Große Stimme, große Show in der Jahnhalle

Gaggenau (co/tom) – 350 Gäste in der Jahnhalle feierten die Tina-Turner-Show von Barbara Lynette Hess und ihrer Band. „2G-plus“ lautete die Devise – die Veranstalter sind sehr zufrieden.

Da könnte man doch fast meinen ... – Hauptakteurin Barbara Lynette Hess auf der Jahnhallenbühne. Foto: Conny Hecker-Stock

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Da könnte man doch fast meinen ... – Hauptakteurin Barbara Lynette Hess auf der Jahnhallenbühne. Foto: Conny Hecker-Stock

Über drei Stunden lang hat die Powerfrau in der Jahnhalle am Samstagabend ihr Herzblut hingegeben und wurde von den zugelassenen 350 Fans frenetisch gefeiert. Tina-T. Cover No. 1 bot zusammen mit ihrer gut aufgestellten Begleitband ein opulentes Feuerwerk der größten Hits von Tina Turner.

Zum Glück für die Fans hatten die Handballspielgemeinschaft Panthers Gaggenau und das Kulturamt als Veranstalter trotz mehrmaliger Corona bedingter Verschiebungen des Konzerts nicht aufgegeben. Selbst aus München waren Besucher angereist, um Barbara Lynette Hess in der Rolle der stimmgewaltigen wie exzentrischen Rockdiva Tina Turner zu feiern.

Barby, wie ihr Künstlername lautet, hatte die temperamentvolle Körpersprache ihres Idols nahezu perfekt verinnerlicht und präsentierte dazu ihre superkurzen Glitzerfummel im fliegenden Wechsel. Stimmlich war sie nah dran am legendären Original und überzeugte mit einer leidenschaftlichen Bühnenpräsenz, die von einer top abgestimmten Band getragen wurde.

Synthese aus Original und Nachahmung

Insbesondere Saxofonist Laszlo Wolpert glänzte mehrfach mit seinen Soloauftritten, die ihre Songs schmeichelnd umrahmten. Zum Beispiel in „Private Dancer“, wobei sie im hautengen schwarzen Lederbody eine laszive Show auf dem Klappstuhl bot. Die übernahmen ansonsten ihre Tänzerinnen mit wehenden Mähnen, die sie gerne im Takt kreisen ließen. Unter den exzellenten Backgroundsängerinnen war auch Barbys Tochter Demi, deren Stimmgewalt ihrer Mutter in nichts nachsteht. Sie selbst kam besonders eindringlich in den Rockballaden rüber wie „Missing you“, das sie ihrer Schwester widmete.

Über die großformatige Leinwand im Hintergrund wurden fortwährend Bilder aus dem Leben Tina Turners eingeblendet, so verschmolzen Original und Cover zu einer gelungenen Synthese. An ihre Soundtracks erinnerte etwa der James-Bond-Knüller „Golden Eye“ oder aus dem Film über ihr Leben „What’s Love“ der Song „I don’t wanna fight“, der wohl auch Bezug auf ihren prügelnden Ex-Ehemann Ike nimmt. Schelmisch erinnerte Barby an mehrere Duette Tina Turners, etwa mit Mick Jagger, Rod Stewart oder Paul

McCartney. Ausgerechnet der größte ihrer Musiker, Gitarrist Axl Klimek, übernahm hier den Part von Eros Ramazotti in „It takes Two“.

Inzwischen im zweiten Set angekommen und von ihrer Perücke befreit, brachte Barbie das Publikum immer mehr in Fahrt. Applaus, Pfiffe und Zurufe wollten kein Ende nehmen nach „I can’t stand the Rain“, bei dem sich Wolpert am Saxofon mit Bassist Dave Chow ein klasse Duett lieferte. An Tina Turners Amsterdam-Tour von 1996 erinnerte eine feine Akustikrunde, mit ewig lang gehaltenem Schlusston in „Let’s stay“ sowie einer ausgelassenen Publikumseinlage beim Refrain von „Givin‘ it up“. Die Fans kamen sogar in den Genuss eines minutenlangen Drummersolos, angeführt von Schlagzeuger Tobi Zeller, in dessen Rhythmus Bernd Kuntz an seiner umfangreichen Percussion-Batterie mit Leuchtschlegeln einfiel.

Eingerahmt von drei Gitarristen bot Barby optisch wie stimmlich ein absolut originalgetreues Abbild von Tina Turner bei „Addicted to Love“. Auf dem Weg zum Finale durften die Megahits wie „Simply the Best“, „Proud Mary“ oder „Nutbush City Limits „ nicht fehlen. Doch es spricht für sie, dass sie diese Welle nicht bis zum Exzess ausgebreitet hat. Stattdessen endete sie mit der emotionalen Ballade „Help“.

„Wir sind sehr zufrieden“

„2G-plus“ lautete die Devise am Samstagabend in der Jahnhalle. Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene – alternativ musste ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, der maximal 48 Stunden alt war. Eine überaus positive Bilanz zog gestern im BT-Gespräch Leo Stich. Er ist Manager bei den Panthers Gaggenau; sie haben mit dem Kulturamt das Konzert ausgerichtet.

„Die Zuschauer waren durchweg alle sehr diszipliniert und haben sich an die Regeln gehalten“, bestätigt Stich. Auf dem Weg zum Platz, zur Bewirtung oder zu den Toiletten herrschte Maskenpflicht. Am Platz konnte man die Maske abnehmen. Die Helfer hätten auch auf Einhaltung der Regeln geachtet und gegebenenfalls die Besucher darauf aufmerksam gemacht:

Getanzt wurde „ohne auszuufern“ direkt am Steh- oder Sitzplatz. „Es gab für uns nichts zu beanstanden“, berichtet Stich, es habe keine negativen Vorkommnisse gegeben. „Wir sind sehr zufrieden und haben selbst nur positive Resonanz bekommen.“

Schon im Eingangsbereich habe sich das Sicherheitskonzept bewährt. Dort gab es drei Stationen: Impfausweis oder Testergebnis zeigen, Anmeldung über Luca-App und Vorzeigen der Eintrittskarten. „Riesige Schlangen konnten so vermieden werden“, freut sich Stich. Vier Personen konnten am Eingang keinen negativen Test vorlegen, sie wurden folglich abgewiesen.

Ihr Autor

Conny Hecker Stock und Thomas Senger

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Erstellt:
25. Oktober 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 11sec

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