Grenzüberschreitender Forderungskatalog

Gernsbach (vgk) – Jana Korte und Lisa Gröner von der HLA Gernsbach nehmen an der ersten Pamina-Jugendkonferenz für den Klimaschutz teil und berichten im BT über ihre Eindrücke.

13- bis 30-Jährige erarbeiten bei der ersten Pamina-Jugendkonferenz online in deutsch-französischen Kleingruppen einen gemeinsamen Forderungskatalog für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Foto: Pamina

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13- bis 30-Jährige erarbeiten bei der ersten Pamina-Jugendkonferenz online in deutsch-französischen Kleingruppen einen gemeinsamen Forderungskatalog für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Foto: Pamina

Klimawandel macht vor keiner Grenze halt. Logischerweise macht Klimaschutz dann auch am meisten Sinn, wenn er grenzüberschreitend stattfindet. Unter dem Motto „#paminafürsklima“ organisierte der Europäische Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ), Eurodistrikt Pamina am 14. November die erste Pamina-Jugendkonferenz für den Klimaschutz, die von der Europäischen Union (EU) mitfinanziert wurde. Aufgrund der aktuellen Lage wurde diese komplett digital durchgeführt. „Ein tolles Erlebnis“, sagen die beiden Teilnehmerinnen Jana Korte und Lisa Gröner von der Handelslehranstalt (HLA) Gernsbach.

Pamina beschreibt die drei Haupteinheiten des geografischen Raums: PA (Palatinat du Sud- Südpfalz), MI (Mittlerer Oberrhein) und NA (Nord Alsace – Elsass). An die 34 Schüler aus Baden, Südpfalz und dem Elsass trafen sich an zwei Tagen von Freitag bis Samstag in einem Chatroom, um gemeinsam über Zukunftsfragen zu diskutieren und Forderungen aufzustellen. Dabei wurden sie von erfahrenen Coaches begleitet – und konnten so richtig in die Welt der Medien abtauchen, „wie sonst nirgendwo“.

Zudem passen Klimaschutz und Nachhaltigkeit in das Schulprofil, wie im Rahmen eines Videotermins HLA-Lehrer Martin Strauß ausführte. Wie berichtet, wurden aufgrund eines positiven Corona-Testergebnisses an der Schule sechs HLA-Klassen in Quarantäne geschickt.

Der gemeinsamen Einführungsrunde zur Pamina-Jugendkonferenz folgte die Aufteilung der 13- bis 30-Jährigen in deutsch-französische Kleingruppen. Der Meinungsaustausch fand für alle Teilnehmenden in der jeweiligen Landessprache statt.

Simultan-Dolmetscher begleiten Workshops

Um Verständigungsschwierigkeiten vorzubeugen, begleiteten Simultan-Dolmetscher die Workshops. Zudem konnte sich jeder Mitmachende in die Protokollgestaltung auch schriftlich für alle gleichzeitig sichtbar (Cryptpad) von seinem Computer aus einklinken. Die aufgestellten Forderungen wurden anschließend den anderen Gruppen vorgestellt.

Drei Themenfelder standen zur Auswahl: „Mobilität“, „Landwirtschaft und Ernährung“ sowie „Wohnen und Lifestyle“. Die beiden Schülerinnen der Gernsbacher Schule in Trägerschaft des Landkreises Rastatt sprachen von einer sehr gut organisierten Veranstaltung. Gleichfalls habe es großen Spaß gemacht, an der Konferenz mitzuwirken. Neben dem Forderungskatalog sind 16 Aktionen für die Pamina-Klima-Challenge das Ergebnis des Austauschs.

Die aufgestellten Forderungen sollen dabei nicht nur in eine Richtung Wirkung entfalten, erklärte Korte. Neben Politik und Kommunen sind auch die Bürger aufgefordert, sich daran zu beteiligen. Einzelaktionen wären zum Beispiel ein Autoverzicht für eine Woche oder das Einkaufen bei regionalen Anbietern.

Vernetzung mit Schulen in Frankreich

In der Rubrik nachhaltiger Kleiderschrank würden das Upcycling, die Aufarbeitung von alten Stoffen, Kleidertausch oder Secondhand fallen, führte Gröner im BT-Gespräch weiter aus. Radwege, mehr Bahn- und Bushaltestellen sowie direktere Zugänge zu öffentlichen Verkehrsmitteln sind weitere Forderungen.

Ab 1. Dezember bis zum 9. Mai 2021 können derlei Aktionen auf der Homepage des EVTZ, Eurodistrikt Pamina eingereicht werden und Punkte für die jeweilige Kommune gewonnen werden. Die Gemeinden aus den drei Pamina-Bezirken, die am nächsten Europatag (Sonntag, 9. Mai 2021) die meisten Punkte gesammelt haben, werden zu Pamina-Klimakommunen gekürt. Um einen weiteren Anreiz zu schaffen, werden regelmäßig kleinere Gewinne verlost.

Die HLA selbst hat diesbezüglich noch keine konkreten Maßnahmen formuliert, führte Strauß dazu aus. Gleichwohl würde über eine tiefer gehende Vernetzung der HLA mit französischen Schulen nachgedacht, um den Klimaschutz in beiden Ländern voranzubringen.


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