Große Trauer um Rastatter Landrat Toni Huber

Rastatt (fk) – Nach dem überraschenden Tod des Rastatter Landrats Toni Huber trauern Weggefährten um den 56-Jährigen.

Der Rastatter Landrat Toni Huber ist in der Nacht zum Sonntag im Alter von nur 56 Jahren verstorben. Foto: Frank Vetter/Archiv

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Der Rastatter Landrat Toni Huber ist in der Nacht zum Sonntag im Alter von nur 56 Jahren verstorben. Foto: Frank Vetter/Archiv

Immer wieder hatte der Gesundheitszustand von Landrat Toni Huber in den vergangenen Wochen und Monaten für Gesprächsstoff und fragende Gesichter gesorgt. Nach einer OP im Sommer 2020 hatte es Komplikationen gegeben. Huber musste seine Amtsgeschäfte längere Zeit ruhen lassen. Weitere Behandlungen waren nötig. Nachdem Huber zwischenzeitlich wieder Teile seiner Arbeit aus dem Homeoffice übernommen hatte, verschlechtere sich sein Gesundheitszustand wegen neuerlicher Komplikationen zuletzt wieder. Am Sonntag kam dann die traurige Nachricht aus dem Landratsamt: Toni Huber ist tot. Er wurde nur 56 Jahre alt.

Er sei, so verlautet es in der Mitteilung, in der Nacht zum Sonntag in einer Klinik in Heidelberg verstorben. Nach der Operation im vergangenen Sommer habe er „mehrere Rückschläge erleben müssen und entschied sich zuletzt zu einer erneuten Operation, von der er sich eine Genesung erhoffte. Leider verlief auch dieser Genesungsprozess nicht ohne Komplikationen“, berichtet das Landratsamt über die zurückliegenden Monate.

Bereits Ende März hatte die Behörde darüber informiert, dass die Ärzte zu einer neuerlichen Operation geraten hätten, „da die letzte Phase seiner Gesundung nicht die erhoffte Dynamik vorweist“. Drei Wochen später hätte der Landrat demnach seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen sollen.

Leidenschaftlicher Kommunalpolitiker

In ganz Mittelbaden sorgte die Nachricht über den Tod Hubers für Bestürzung und Trauer. Hartwig Rihm, erster Stellvertreter des Landrats im Kreistag, fasste die Gemütslage gegenüber dem BT zusammen: „Das waren schlimme Monate zwischen Hoffen und Bangen, vor allem für seine Familie, der mein tiefes Mitgefühl gilt. Toni Huber war ein von Grund auf aufrichtiger und verlässlicher Kollege und Mensch. Wir haben viele Jahre als Bürgermeister und im Kreistag gut zusammengearbeitet. Er hätte bestimmt gerne noch vieles bewegt.“

Regierungspräsidentin Sylvia Felder sagte: „Die Nachricht vom Tod Toni Hubers berührt mich zutiefst, meine Gedanken sind bei seiner Frau Silke, seinen Kindern, seiner Mutter und bei seinen Familienangehörigen. Sein Tod ist schmerzlich und reißt eine große Lücke.“ Mit Toni Huber und seiner politischen Arbeit sei sie seit Jahren eng und über gemeinsame Themen auch freundschaftlich verbunden gewesen. Der Regierungsbezirk Karlsruhe verliere einen engagierten Landrat, einen leidenschaftlichen Kommunalpolitiker und Sachwalter für die Menschen seines Landkreises.

Landrat Toni Huber bei der Amtseinführung im Mai 2019. Foto: Frank Vetter/Archiv

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Landrat Toni Huber bei der Amtseinführung im Mai 2019. Foto: Frank Vetter/Archiv

„Geschockt und völlig überrascht“, wie es Bühls Oberbürgermeister Hubert Schnurr gegenüber dem BT formulierte, zeigten sich am Sonntag auch die übrigen Rathauschefs der Großen Kreisstädte. „Ich hatte immer gehofft, dass er wieder auf die Beine kommt. Das tut mir unendlich Leid und die Gedanken gelten jetzt zuvorderst der Familie von Toni Huber“, sagte Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen. Als Bürgermeister von Weisenbach und als Landrat habe er viele Zeichen gesetzt, ergänzte Gaggenaus Rathauschef Christof Florus. „Er war ein besonderer Mensch und sein Tod hinterlässt eine große Lücke“, so Florus. Rastatts OB Hans Jürgen Pütsch bezeichnete den Tod Hubers als „einen Riesenverlust“. Huber sei über alle Parteigrenzen hinweg anerkannt. „Seine ausgleichende Art wird bei anstehenden Großprojekten wie dem Klinikum Mittelbaden oder großen Straßenbauprojekten fehlen“, betonte Pütsch.

Bestürzung auch in Weisenbach

Groß ist die Trauer auch in Weisenbach, wo Huber von 1993 bis zu seiner Vereidigung als Landrat im Mai 2019 Bürgermeister war. „Weisenbach verliert eine Identifikationsfigur der letzten Jahre. Toni Huber hat sein Amt als Bürgermeister unserer Gemeinde mit Bravour ausgefüllt“, äußerte Daniel Retsch, seit Oktober 2019 Nachfolger von Toni Huber als Bürgermeister der Murgtalkommune.

Als Landrat sah sich Toni Huber einer „Politik des fairen Interessenausgleichs“ verpflichtet. Foto: Frank Vetter/Archiv

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Als Landrat sah sich Toni Huber einer „Politik des fairen Interessenausgleichs“ verpflichtet. Foto: Frank Vetter/Archiv

Huber galt, das wurde in all den Reden zu seinen Ehren in den zurückliegenden Jahren immer wieder deutlich, als gewissenhafter Arbeiter. Nach der Wahl zum Landrat – mit der für ihn ein Traum in Erfüllung gegangen sei – setzte er sich und seinem Team eine „Politik des fairen Interessenausgleichs“ zum Ziel. Die CDU-Kreistagsfraktion beschrieb Huber gestern als jemand, der „in der Leitung der Kreisverwaltung und im kollegialen Austausch zum Kreistag die politischen Akzente gesetzt“ habe, „klar in der Sache, leidenschaftlich im Austausch und zukunftsorientiert“ gewesen sei und „dabei immer den Menschen zugewandt und tief verwurzelt in seiner badischen Heimat“ war.

Privat ging der gebürtige Karlsruher, der seine Heimat in Weisenbach gefunden hatte, gerne wandern, jagen oder golfen. Er suchte den Ausgleich beim Lesen und Musik hören, so schrieb er es selbst auf der Internetseite des Landratsamtes. Als zweifacher Weltmeister im Formationstanz Standard mit dem 1. TC Ludwigsburg (1989 und 1990) wurde ihm zudem das „Silberne Lorbeerblatt“ durch den Bundespräsidenten verliehen. Huber hinterlässt neben seiner Frau zwei erwachsene Söhne.

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Ihr Autor

BT-Redakteur Florian Krekel

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Erstellt:
31. Mai 2021, 07:39 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 18sec

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