Grenke bekommt Testat des Prüfers

Baden-Baden (tas/vo) – Grünes Licht für den Jahresabschluss 2020 des IT-Leasingunternehmens – Vorstandschefin Antje Leminsky kommentiert: „Wir haben geliefert.“

Das Okay der Prüfungsgesellschaft KPMG ist für Grenke – hier der Hauptsitz in Baden-Baden – eine gute Nachricht. Foto: Uli Deck/dpa/Archiv

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Das Okay der Prüfungsgesellschaft KPMG ist für Grenke – hier der Hauptsitz in Baden-Baden – eine gute Nachricht. Foto: Uli Deck/dpa/Archiv

Der IT-Leasingspezialist Grenke hat das Okay der Prüfungsgesellschaft KPMG für seinen Jahresabschluss 2020 erhalten. Das gab das börsennotierte Unternehmen gestern Abend in Baden-Baden bekannt. KPMG habe ein „uneingeschränktes Testat für Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020“ gegeben. Die Gesellschaft werde nun den Geschäftsbericht 2020 planmäßig am 21. Mai veröffentlichen.

„Wir haben geliefert. Mit dem uneingeschränkten Testat gewinnen wir Vertrauen zurück“, sagt Grenke-Vorstandschefin Antje Leminsky laut der Mitteilung. „Investoren, Kunden und Mitarbeiter können sich auf Grenke verlassen.“ An den Aktienmärkten sorgte die Nachricht tatsächlich für gute Stimmung. Kurz nach deren Bekanntgabe schnellte die Grenke-Aktie nachbörslich um rund 15 Prozent in die Höhe.

Gegenüber den veröffentlichten vorläufigen Zahlen ergaben sich laut Grenke Veränderungen: Der Konzerngewinn nach Steuern für 2020 erhöhte sich insgesamt um 8,5 Millionen Euro und beträgt nun 88,4 Millionen Euro. „Diese Änderung resultiert aus einer Korrektur der Risikovorsorge im Vorjahr (2019)“, hieß es. Das Unternehmen hatte das Ende April als mögliche Option in den Raum gestellt. „Gemindert wurde dieser Effekt durch die Bildung weiterer Rückstellungen für die Kosten der Jahresabschlussprüfung.“

Der Grenke-Vorstand plant nun, der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2020 eine Dividende von 26 Cent je Aktie vorzuschlagen. 2019 schüttete das Unternehmen noch 80 Cent aus. „Ich bin überzeugt, dass wir kurzfristig wieder zu unserem bisherigen Ausschüttungsniveau zurückkehren können“, kommentiert Grenke-Finanzvorstand Sebastian Hirsch.

Grenke war zuletzt aus dem S-DAX ausgeschlossen worden, weil die 2020er-Bilanz zu spät veröffentlicht wurde. Parallel dazu drohte ein Sanktionsverfahren. Inzwischen liegt die Bilanz vor, sodass bei der nächsten Index-Überprüfung durch die Deutsche Börse die Wiederaufnahme in den Index am 3. Juni möglich ist. Grenke war das erste Unternehmen, das wegen eines verspäteten Konzernabschlusses aus einem DAX-Index ausscheiden musste. Die entsprechende Regelung war Folge des Wirecard-Skandals.

Grenke war im vergangenen Jahr vom britischen Analysehaus Viceroy Research wegen seiner Bilanzierung hart kritisiert worden. Der Leasingfirma wurde unter anderem Bilanzfälschung, Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Grenke hatte sich in der Folge auch mit Sondergutachten dagegen zur Wehr gesetzt.

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Tobias Symanski

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Erstellt:
17. Mai 2021, 19:13 Uhr
Lesedauer:
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