Großer Beratungsbedarf bei Sparkassen-Kunden

Bühl (tas) – Trotz Kontaktbeschränkungen haben die Mitarbeiter der Sparkasse Bühl derzeit viel zu tun. Denn die Folgen der Corona-Pandemie sorgen für viele Fragen. Die Digitalisierung zahlt sich nun aus.

Blicken trotz Pandemie-Folgen positiv auf das Jahr 2020: die beiden Sparkassen-Vorstände Frank König (links) und Matthias Frietsch.

© pr

Blicken trotz Pandemie-Folgen positiv auf das Jahr 2020: die beiden Sparkassen-Vorstände Frank König (links) und Matthias Frietsch.

„Die Telefone sind nicht mehr stillgestanden“, sagt Frank König. Der Vorstandschef der Sparkasse Bühl und seine Mitarbeiter haben in den vergangenen Wochen viel mit den Kunden über die Corona-Krise und die Folgen gesprochen. „Es gibt sehr viele Anfragen.“

Wie sich die Pandemie unter dem Strich auf das öffentliche Institut auswirken wird, kann König aber noch nicht prognostizieren. Das sei nicht abschätzbar. „Wir richten den Blick nach vorne und wünschen uns, dass die persönlichen Begegnungen mit unseren Kunden bald wieder ohne Schutzscheibe möglich sein werden“, sagt auch Vorstand Matthias Frietsch.

Klar sei nur, dass nicht alle Unternehmen in der Region die schwierige Zeit überleben würden. „Bei unseren gewerblichen Kunden bewegt sich die Krise nach unserer Wahrnehmung zwischen dramatisch bis ruhig“, sagt König. Vorrang habe derzeit die Versorgung der Firmen mit ausreichend Liquidität. Auch unterstütze das Institut die Kunden beim Ausfüllen von Anträgen für staatliche Hilfsprogramme.

Dass es derzeit bei manchem Kunden finanziell nicht immer ganz rund läuft, zeigt auch die Tatsache, dass das Institut bei aktuell rund 100 Fällen – etwa zur Hälfte Unternehmen – Zins- und Tilgungsraten ausgesetzt hat und in 37 Fällen Liquidität oder Liquiditätshilfen mit einem Volumen von neun Millionen Euro zur Verfügung stellt. Vor allem Gastronomie und Einzelhandel sei in einer schwierigen Lage.

Nicht nur im Kreditgeschäft gebe es derzeit einigen Beratungsbedarf, sondern auch beim Thema Geldanlage. Denn infolge der Corona-Krise waren die Aktienkurse massiv eingebrochen. Aber: In den Gesprächen erlebten die Sparkassen-Berater „eine relativ große Gelassenheit“ der Kunden, sagt Frietsch. Sie reagierten besonnen, Wertpapiersparpläne blieben bestehen und „einige steigen bereits wieder zu den stark reduzierten Kursen ein“.

Digitalisierung zahlt sich aus

Die internen Abläufe koordiniert die Sparkasse derzeit über einen regelmäßig tagenden Krisenstab. Abteilungen sowie auch das Service-Center wurden auf verschiedene Standorte des Instituts verteilt und Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice ermöglicht. Nun zahle sich die Digitalisierung von Beratungsprozessen und von internen Abläufen über die vergangenen Jahre aus, sagt König. So schafften die Mitarbeiter es jetzt sehr gut, an verschiedenen Standorten über Telefon, Video oder Chat, zum großen Teil papierlos, zusammenzuarbeiten.

Mit der Teilöffnung des sozialen Lebens in Baden-Württemberg rechnet Frietsch auch damit, dass die Nachfrage nach Immobilen wieder anziehen wird. „In den vergangenen Wochen war es schwierig, Immobilien zu besichtigen“, doch derzeit sammeln die Sparkassen-Mitarbeiter neue Verkaufsaufträge ein, mit Mundschutz ausgestattet sollen dann auch wieder Vor-Ort-Termine möglich sein – genauso wie persönliche Beratungsgespräche in den Filialen ab Montag.

Auch zu den 2019er-Zahlen äußerte sich der Vorstand des Instituts am Donnerstag: Trotz der weiterhin ungünstigen Lage am Zinsmarkt hat sich die Sparkasse Bühl im vergangenen Jahr gut behauptet. Das Zinsergebnis konnte im vergangenen Jahr auf 14,5 Millionen Euro (2018: 14 Millionen Euro) gesteigert werden, das Provisionsergebnis lag bei 6,4 (2018: 6,1) Millionen Euro. Unter dem Strich wurde ein Jahresüberschuss von 542000 Euro erwirtschaftet, er blieb im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu konstant. Der Kreditbestand des Unternehmens erhöhte sich um 4,2 Prozent und beläuft sich zum Jahresende 2019 auf 598 Millionen Euro, der Anteil gewerblicher Ausleihungen liegt bei 233 Millionen Euro. 2019 wurden frische Kredite mit einem Volumen von 114 Millionen Euro zugesagt, ein neuer Rekord. Die Kundeneinlagen erreichten ein Niveau von 737 Millionen Euro, eine Steigerung von fünf Prozent. Das Volumen betreuter Wertpapieranlagen stieg um 37 Millionen Euro auf 225 Millionen Euro. Das Kundenanlagevermögen insgesamt beträgt 1,017 Milliarden Euro und stieg damit um 75 Millionen Euro. Die Bilanzsumme lag bei 1,033 Milliarden Euro (plus 4,6 Prozent).

Zum Artikel

Erstellt:
24. April 2020, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 50sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.