Gute Resonanz auf Gaggenauer Musikwettbewerb

Gaggenau (ane) – Die Musikschule freut sich über 80 Teilnehmer bei ihrem jüngsten Wettbewerb.

Beim 40. Gaggenauer Musikwettbewerb sind die Solisten an der Reihe. Unser Bild zeigt Jakob Rahner am Schlagzeug. Foto: Christiane Krause-Dimmock

© ane

Beim 40. Gaggenauer Musikwettbewerb sind die Solisten an der Reihe. Unser Bild zeigt Jakob Rahner am Schlagzeug. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Bis zuletzt haben sie gezittert – Schüler, Lehrer und auch die Eltern. Doch ein ausgeklügeltes Hygienekonzept sowie das berühmte Quäntchen Glück haben letztlich dafür gesorgt, dass der inzwischen bereits 40. Gaggenauer Musikwettbewerb am Wochenende ausgerichtet werden konnte.

„Leicht war das nicht. Aber wichtig“, schwärmte Organisator Peter Hegemann von der guten Stimmung, die sich gegen Desinfektionsmittel, Einbahnstraßenregelung und auf 2G beschränkte Zugangsmöglichkeiten augenblicklich durchsetzte. Auch die Masken wurden mit Fassung getragen. „Die Sänger und Bläser dürfen natürlich ohne.“

Dieser Wettbewerb, 1979 ins Leben gerufen, um frühzeitig Bühnenpräsenz kennenzulernen und natürlich auch, um den Fleiß der jungen Musiker ein bisschen anzustacheln, ist längst eine viel geliebte und hochgeschätzte Veranstaltung bei den Nachwuchstalenten, die übrigens von ganz Klein an dabei sein dürfen. „Nur zweimal ging es nicht“, erklärte Hegemann, warum es – zumindest rechnerisch – seit 1979 nicht der 42. Wettbewerb ist. „Im vergangenen Jahr war es aus bekannten Gründen einfach nicht zu machen.“ Also hat man jetzt so ziemlich alles daran gesetzt, dass es klappt. „Wir haben wirklich sehr engagierte Schüler“, freute er sich über eine Teilnehmerzahl, die sich bei fast 80 bewegt. Der Rekord liege allerdings bei 126. „Wir waren erstaunt, dass keiner zurückgezogen hat. Die Kinder wollten spielen und wir wollten es möglich machen.“

Hat geklappt. Auch wenn es nicht ganz so einfach war in den vielen zurückliegenden Monaten, erzählte etwa Boriana Baleff von einer Schülerin, ganz jung an Jahren, die bei ihr Geigenunterricht bekam. Schon nach zwei Wochen ging es in den Lockdown.

Angespannte Ruhe vor den Türen

Digitales Unterrichten habe man inzwischen drauf, auch wenn es das Unterrichten von Angesicht zu Angesicht nicht zu ersetzen vermag.

Und nun gab es nach all der Pflicht, die teilweise eben online abgeleistet werden musste, endlich die Kür. Der Wettbewerb stellte auch die Jury, bestehend aus Rüdiger Müller, Raimonds Spogis und Kilian Ziegler, zwangsläufig vor eine große Herausforderung. Denn nicht nur die Instrumente der Solisten wechselten. Auch die Altersklassen waren sehr unterschiedlich. Aus dieser Gesamtheit war am Ende die Zusammensetzung des sonntäglichen Siegerkonzerts zu ermitteln.

Auch Musiklehrer Jochen Baier zollte an diesem Tag den Kindern und Jugendlichen seinen Respekt. Zweimal mussten sie durch den Lockdown und sind dennoch drangeblieben. „Beim ersten Mal wurden wir quasi voll überrascht, beim zweiten Mal hatten wir schon Routine.“ Doch jetzt war Wettbewerbstimmung angesagt, wenn auch unter schwierigen Voraussetzungen. Eine angespannte Ruhe herrschte auf den Fluren. Schweigen vor den Außentüren, wo der eine oder andere Elternteil wartete. „Ich bin nicht geimpft“, erklärte eine Mutter, dass sie die Regeln für verständlich hält. „Alles gut“, meint sie schmunzelnd, als durch die geöffneten Fenster des Josef-Riedinger-Saals die Querflöte ihrer Tochter zu hören war. „Das ist es wert.“

Die Motivation war also allseits groß. So soll das auch sein, erklärte Hegemann die Idee. Man wolle und könne nicht mit „Jugend musiziert“ konkurrieren. „Wir haben einen niederschwelligeren Wettbewerb geschaffen, an dem alle Schüler teilnehmen können – ganz gleich, ob Anfänger oder ‚Dauer-Läufer‘“, wie er humorvoll die Mehrfachteilnehmer und Routiniers nennt.

Wer einen der wenigen bereitstehenden Stühle ergattern konnte und in den Genuss des Vorspiels kam, erlebte live mit, wie routiniert bereits eine ganze Reihe von Schülern zu Werke gingen.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.