Große Lockerungen für Mittelbaden in Sicht

Rastatt/Baden-Baden (fk/lsw) – Die Mittelbadener können sich womöglich bald über weitreichende Lockerungen freuen. Die Kreise Baden-Baden und Rastatt lagen zuletzt unter der Inzidenzmarke von 35.

Sobald der Inzidenzwert fünf Tage in Folge unter 35 liegt, ist der Biergartenbesuch ohne Test möglich. Foto: Thomas Warnack/dpa

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Sobald der Inzidenzwert fünf Tage in Folge unter 35 liegt, ist der Biergartenbesuch ohne Test möglich. Foto: Thomas Warnack/dpa

Länger Ausgehen, Sport im Studio und hier oder da sogar ein Biergarten ohne Testpflicht – die neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg gibt Menschen seit Montag in vielen Städten und Kreisen wegen der sinkenden Infektionszahlen noch mehr Freiheiten zurück. Nachdem die Inzidenzzahlen dafür in Mittelbaden noch nicht ausreichten, sind ab Ende der Woche nun auch weitgehende Lockerungen für die Kreise Rastatt und Baden-Baden in Sicht.
Denn, was erlaubt ist, richtet sich nach der Sieben-Tage-Inzidenz in den Regionen. In den meisten Stadt- und Landkreisen lag die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche zuletzt bei Werten zwischen 35 und 50.

Die Bundes-Notbremse gilt deshalb schon länger nicht mehr, nun ist zudem eine neue Lockerungsstufe für Regionen in Kraft getreten, deren Siebe-Tage-Inzidenzen stabil unter einer 35er Schwelle liegen. Unter anderem Karlsruhe und der Ortenaukreis liegen bereits stabil unter diesem Grenzwert. Und auch die Kreise Baden-Baden und Rastatt lagen zuletzt unter der Inzidenzmarke von 35. Allerdings noch nicht lange genug, um als „stabil“ zu gelten.

Alle Tage der Wochen zählen

Das ist nämlich erst der Fall, wenn die Inzidenz fünf Tage – Wochentage und nicht wie bei der Bundesnotbremse nur Werktage – unter 35 liegt. Maßgeblich sind allerdings die Zahlen des Robert-Koch-Instituts, wie Benjamin Wedewart, Pressesprecher des Rastatter Landratsamtes, verdeutlicht. Diese hängen den Meldungen des Landesgesundheitsamtes allerdings um einen Tag hinterher. Der Kreis Baden-Baden hat demnach seit Sonntag eine Inzidenz von unter 35, der Landkreis Rastatt seit Montag.

Heißt im Klartext laut dem Rastatter Gesundheitsamt: Wenn die Inzidenzzahlen weiter unter 35 bleiben, können im Stadtkreis ab Freitag und im Landkreis ab Samstag weitreichende Lockerungen in Kraft treten. Dann gilt zum Beispiel nicht mehr überall die Testpflicht. Sobald fünf Tage in Folge ein Wert von 35 unterschritten wird, ist der Biergartenbesuch ohne Test möglich. Auch im Freibad und bei Kulturveranstaltungen im Freien brauchen die Besucher keinen Nachweis über einen negativen Corona-Test. Für Feiern in Restaurants oder Bars bleibt ein negatives Testergebnis oder der Nachweis, geimpft oder genesen zu sein, die Bedingung. Mit den entsprechenden Nachweisen können bis zu 50 Menschen innen und außen zusammenkommen.

Ein stabiler Inzidenzwert unter 35 ermöglicht auch Kultur und Sportveranstaltungen mit mehr Besuchern. Unter freien Himmel dürfen bis zu 750 Menschen beispielsweise Theateraufführungen oder Fußballspiele gemeinsam verfolgen.

Baden-Baden ab Dienstag in Öffnungsstufe 2

Liegt die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 50, dürfen sich insgesamt zehn Menschen aus drei Haushalten treffen. Fünf Kinder bis einschließlich 13 Jahren aus fünf Haushalten sind zusätzlich erlaubt. Außerdem wird die Sperrstunde in der Gastronomie nach hinten verlegt. Restaurants, Shisha- und Raucherbars sowie Kneipen dürfen in Stufe 3 bis 1 Uhr nachts öffnen. Gemäß den Zahlen des RKI liegt der Landkreis Rastatt seit Samstag – also drei Tage – unter der 50er-Inzidenz und der Stadtkreis Baden-Baden seit Sonntag, also zwei Tage.

Bereits in Öffnungsstufe 2 kommen Sportfans auf ihre Kosten. Sportanlagen, Fitnessstudios und Sportstätten dürfen wieder öffnen. Dabei liegt die Begrenzung bei 20 Quadratmetern je Person, es gilt die Testpflicht oder die Pflicht zur Vorlage eines Impf- oder Genesungsnachweises. Diese Stufe hat der Landkreis Rastatt wie berichtet bereits am Samstag erreicht, im Stadtkreis Baden-Baden gelten diese Regelungen ab Dienstag.

Möglich sind dann auch Lehrveranstaltungen an Hochschulen und Akademien mit bis zu 100 Personen in geschlossenen Räumen, in Musik-, Kunst-, Jugendkunst-, Tanz- und Ballettschulen und vergleichbaren Einrichtungen mit bis zu 20 Schülern. Die Gastronomie darf von 6 bis 22 Uhr öffnen. Kulturveranstaltungen (in Theater, Opern, Kulturhäusern, Kinos und Ähnlichem) sind innen mit bis zu 100 Personen und außen 250 Personen erlaubt.


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