Großer Preis: Duell der deutschen Vorzeigepferde

Iffezheim (bue) – Am Sonntag steht das Highlight der Großen Woche in Iffezheim an – der Große Preis von Baden. Dann kommt es auch zum Gipfeltreffen zwischen Torquator Tasso und Isfahan.

Peilt den Sieg im Großen Preis an: Sisfahan mit Jockey Andrasch Starke (vorne). Foto: Klaus-Jörg Tuchel

© Klaus-Joerg Tuchel

Peilt den Sieg im Großen Preis an: Sisfahan mit Jockey Andrasch Starke (vorne). Foto: Klaus-Jörg Tuchel

Wenn der Galopper des Jahres gegen den Derbysieger in einem Rennen antritt, kann man mit Fug und Recht von einem Gipfeltreffen des Turfs sprechen. Baden Galopp als neuer Veranstalter der Rennen in Iffezheim hat am Sonntag das große Privileg, exakt dieses Gipfeltreffen zu bieten.

Torquator Tasso, der Galopper des Jahres 2020, gegen Sisfahan, den Derbysieger 2021 – das ist die Würze im 149. Wettstar Großer Preis von Baden. 160.000 Euro gibt es zu verdienen, es starten sieben oder acht Pferde. Abhängig davon, ob Isfahani am Samstag im T. von Zastrow Stutenpreis oder im Grand Prix in die Box einrücken wird – dies stand noch nicht endgültig fest.

Die Starter des Großen Preises von Baden in der Einzelvorstellung:

Nr. 1 Kaspar (Maxim Pecheur)

Der letztjährige Derbydritte aus dem Gestüt Röttgen zählt in Bestform zur Top-Klasse der deutschen Rennpferde. Er hat in diesem Jahr in Mülheim den einmalig nach dort gewechselten Großen Preis der Badischen Wirtschaft gewonnen, beim letzten Start wurde er in Hoppegarten krass behindert. Vize-Champion Maxim Pecheur reitet den von Markus Klug in Köln-Rath/Heumar trainierten Vierjährigen.

Nr. 2 Passion and Glory (Oisin Murphy)

Der Wallach aus dem Besitz des Turf-Imperiums von Scheich Mohammed al Maktoum aus Dubai wurde für 16.000 Euro nachgenannt. Godolphin hat den Großen Preis von Baden dreimal in Folge gewonnen. Man kommt mit einem klaren Ziel: vierter Sieg! Er hat jetzt dreimal in Folge gewonnen, gilt als steigerungsfähig, mit Oisin Murphy reitet der Championjockey aus England. Man überlässt nichts dem Zufall.

Nr. 3 Torquator Tasso (Rene Piechulek)

Der Galopper des Jahres ist aktuell Deutschlands bestes Rennpferd. Gewann in Hamburg völlig überlegen den Großen Hansa-Preis, war dann Zweiter im Großen Preis von Berlin, nach sehr ungünstigem Rennverlauf. Marcel Weiß trainiert ihn für das Gestüt Auenquelle. 2022 soll Torquator Tasso, der Derbyzweite aus 2020, noch weiter Rennen laufen, dann in seinem Gestüt als Deckhengst aufgestellt worden. Das große Ziel nach dem Start in Iffezheim ist der Prix de l’Arc de Triomphe am ersten Oktober-Sonntag in Paris.

Nr. 4 Pessemona (Eduardo Pedroza)

Der Kölner Trainer Miltcho Mintchev hat mit Tabera hier am letzten Sonntag den Preis der Sparkassen Finanzgruppe gewonnen, so gut ist Pessemona nicht. Sie kann hier eigentlich nur überraschen, hatte bisher in dieser Klasse keine Chance. Besitzer ist Litex Commerce AD, das ist der bulgarische Unternehmer Gricha Gantchev. Man startet mit Pferden bevorzugt in großen Rennen, die Erfolge sind beachtlich.

Nr. 5 Millebosc (Adrie de Vries)

Wie Passion and Glory für 16.000 Euro nachgenannt, ist der Dritte aus dem französischen Derby. Das ist eine echte Referenz. Er startet nun erstmals über 2.400 Meter, Trainerin Stephanie Nigge bringt keinen Jockey aus Frankreich mit, man baut auf die Künste von Adrie de Vries. Man hofft, dass der Hengst mit den im Vergleich zu Frankreich schneller gelaufenen deutschen Rennen gut klarkommt.

Nr. 6 Sisfahan (Andrasch Starke)

Der Derbysieger aus dem Stall von Henk Grewe in Köln startet erstmals nach seinem Triumph im Blauen Band wieder in einem Rennen, man hat ihn bewusst aufgespart für dieses Rennen. Seine Besitzer sind Stefan Oschmann (Ex-CEO des Pharmakonzerns Merck) und Biontech-Gründungsinvestor Michael Motschmann, er läuft unter dem Besitzernamen Darius Racing. Jockey Andrasch Starke hat das Rennen schon viermal gewonnen: mit den unvergessenen Samum, Quijano und Danedream. Für Sisfahan ist es der ultimative Test auf seine Klasse.

Nr. 7 Vallando (Marco Casamento)

Wie bei Torquator Tasso ist Weiß in Mülheim/Ruhr der Trainer, das Gestüt Auenquelle der Besitzer. Man hatte die Vermutung, dass er Tempomacher für den Galopper des Jahres sein würde, aber er soll nach Auskunft des Teams hier „auf eigene Rechnung“ laufen. War im Derby Neunter, nach völlig verkorkstem Rennen. Deshalb soll er eine neue Chance in einem 2.400-Meter-Rennen bekommen, um zu schauen, ob er diese Strecke bewältigen kann.

Nr. 8 Isfahani (Michael Cadeddu)

Trainer Henk Grewe hat über die Stute einmal erzählt, sie sei das beste Pferd, das er bisher trainiert habe. Im Preis der Diana war sie Zweite, könnte sich weiter steigern. Der Start ist nicht ganz sicher, wenn, dann reitet Michael Cadeddu. Wie Sisfahan ist Isfahani eine Tochter des Derbysiegers Isfahan, der mehr und mehr in den Fokus gerät. Besitzer ist Darius Racing von Oschmann, anders als bei Siafahan ohne weitere Beteiligte.

Weiteres Highlight: 88. Kronimus-Oettingen-Rennen

Neben dem Großen Preis von Baden wird am Sonntag das 88. Kronimus-Oettingen-Rennen entschieden. 65.000 Euro beträgt die Dotierung. Die in Iffezheim bei zwei Starts ungeschlagene Jin Jin, die bei neun Starts überhaupt nur zweimal nicht gewonnen hat, ist mit ihrem Lieblingsjockey Pecheur eine der Favoritinnen. Mythico hat in diesem Jahr ein klassisches Rennen gewonnen. Er ist ein wenig außer Form, aber mit seinem Trainer Jean-Pierre Carvalho will er nun für die Überraschung sorgen. Eine Woche nach einer unerklärlichen Vorstellung im Großen Preis der Sparkassen Finanzgruppe soll Liberty London noch einmal laufen. „Nichts gefunden, warum sie so unerklärlich lief“, sagt Trainer Waldemar Hickst.

80.000 Euro beträgt die diesjährige Rekord-Garantieauszahlung in einer der beiden Viererwetten des Tages. Das ist ein Wort und die Basis für eine Steigerung des Umsatzergebnisses vom ersten Sonntag. Kommt das alles so, werden am Sonntag bei den neuen Machern von Baden Galopp die Gesichter sehr zufrieden aussehen.

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Erstellt:
4. September 2021, 20:00 Uhr
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