Große Woche: Keine Bewirtung durch Vereine

Baden-Baden/Iffezheim (nie) – Die Große Woche startet am Sonntag. Die Vereine stehen in den Startlöchern – fürs nächste Jahr. Denn Kapellenbuckel und Freilufthalle werden nicht bewirtet.

Der Kapellenbuckel bleibt in den kommenden Tagen leer. Im nächsten Jahr möchte der Fanfarenzug aber sein Zelt auf jeden Fall wieder aufstellen. Foto: Willi Walter

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Der Kapellenbuckel bleibt in den kommenden Tagen leer. Im nächsten Jahr möchte der Fanfarenzug aber sein Zelt auf jeden Fall wieder aufstellen. Foto: Willi Walter

Einen leckeren selbst gebackenen Kuchen in der Freilufthalle genießen? Das Geschehen auf der Rennbahn aus der Ferne vom Kapellenbuckel aus beobachten? Sehr beliebt waren diese beiden Örtlichkeiten in den vergangenen Jahren während der Großen Woche. In diesem Jahr werden sie wohl schmerzlich vermisst werden.

Denn: Eine Bewirtung findet sowohl in der Freilufthalle als auch auf dem Kapellenberg nicht statt, heißt es aus dem Iffezheimer Rathaus. Der Musikverein mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) sowie der Fußballverein (FV) wären an der Reihe gewesen in der Freilufthalle; auf dem Kapellenbuckel, der von der Brauerei Franz vermietet wird, war traditionell der Fanfarenzug gesetzt.

Festzeltstimmung wie in den vergangenen Jahren wird es weder auf dem Kapellenbuckel noch in der Freulufthalle geben. Foto: Frank Vetter/Archiv

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Festzeltstimmung wie in den vergangenen Jahren wird es weder auf dem Kapellenbuckel noch in der Freulufthalle geben. Foto: Frank Vetter/Archiv

„Wir standen in den Startlöchern“: Dem Fanfarenzugsvorsitzenden Roland Schmalz hört man die Enttäuschung noch an. Denn: „Wir hätten es sehr gern gemacht.“ Doch die Entscheidung steht, die Auflagen wegen Corona seien einfach zu viele. Zudem sind es in diesem Jahr mit dem 29. August, 1., 4. und 5. September nur vier Renntage, sonst waren es in den vergangenen Jahren sechs. So bleibt der Aufwand für den Zeltaufbau derselbe, der Ertrag wegen der geringeren Anzahl an Tagen sei jedoch weniger. Gerade für den Zusammenhalt im Verein seien solche Aktionen „ganz wichtig“, wenn etwas zusammen gestemmt wird und jede helfende Hand gefragt ist. Da reite man seit jeher auf einer „guten Welle“, „riesig suchen“ müsse man für den Schichtplan nie – teilweise seien die Mitglieder sogar „beleidigt“, wenn sie nicht helfen dürften, freut sich Schmalz über das Engagement. Und darum sagt er auch mit fester Stimme: „Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall am Start!“ Dann hoffentlich auch wieder mit dem traditionellen Aufmarsch auf der Bahn zum Auftakt, so kurzfristig war das dann leider nicht mehr zu organisieren.

Risiko, Regeln, Unsicherheit – das sind auch Schlagworte, die die Musiker und die Fußballer umtreiben. Und schlussendlich gemeinsam zu der Entscheidung führten, die Hallenbewirtung sein zu lassen. Einfach habe man sich den Beschluss aber nicht gemacht, sagt Dominique Mayer, Vorsitzender des FV, und verweist auf die gleiche Situation im vergangenen Jahr. Man wolle aber auf keinen Fall seine Mitglieder einem Ansteckungsrisiko aussetzen oder jemandem etwas befehlen. Aus finanzieller Sicht sei der wiederholte Ausfall „natürlich ein Desaster“: „Wir haben jetzt zweimal Sportfest und zweimal die Rennbewirtung nicht gehabt.“ Ohne die Unterstützung der Werbepartner würd es daher im Verein nicht gut aussehen.

Was die Bewirtung der Freilufthalle außerdem erschwert, ist die Tatsache, dass der Gemeindetag und der Landkreis die Lokalität als geschlossenen Raum deklariert haben, fügt die erste Vorsitzende des Musikvereins, Elisabeth Breitlow, an, und somit strengere Corona-Auflagen als im Außenbereich gelten.

Spontanes Umplanen nicht möglich

Zwar sehe es jetzt im Moment wieder ganz gut aus mit den Vorschriften vom Land, aber so spontan könne man natürlich nicht mehr zurückrudern. Denn bei der vergangenen sehr gelungenen Kooperation mit dem DRK habe schon allein die Vorbereitungszeit ein halbes Jahr in Anspruch genommen. Aber: „Sobald es wieder möglich ist ohne großen Aufwand und ohne großes Risiko“ stehe man parat, verspricht Breitlow. Wie auch der FV Iffezheim geht sie davon aus, nächstes Jahr wieder zum Zuge zu kommen. Und auch in einer weiteren Einschätzung gleichen sich die Meinungen von Elisabeth Breitlow und Dominique Mayer: Es sei den Iffezheimern generell wichtig, dass es mit den Rennen weitergeht. Und Mayer kann in seiner Position als Schriftführer im Vorstand des neu gegründeten Fördervereins auch ein gutes Gefühl teilen: Er habe mit Baden Galopp „das beste Gefühl und das nachhaltigste“ im Hinblick auf die Verbindung zu den Vereinen, der Gemeinde und den Einwohnern.

Ab Sonntag wird sich das schließlich auch in der Praxis zeigen, nicht nur die Vereine sind gespannt: Wie voll wird die Rennbahn? Überwiegt die Anzahl der Zurückhaltenden oder aber die Anzahl der Besucher?

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nina Ernst

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Erstellt:
27. August 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 59sec

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