Grenke steckt sich höhere Gewinnziele

Baden-Baden (vo) – Erwartungsgemäß hat die Grenke AG am Mittwoch ihre Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben.

Der neue Vorstandsvorsitzende Michael Bücker sieht ein enormes Potenzial im Geschäftsmodell. Foto: Grenke

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Der neue Vorstandsvorsitzende Michael Bücker sieht ein enormes Potenzial im Geschäftsmodell. Foto: Grenke

Mit ein Grund dafür ist ein einmaliger Ertrag von rund 20 Millionen Euro aus dem Verkauf der Beteiligung am Unternehmen Viafintech. Jetzt erwartet der Vorstand einen Gewinn nach Steuern von 90 bis 100 Millionen Euro (vorher 60 bis 80 Millionen).

Der Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen aus Baden-Baden spürt nach wie vor die Folgen der Corona-Pandemie und hat zuletzt auch unter dem Teilemangel bei Büroausstattungen (IT-Equipment) gelitten. Im dritten Quartal sank der Gewinn daher im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24 Prozent auf 20,1 Millionen Euro. Somit summierte sich der Gewinn in den ersten neun Monaten auf 52,4 Millionen Euro. Im Jahresverlauf ist ein deutlich positiver Trend erkennbar.

Bücker will weitere Bereiche optimieren

Der Vorstandsvorsitzende Michael Bücker (Foto: Grenke), der gestern genau 100 Tage im Amt war, nachdem er im August den Chefposten von Antje Leminsky übernommen hatte, sagte bei der Vorlage der Zahlen: „Unser Geschäftsmodell ist robust und bietet enormes Potenzial. Gleichzeitig erkenne ich aber auch, dass wir Grenke in Kernbereichen optimieren und weiterentwickeln müssen, vor allem durch eine weitere Digitalisierung und Automatisierung sowie bei der Effizienz zentraler kundenbezogener Prozesse“. Zur Analyse und Lösungsentwicklung habe der Vorstand eine Agenda gestartet. Die konkreten Ergebnisse sollen beim ersten Kapitalmarkttag im ersten Halbjahr 2022 präsentiert werden.

Coronabedingt war das Neugeschäft auch im dritten Quartal rückläufig, sodass das Zinsergebnis mit 90,8 Millionen Euro um 8,8 Millionen unter dem des Vorjahres lag. Andererseits sorgte das stabile Zahlungsverhalten der Kunden dafür, dass die Schadensabwicklung und Risikovorsorge von 47,4 auf 37,3 Millionen Euro sank.

Franchisefirmen werden integriert

Das vom Angriff des Shortsellers Fraser Perring im September 2020 hart getroffene Unternehmen sieht sich inzwischen wieder auf einem guten Weg. Bücker betonte, dass man die von den Aufsichtsbehörden geforderten Maßnahmen mit maximaler Transparenz umsetze.

Unter anderem laufen derzeit die Verhandlungen zur Integration der Franchisefirmen in den Grenke-Konzern. Finanzchef Sebastian Hirsch sagte: „Wir haben in den vergangenen Monaten Sicherheit zurückgewonnen, weil wir Veränderungen zügig angegangen sind und weil wir über eine stabile Liquidität verfügen. Unsere Gewinnprognose haben wir nicht nur aufgrund des Veräußerungsgewinns der Viafintech-Beteiligung angehoben. Maßgeblich waren dafür auch die starken Deckungsbeiträge unseres Geschäfts und sich normalisierende Risikokosten, trotz anhaltender gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten.“

Ihr Autor

BT-Mitarbeiter Jürgen Volz

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Erstellt:
11. November 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
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