Grundschule für Wintersdorf

Rastatt (dm) – Nach 40 Jahren dürfte Wintersdorf wieder Grundschulstandort werden. Der Gemeinderat stellte erste Weichen.

Im ehemaligen Hauptschulgebäude soll nächstes Jahr eine Grundschule einziehen. Foto: Archiv

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Im ehemaligen Hauptschulgebäude soll nächstes Jahr eine Grundschule einziehen. Foto: Archiv

Das Votum des Gemeinderats ist einstimmig: Die Rastatter Stadtverwaltung leitet weitere Schritte zur Einführung eines Grundschulangebots in Wintersdorf ein. Das heißt: Es soll im Riedstadtteil nach 40 Jahren endlich wieder die Möglichkeit geben, eine Grundschule im eigenen Ort zu besuchen, so Ortsvorsteherin Daniela Schneider. Der Grundsatzbeschluss sei ein „wichtiges Signal an die Eltern.“
Wintersdorf ist aktuell der einzige Stadtteil Rastatts, der über keine solche Bildungsstätte verfügt. Bislang besuchen die Kleinen die Grundschule in Ottersdorf. Ob das künftig neue Angebot am Standort der einstigen Hauptschule im Ried nun als eigenständige Schule oder als Außenstelle der Ottersdorfer Einrichtung betrieben wird, ist noch zu klären. Dies war am Montagabend noch nicht Gegenstand der Debatte. Der Beschluss dazu ist im Oktober vorgesehen.

Zwei Alternativen

Das Staatliche Schulamt jedenfalls hat mitgeteilt, dass auf Grundlage der derzeitigen Schülerprognosen beides möglich wäre. Zwingende Voraussetzung ist, dass das Kultusministerium zustimmt. Dafür müssen im Vorfeld alle Betroffenen beteiligt werden, also auch die schulischen Gremien wie Gesamtelternbeirat, Schul- und Gesamtlehrerkonferenz, um einen Konsens über die vorgesehene „schulorganisatorische Maßnahme“ zu erzielen. Zunächst geht das Thema in die Ortschaftsräte Ottersdorf und Wintersdorf.

Geht alles klar, könnte die neue Schule oder Außenstelle im September kommenden Jahres an den Start gehen. Das Gebäude der ehemaligen Hauptschule hat als Ausweichstandort der Hans-Thoma-Schule seine Grundschultauglichkeit bereits unter Beweis gestellt. Vermutlich noch bis zu den Herbstferien wird er als solcher benötigt, dann soll die neue Hans-Thoma-Schule in der Kernstadt bezogen und das Wintersdorfer Gebäude frei werden. In der Folge werden dort dann für eine dauerhafte Lösung noch einige Investitionen erforderlich sein, so OB Hans Jürgen Pütsch. „Es ist nicht so, dass man da einfach nur einziehen muss.“

Am Ratstisch zeigte man sich über die Fraktionsbänke hinweg erfreut über den Startschuss zur Wiederbelebung des Schulstandorts Wintersdorf. Mit Verwirklichung des lange gehegten Wunsches falle auch das leidige Thema der Busfahrten nach Ottersdorf weg, mit dem viele nicht glücklich gewesen seien, wie FW-Vorsitzender Herbert Köllner bemerkte. Inwieweit der bilinguale Zug, der die Grundschule Ottersdorf kennzeichnet, aufrecht erhalten werden kann, müsse sich noch zeigen. „Wir legen größten Wert darauf“, betonte CDU-Fraktionschefin Brigitta Lenhard, „dass dieser nicht verschwindet, sondern vielleicht sogar an beiden Standorten gewährleistet werden kann“.


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