Guide Michelin: Drei Sterne für die „Schwarzwaldstube“

Baden-Baden (naf) – Der Restaurantführer „Guide Michelin“ stellt seine diesjährigen Auszeichnungen vor: Für Mittelbaden gibt es einen Stern weniger.

„#temporaire“ steht auf einem Schild am Interims-Restaurant „temporaire - Schwarzwaldstube“ der Traube Tonbach. Die Restaurants des Hotels haben ihre Sterne zurückbekommen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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„#temporaire“ steht auf einem Schild am Interims-Restaurant „temporaire - Schwarzwaldstube“ der Traube Tonbach. Die Restaurants des Hotels haben ihre Sterne zurückbekommen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Mehr als ein Jahr nach dem verheerenden Brand hat die „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn (Landkreis Freudenstadt) ihre drei Michelin-Sterne zurück. Das Restaurant „temporaire – Schwarzwaldstube“ ist in der heute vorgestellten Ausgabe des Restaurantführers „Guide Michelin“ das einzige Haus, das neu in die Spitzenkategorie aufgenommen wurde.

Dem Traditionshaus waren diese nach dem Brand aberkannt worden. Auch die benachbarte und ebenfalls den Flammen zum Opfer gefallene „Köhlerstube“ bekam mit ihrer Zwischenlösung wieder einen Stern. Das neue Stammhaus soll Anfang 2022 fertiggestellt sein.

Neu mit je einem zweiten Stern ausgezeichnet wurden das „Goldberg“ in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) und das „Ösch Noir“ in Donaueschingen (Schwarzwald-Baar-Kreis). Nach wie vor eine Drei-Sterne-Adresse ist das Restaurant „Bareiss“ in Baiersbronn.

Drei Sterne für Mittelbaden

Auch in Mittelbaden hat sich bei der Anzahl der Sterne etwas getan. Während die Restaurants „Le Jardin de France“ (Baden-Baden), „Werners Restaurant“ im Schloss Eberstein (Gernsbach) und „Raubs Landgasthof“ (Kuppenheim) jeweils einen Stern behielten, geht der im vergangenen Jahr noch an „Röttele’s Restaurant und Residenz“ im Schloss Neuweier (Baden-Baden) verliehene Stern verloren. Koch Armin Röttele hatte dem Schloss Neuweier im Sommer vergangenen Jahres den Rücken gekehrt.

Seine Auszeichnung verteidigen konnte Wolfgang Raub vom Landgasthof Raub in Kuppenheim. Während er in den 80er Jahren als junger Küchenmeister noch für den ersten Stern kämpfen musste, ist dieser mittlerweile seit 31 Jahren ein Zeugnis für die gute Arbeit des Kochs und Familienvaters. Auch Tochter und Sohn sind nach dem Studium ins Restaurant mit eingestiegen, „darum freut es mich umso mehr, dass wir die Anerkennung bekommen“, sagt Raub. Selbst wenn die Verleihung wegen anderer, pandemiebedingter Sorgen „leider in den Hintergrund gedrängt wird“.

Auch Stéphan Bernhard, Küchenchef und Mitinhaber des Restaurants „Le Jardin de France“ bestätigt: „Während der Pandemie ist das ein komisches Gefühl.“ Normalerweise würde er mit Mitarbeitern und Gästen feiern. Nichtsdestotrotz freue auch er sich, dass „wir noch immer zur Top-Gastronomie gehören. Das ist ganz wichtig für unsere Stadt“.

Auch Bernd Werner weiß „gar nicht, wie ich diese Freude ausdrücken soll“. Dem Küchenchef von „Werners Restaurant“ im Schloss Eberstein gibt die Auszeichnung „Motivation und Kraft, um nach vorne zu blicken“. Schließlich stehe eine „riesengroße Herausforderung“ vor Werner und seinem Team. Darum gibt er das Lob an seine „fleißigen Helfer“ weiter, ohne sie wäre diese Leistung nicht möglich.

Besonderes Bewusstsein für Umwelt- und Ressourcenschonung

Für ein Novum sorgt indes das Klimahotel und Restaurant „Bergfriedel“ in Bühlertal. Andreas und Marianne Schäuble wurden in diesem Jahr mit dem 2020 eingeführten Grünen Michelin-Stern ausgezeichnet. Verliehen werde dieser für ein besonderes Bewusstsein für Umwelt- und Ressourcenschonung. „Darauf achten wir schon seit Jahren“, sagt Schäuble, „wir kochen schon immer vorwiegend regional und denken langfristig – das ist einfach unsere Philosophie.“


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