge, schließlich ist es die Geschichte, wie aus einem eher mittelmäßigen Schach-Landesligisten dank der finanziellen Unterstützung eines gleichsam potenten wie klugen Sponsors der beste Schachklub der Welt wurde, für den die größten Großmeister ans Brett gehen.

Soll heißen: Grenke, Schach und die OSG, das gehört längst zusammen, mindestens wie Topf und Deckel. Da bleibt es dann auch nicht aus, dass wenn der eine Partner unruhige Zeiten zu durchleben hat, auch nach dem Zustand des anderen gefragt wird und wie es denn überhaupt so ausschaut mit und in der Partnerschaft. Genau das ist nun passiert.

Keinerlei Anzeichen für Trennung

Die Grenke AG hat in der jüngsten Vergangenheit schließlich nicht nur positive Schlagzeilen geschrieben, die Details sind eher etwas für den Wirtschaftsteil. Durchaus interessant für den Sportteil sind indes die beiden Personalien, die von Grenke zuletzt bekannt gegeben wurden: Zum einen schied Wolfgang Grenke, der Firmengründer, aus dem Aufsichtsrat der AG aus. Zum anderen wurde der Vertrag von Sven Noppes als Vorstand Marktfolge der Grenke Bank nicht verlängert. Bereits im Dezember läuft er aus.

Indes: Beide, Grenke wie Noppes, sind auch bei der OSG spielbestimmende Figuren. Der eine als Begründer des Sponsorings überhaupt sowie Grandseigneur im Hintergrund, der andere als Teamchef, unter dem sich die großen Erfolge einstellten. Seit Noppes diese Position im Jahr 2005 übernommen hat, gewannen die Ooser Männer 14 Mal die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Wenn die OSG, wie bisweilen behauptet, der FC Bayern München des Schachs ist, ist Noppes nicht weniger als dessen Uli Hoeneß.

Bei einer solchen Konstellation tauchen Fragen von ganz alleine auf, auch Gerüchte schießen schnell ins Kraut. Bisweilen mischt sich beides durcheinander und aus Fragen wie „Was bedeutet das Aus der beiden Granden bei Grenke für die OSG?“ werden Gerüchte wie „Grenke zieht sich als Schach-Sponsor zurück“, gerade in den sozialen Medien geht das bisweilen schnell.

Patrick Bittner hat das, wie gesagt, nicht weiter überrascht, schließlich steckt er tief in der Materie drin. Zum einen ist er seit fünf Jahren erster Vorsitzender der OSG, zum anderen bei der Grenke AG als Teamleiter Accounting angestellt. Wenn Bittner zum Thema OSG und Grenke etwas sagt, ist es also kein Gerücht, sondern eine Nachricht. Bittners Nachricht lautet: „Die Grenke AG steht bedingungslos zum Schach, zur OSG und zum Sponsoring.“ Und er ergänzt sie schnell durch den Zusatz: „Es gibt keinerlei Anzeichen, dass sich daran etwas ändert. Warum auch?“

Zukunft von Mannschaftskapitän Noppes offen

Schach und die OSG passe schließlich auch heute noch bestens zum Unternehmen. „Das ist ein funktionierendes System“, findet Bittner. Wobei er Wert darauf legt, dass das Wirken der Ooser Schachgesellschaft nicht nur auf ihre beiden Profiteams reduziert wird. „Wir sind nicht nur Bundesliga“, sagt der Vorsitzende – und führt die über 100 Schüler und Jugendliche ins Feld, die bei und für die OSG Schach spielen. „Was das anbelangt, funktionieren wir wie jeder andere Verein“, stellt Bittner fest.

Die Dinge scheinen also prinzipiell geklärt. Die ein oder andere Frage steht dennoch weiterhin im Raum. Jene zum Beispiel, ob Sven Noppes OSG-Mannschaftskapitän bleibt? Oder jene, wie es um die Grenke Open sowie die Grenke Classic bestellt ist, die beiden großen Schachturniere in Baden-Baden und Karlsruhe? Beide Fragen kann Bittner nicht wirklich beantworten, zumindest nicht abschließend. In der Causa Noppes, so sagt er, könne es nicht zuletzt davon abhängen, wohin es den aktuellen Teamchef beruflich verschlägt und ob er überhaupt noch Lust verspüre, nach seinem Grenke-Aus für die OSG aktiv zu sein. Etwas mehr Klarheit diesbezüglich könnte ein für an diesem Mittwoch anberaumtes Gespräch bringen.

Eine Prognose, ob, wie und wann es mit den Turnieren weitergeht, sei wiederum wegen der Pandemie weiterhin unmöglich zu fällen. „Die Zukunft steht coronabedingt in den Sternen“, stellt Bittner fest.

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Erstellt:
12. Juli 2021, 17:51 Uhr
Lesedauer:
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