Grenke will wieder auf Wachstumskurs gehen

Baden-Baden (tas) – Der Leasingspezialist Grenke hat das Testat des Wirtschaftsprüfers für den Abschluss 2020 erhalten. Jetzt will das Unternehmen wieder einen Gang höher schalten.

Die Grenke-Zentrale in Baden-Baden: Das Unternehmen legt seine Quartalszahlen am 31. Mai vor. Foto: Uli Deck/dpa

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Die Grenke-Zentrale in Baden-Baden: Das Unternehmen legt seine Quartalszahlen am 31. Mai vor. Foto: Uli Deck/dpa

Aus den Worten von Antje Leminsky ist eine deutliche Erleichterung herauszuhören. „Wir haben ein ausgesprochen schwieriges Jahr 2020 erfolgreich abgeschlossen“, kommentierte die Vorstandsvorsitzende der Grenke AG am Freitag die nun veröffentlichten endgültigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2020.

„Dem starken Gegenwind aus verschiedenen Richtungen haben wir nicht nur standgehalten – jetzt sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Grenke wieder auf Wachstum schalten kann.“

Der Leasingspezialist aus Baden-Baden wurde in den vergangenen Monaten kräftig durchgeschüttelt. Nachdem der britische Short-Seller Viceroy Research dem IT-Vermieter im vergangenen Jahr unlautere Geschäftspraktiken vorgeworfen und den Kurs der Grenke-Aktie damit auf Talfahrt geschickt hatte, hatte Grenke nicht nur Sonderprüfungen zum eigenen Geschäft in Auftrag gegeben, sondern auch die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2020 verschieben müssen.

Nun hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG den Jahres- und Konzernabschluss von Grenke zum 31. Dezember 2020 uneingeschränkt testiert, was aus Sicht des Managements zu einer Entkräftung der Vorwürfe aus Großbritannien führt. „Mit dem testierten Konzernabschluss sind Substanz und Nachhaltigkeit unseres Geschäfts zweifelsfrei belegt. Uns ist klar, dass wir in einigen Bereichen besser werden können und müssen. Aber wir haben einen Prüfungsmarathon erfolgreich bewältigt und unser Transparenzniveau bereits deutlich erhöht“, teilte Finanzvorstand Sebastian Hirsch mit. „Damit haben wir eine gute Ausgangsbasis, um unsere führende Position als Anbieter für Small-Ticket-Leasing und als Partner für den Mittelstand weltweit auszubauen.“

Grenke hatte im Corona-Jahr 2020 einen Gewinn von 88,4 Millionen Euro (2019: 133,3 Millionen Euro) erwirtschaftet. Die Aktionäre sollen nicht leer ausgehen: Das Unternehmen will 0,26 Cent (Vorjahr: 80 Cent) je Anteilsschein ausschütten.

Für das kommende Geschäftsjahr prognostiziert das Unternehmen ein Ergebnis nach Steuern zwischen 50 und 70 Millionen Euro. Ob das Ziel erreichbar ist, werden die Zahlen für das erste Quartal 2021 zeigen. Grenke will diese am 31. Mai veröffentlichen.

Nachdem die Grenke-Aktie zu Wochenbeginn einen Sprung um rund 20 Prozent nach oben gemacht hatte, verlor das Papier am Freitag bis zum Handelsschluss 2,77 Prozent auf 38,62 Euro.

Ihr Autor

BT-Redakteur Tobias Symanski

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Erstellt:
21. Mai 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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