Grünen-Chefin Baerbock: Mehr Klimaschutz

Gaggenau (kli) – Die Landtagsabgeordneten der Grünen aus den Wahlkreisen Rastatt und Baden-Baden konnten am Dienstagabend einen prominenten Gast online zuschalten: Grünen-Chefin Baerbock.

Annalena Baerbock wirbt für den konsequenten Ausbau regenerativer Energien. Foto: Kay Nietfeld/dpa

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Annalena Baerbock wirbt für den konsequenten Ausbau regenerativer Energien. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Grünen-Co-Chefin Annalena Baerbock folgte der Einladung der beiden Landtagsabgeordneten Hans-Peter Behrens und Thomas Hentschel und wandte sich am Dienstagabend virtuell an Interessierte und potenzielle Wähler.

Hentschel und Behrens schalteten Baerbock in das Merkur-Film-Center in Gaggenau zu, und diese blickte schon mal auf die Bundestagswahl im Herbst voraus. „Es braucht einen Regierungswechsel in Berlin, es braucht Vorfahrt für die Erneuerbaren. Sonst ist der Klimaschutz nur eine Worthülse“, appellierte die Brandenburgerin.

Die Grünen-Chefin ist davon überzeugt, dass nach dem Pariser Klimaschutzabkommen die Märkte der Zukunft klimaneutral sein werden. „Und da ist die Frage: Sind wir weltweit vorne dabei oder hoppeln wir nur hinterher?“

„Die Bundespolitik läuft hinterher“

Klimaschutz oder Wirtschaft sei die falsche Frage- und Gegenüberstellung, denn beides gehe zusammen: Klimaschutz und Wirtschaft. Manche Unternehmen seien da bereits weiter als die schwarz-rote Bundesregierung. „Die Bundespolitik läuft hinterher, aber die Industrie braucht Planungssicherheit“, verlangt sie. Zentral für das Erreichen der Klimaschutzziele sei der Ausbau der Erneuerbaren. „Wir müssen die erneuerbaren Energien verfünffachen und massiv ausbauen“, fordert Baerbock. Die Union hingegen baue bei den Erneuerbaren bewusst Hürden auf. „Das ist ja kein Zufall, sondern es ist gewollt, dass es sich nicht rechnet“, findet sie. Man müsse in Deutschland auf zwei Prozent der Fläche kommen, auf der Windkraft genutzt wird, denn „wir brauchen Windkraft, um klimaneutral zu werden.“

„Es reicht nicht zu sagen, Klimaschutz sei wichtig und dann den Ausbau der Windkraft bremsen“, sagte sie in Richtung der Unionsparteien. CDU/CSU täten alles, um die Abstandsregeln zur Wohnbebauung auszudehnen. Da brauche es den Druck der Grünen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Umweltminister Franz Untersteller, um gegenzusteuern.

Baerbock dankte in dem Zusammenhang auch den jungen Leuten, die für den Klimaschutz auf die Straße gehen. „Wir dürfen beim Klimaschutz keine Kompromisse eingehen, weil die Zeit wahnsinnig drängt.“ Ziel sei es, die erneuerbaren Energien zum Standard zu machen – sie seien nicht nur „nice to have“.

Flächen entsiegeln

Auch international sei es wichtig, den Klimaschutz voranzubringen. Für die Biodiversität sei zentral, Flächen zu entsiegeln und der Wildnis zurückzugeben. Das sei auch ein großes EU-Thema. „Die FFH-Gebiete dürfen nicht weiter zerstückelt werden“, mahnte sie. International gehe Klimaschutz mit der neuen US-Regierung auch viel besser. „Vor vier Jahren haben sich die USA vom Klimaschutz verabschiedet, jetzt gibt es mit Joe Biden neuen Schwung, und den müssen wir aufgreifen. Deshalb haben wir auch eine transatlantische Agenda mit Blick auf Klimaneutralität vorgeschlagen.“

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Erstellt:
4. März 2021, 09:15 Uhr
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