Großes Interesse an der Tellplatz-Bühne

Ötigheim (manu) – Ein Erfolgserlebnis war für die Volksschauspiele Ötigheim (VSÖ) am Sonntag der Infonachmittag für interessierte Mitmachende.

Mehr als 100 Menschen interessieren sich für ein Engagement bei den Volksschauspielen. Foto: Manuela Behrendt

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Mehr als 100 Menschen interessieren sich für ein Engagement bei den Volksschauspielen. Foto: Manuela Behrendt

Zehn Schnellentschlossene traten sofort in den Theaterverein ein. Viele Weitere bringen das Beitrittsformular zu den Proben mit, für die sie sich spontan anmeldeten. Über 100 „Schnupperer“ waren gekommen.

Dabei sah der Anfang des Kennenlerntags nicht rosig aus. Kurz vor Beginn hatten sich zirka 20 Gäste auf dem Gelände hinter der Bühne eingefunden. „Das dürfte die Menge derer sein, die sich bei mir telefonisch und per E-Mail bereits erkundigt hatten“, informierte Melanie Smiejkowski (Spielbetrieb) im BT-Gespräch.

Im Vorfeld zur Operette „Der Vogelhändler“ hatte man vor ein paar Jahren einen Schnuppertag veranstaltet. „Damals waren fünf Besucher hier; drei davon blieben bei uns hängen“, erinnerte sich der geschäftsführende Vorstand Maximilian Tüg. Am Sonntag kam am Schluss alles sehr plötzlich ganz anders. Mit einem Mal entstand ein riesiger Andrang, auf dem Weg vom großen Parkplatz hatte sich eine lange Warteschlange zum Registrieren am Bühneneingang gebildet, und ruckzuck war der Hof vor dem Tellplatz-Casino mit mehr als 100 Menschen allen Alters gefüllt. „Das ist ein Traum“, schwärmte Lukas Tüg (Öffentlichkeitsarbeit). „Wir sind vollkommen geplättet, wie viele von Ihnen heute hier sind“, grüßte Stefan Brkic (Spielervorstand) in die Runde.

Fast einstündiger Spaziergang

In drei Abteilungen, angeführt von versierten Besuchergruppenlotsen, erkundete man das VSÖ-Areal. Kurze historische Abrisse und Anekdoten machten den fast einstündigen Spaziergang hinter den Kulissen zu einem spannenden Zeitvertreib. Im Herbstambiente hatte das knöchelhoch mit buntem Laub übersäte Freiluftfoyer etwas märchenhaft Verwunschenes. Der Gang durch den Orchestergraben hinein in die Katakomben tief unter der Erde, die schnell zurückzulegende Auftrittsstrecken ermöglichen, barg Geheimnisvolles. In Kombination mit dem bei einem Imbiss im Tellplatz-Casino gezeigten VSÖ-Imagefilm war der Gesamteindruck die passend dosierte Essenz zum Appetitmachen aufs Dabeisein im Theaterverein.

„Es ist ein schönes Hobby in einer wahnsinnig tollen Gemeinschaft; bei uns kann man eine großartige Zeit haben und Freunde finden“, beschrieb Maximilian Tüg die VSÖ-Familie.

Für manche war der aufzubringende Zeitaufwand im Schauspielsektor ein Hemmschuh. Nicht jedoch für eine Großmutter aus Neuweier. Mit ihrer achtjährigen Enkelin möchte sie 2022 Teil der Statisterie von „Wilhelm Tell“ sein. „Das soll ein besonderes Projekt für uns beide werden“, sagte die 63-Jährige. Ein resoluter Mittvierziger entschied vom Fleck weg: „Bei einem Stück spiele ich auf jeden Fall mit; mehr wird mir zu viel.“

Auf reges Interesse stieß die Möglichkeit, im Chor zu singen. Hier witterten diejenigen Morgenluft, deren Ensembles sich aus Altersgründen oder Mitgliederschwund in der langen Coronazwangspause auflösten. Als Ersteinstieg konnten sich Etliche wegen der überschaubaren Proben und nur zwei Aufführungsterminen eine Teilnahme beim festlichen Konzert vorstellen. Kann daraus mehr werden? „Wer sich bei uns wohlfühlt und eine erweiterte Beschäftigung sucht, wird immer fündig“, sagte Eva Alles (Spielbetrieb) gegenüber unserer Zeitung.

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Erstellt:
16. November 2021, 09:15 Uhr
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