Gute Schulnoten für Gemeinde Ottersweier

Ottersweier (jo) – Unternehmer und örtliche Vereine konnten sich bei einer Umfrage äußern, wie zufrieden sie mit ihrer Gemeinde sind. Die Gemeinde hat gut abgeschnitten, es gibt nur wenig Kritik.

Trotz großflächiger Transparente: Der Bekanntheitsgrad der Image-Kampagne „Ottersweier lohnt sich“ ist noch ausbaufähig. Foto: Joachim Eiermann

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Trotz großflächiger Transparente: Der Bekanntheitsgrad der Image-Kampagne „Ottersweier lohnt sich“ ist noch ausbaufähig. Foto: Joachim Eiermann

Wie zufrieden sind Firmenchefs und Vereine in Ottersweier mit ihrer Gemeinde? Die Außenansicht zu analysieren und zugleich Schwachstellen und Verbesserungspotenziale aufzuspüren, war Gegenstand einer bei der Hochschule Kehl in Auftrag gegebenen Umfrage. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Die Vereine tendierten zur Schulnote Eins, die kritischer eingestellten Unternehmer zur Zwei.
Die Studentin Anna Lipps führte die Befragungen im Rahmen ihrer Bachelorarbeit durch. Knapp 200 Firmen, vom industriellen Großbetrieb bis hin zum Nebengewerbler, zählt Ottersweier. Etwa ein Viertel davon nahm an der anonymisierten Umfrage teil. Die Unternehmer zeigten sich mehrheitlich mit den kommunalen Leistungen zufrieden, ein Drittel der Befragten äußerte jedoch, auch schon Abwanderungsgedanken gehegt zu haben. „Bei ein paar Kritikpunkten gibt es Handlungsbedarf“, erklärte die Studentin, als sie am Montag die Ergebnisse dem Gemeinderat vorstellte. Bemängelt wurden von den Firmenchefs eine als unzureichend empfundene Unterstützung bei Behördengängen und ein als mangelhaft bewerteter Austausch zwischen Verwaltung und Unternehmen. Was die Service- und Beratungsqualität betrifft, sei hingegen signalisiert worden, dass die Gemeindeverwaltung gute Arbeit leiste, so Lipps.

Mehr Information zu Aktionen gewünscht

Etwa ein Drittel der Befragten war zudem der Meinung, dass der Gemeinderat die Interessen der Firmen nicht oder nur kaum vertrete, mehr als die Hälfte sah dies jedoch anders. Jedem Achten war die Marketingkampagne „Ottersweier lohnt sich“ nicht bekannt. 44 Prozent der Befragten waren der Auswertung zufolge der Ansicht, dass die Werbeaktion in gegenwärtiger Form helfe, die Attraktivität Ottersweiers zu steigern. Die Studentin hakte bei Unternehmern in Einzelinterviews nach und erfuhr, dass die Aktion intensiver und über die Gemeindegrenzen hinaus genutzt werden sollte. Die Bürger müssten vermehrt über aktuelle Aktionen und Maßnahmen informiert werden.

40 Prozent der Firmenchefs kannten das Leitbild der Gemeinde nicht. Ein Leitsatz daraus lautet: „Die Gemeinde fördert das bestehende Gewerbe.“ Die Förderung selbst wurde für gut befunden (Durchschnittsbewertung: 2,14). Nachholbedarf sahen die Unternehmer im Bereich Social Media. Um die Kommunikation zwischen Verwaltung und Unternehmen auszubauen, wurden ein regelmäßiger Newsletter und eine Intensivierung des Wirtschaftsforums genannt.

Wirtschaftsforum wieder halbjährlich

Keinen Veränderungsbedarf ließen die Umfrageergebnisse auf Vereinsebene erkennen. Lipps: „Es gab keinen einzigen Punkt, bei dem die Gemeinde schlecht abschnitt.“ 38 der rund 60 örtlichen Vereine hatten teilgenommen und die kommunalen Leistungen durchschnittlich mit 1,22 bewertet.

Ob Vereinsförderung, Rathaus-Service oder Wertschätzung von Jugendarbeit und Ehrenamt, die Rückmeldungen fielen fast durchweg sehr gut aus. Auch die öffentlichen Einrichtungen (Sportstätten, Veranstaltungsmöglichkeiten, Proberäume) wurden weitgehend für gut befunden.

Der „Einser im Zeugnis“ seitens der Vereine sei Verpflichtung, das Niveau zu halten, sagte Bürgermeister Jürgen Pfetzer. Im Bereich Handel und Gewerbe sei man gefordert, den Bekanntheitsgrad der Kampagne „Ottersweier lohnt sich“ zu steigern. Das Wirtschaftsforum soll nach Corona wieder halbjährlich aufgenommen. Linus Maier (CDU) brachte die Idee vor, in einem größeren Rahmen Firmenchefs, Verwaltung und Gemeinderäte für einen Austausch zusammenzubringen. Auch Dieter Kohler (FWG) unterstützte die Anregung, das Forum inhaltlich und thematisch auszuweiten. „Den Firmenchefs geht es darum, Kontakte zur Verwaltung zu erhalten“, reklamierte Mario Panter (Grüne) ein Informationsbedürfnis der Unternehmer. „Die Gemeinderäte sind jederzeit gesprächsbereit“, unterstrich Emile Yadjo-Scheuerer (SPD).

Pfetzer kündigte an, dass er zusammen mit Verwaltungsmitarbeitern die Firmenbesuche nach der Pandemie wieder aufnehmen werde. Außerdem sei die Einführung eines Newsletters geplant. Lipps will in ihrer Abschlussarbeit einen Verbesserungsvorschlag für das kommunale Marketingkonzept erarbeiten. Die Ergebnisse sind nachzulesen im Internet unter:www.ottersweier.ris-portal.de (Sitzungstag 19. Juli anklicken und Tagesordnungspunkt auswählen).

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Erstellt:
21. Juli 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 45sec

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