„Griff in den Sparstrumpf“

Loffenau (ham) – Der Loffenauer Haushalt 2020 kann nur mühsam ausgeglichen werden. Am Dienstagabend schwor Bürgermeister Markus Burger den Gemeinderat auf schwieriger werdende Zeiten ein.

Der sonst so einträgliche Loffenauer Gemeindewald – hier auf dem Weg zur Teufelsmühle – beschert der Kommune 2020 wohl ein Minus von 25 000 Euro. Foto: Juch/BT-Archiv

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Der sonst so einträgliche Loffenauer Gemeindewald – hier auf dem Weg zur Teufelsmühle – beschert der Kommune 2020 wohl ein Minus von 25 000 Euro. Foto: Juch/BT-Archiv

„Im Moment ist richtig Dampf auf dem Kessel!“ Loffenaus Bürgermeister Markus Burger hat diesen Satz gestern Abend zwar auf zusätzliche Aufgaben wie etwa die Kinderbetreuung, die den Kommunen vom Bund aufgezwungen werden, bezogen – aber der Haushaltsplan 2020 der kleinen Gemeinde steht an allen Fronten unter Druck. „Die fetten Jahre sind vorerst vorüber“, unterstrich Burger bei seiner Haushaltsrede vor dem Gemeinderat.

Nur ein „Griff in den Sparstrumpf“ verhindere, dass Loffenau bereits 2020 Kredite aufnehmen müsse. Wäre der Haushalt nach der bisher herrschenden Kameralistik „knapp ausgeglichen“, rutscht das neue Planwerk deutlich in die roten Zahlen: Zum letztmöglichen Zeitpunkt stellte Kämmerin Daniela Tamba auf die Vorgaben des Neuen Kommunalen Haushalts- und Wirtschaftsrechts (NKHR) um. Der Ergebnishaushalt schließt nun mit einem Fehlbetrag von 569 000 Euro. „Somit kann die Vorgabe, nämlich die vollständige Erwirtschaftung der Abschreibungen und damit einhergehende intergenerative Gerechtigkeit, nicht erreicht werden“, erläuterte Burger die Idee des neuen Rechts und schob nach, „damit sind wir in guter Gesellschaft. Viele Gemeinden und Städte um uns herum können den Ergebnishaushalt auch nicht ausgleichen.“ Immerhin vermag Loffenau die Schulden wohl planmäßig bis Dezember auf rund eine Million Euro zu reduzieren. Danach sind jedoch die Rücklagen aufgebraucht.

Ungewöhnliches“Loch“ durch Gemeindewald

„Auf der Einnahmenseite schlägt vor allem der Gemeindewald ein großes Loch in den Gemeindesäckel“, bedauerte der Schultes in seiner Rede. Spülte dieser meist um die 200 000 Euro – 2013 sogar 300 000 Euro – in die klamme Kasse, rechnet die Kommune heuer mit einem Minus von 25 000 Euro! Zwei Ursachen benennt Burger diesbezüglich: Die trockenen letzten zwei Jahre sorgten für viel Käferholz, das die Preise am Markt kräftig fallen ließ. Zudem müsse die Gemeinde „nach der Forstneuorganisation infolge des Kartellverfahrens erhöhte Preise für die Bewirtschaftung des Waldes und den Holzverkauf zahlen. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich der Holzpreis wieder erholt“.

Die Steuereinnahmen sollen nach der Prognose von Tamba ähnlich hoch wie 2019 liegen, obwohl das letztjährige Gewerbesteuer-Hoch auf ein Normalmaß von etwa 400 000 Euro sinken dürfte. Dafür erhöht sich der Einkommensteueranteil um eine fast sechsstellige Summe.

„Hervorragende Kinderbetreuung“ kostet viel Geld

Nachdem der Waldkindergarten zusätzlich eröffnet wurde, biete man zwar eine „hervorragende Kinderbetreuung an“ – doch die Kosten von 1,3 Millionen Euro sind ein Batzen auf der Ausgabenseite. Ansonsten investiert Loffenau 1,8 Millionen Euro. Zuschüsse gibt es dafür in Höhe von rund 800 000 Euro (vor allem für das Regenüberlaufbecken Igelbach). „Der Ergebnishaushalt hat mit sinkenden Erträgen und steigenden Aufwendungen zu kämpfen“, unterstrich Burger noch einmal zum Schluss und ist „gespannt auf die Haushaltsberatungen“. Manches müsse „beleuchtet und hinterfragt werden“.

Die Fraktionen werden sich nächsten Dienstag (17. März) zu dem Zahlenwerk äußern. In der Sitzung am 31. März sollen dann der Haushalts- und der Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Wasserversorgung 2020 abgesegnet werden.

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Erstellt:
11. März 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
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