Gute Stimmung zum Auftakt der Großen Woche

Iffezheim (kos) – Zwischen 3.000 und 5.000 Besucher waren zum Start der Großen Woche auf der Rennbahn in Iffezheim. Das kühle und regnerische Herbstwetter konnte die heitere Stimmung nicht trüben.

Mit Schirmen und Mänteln schützen sich die Besucher gegen den Nieselregen. Für die Pferde ist der nasse Boden eine Herausforderung. Foto: Konstantin Stoll

© Konstantin Stoll

Mit Schirmen und Mänteln schützen sich die Besucher gegen den Nieselregen. Für die Pferde ist der nasse Boden eine Herausforderung. Foto: Konstantin Stoll

Die Sorge vor leeren Rängen und zu hohen Inzidenzen war bei Baden Galopp vor dem Start der Großen Rennwoche in Iffezheim am Sonntag groß. Doch auch bei herbstlichen Temperaturen, Regen und matschigem Boden war die Stimmung bei Betreibern und Gästen gleichermaßen ausgelassen. Letztlich überwog bei allen die Freude darüber, mit Zuschauern in die neue Ära von Baden Galopp zu starten.

„Zu warm, um zu Hause zu sitzen, aber zu kühl für den Badesee“, war die ursprüngliche Hoffnung von Rennbahn-Geschäftsführer Stephan Buchner mit Blick auf das Wetter. Dass der deutsche Sommer dem einen Riegel vorgeschoben hatte, tat einer aufgeweckten Stimmung aber keinerlei Abbruch.

Schon bei der morgendlichen Öffnung der Kassen stehen die Besucher bis auf die Straße an, um sich einen guten Platz auf der Tribüne zu verschaffen. Hat man es durch die Menge zu den Hygienemaßnahmen und Ticketkontrollen geschafft, erwartet einen der normale Rennbahn-Alltag: Das Schaulaufen der Pferde samt Jockeys im Führring, der Duft von warmem Essen und das aufgeregte Überlegen, auf welches Pferd man sein Geld am besten setzen soll.

Vom Schlabberlook bis zum feinen Zwirn

Die Nässe ist für die meisten Gäste zunächst einmal zweitrangig: „Schön, dass es wieder losgeht“, freut sich beispielsweise der extra aus Düsseldorf angereiste Rolf Buchwald. „Wenn das Wetter jetzt noch besser würde, wäre es noch schöner“, fügt er hinzu. Mit dieser Stimmung ist er in Iffezheim längst nicht allein. Die Möglichkeit, eine Veranstaltung mal wieder persönlich zu besuchen, Freunde zu treffen und bei den hoch dotierten Pferderennen mitzufiebern, lockt Menschen jeder Gesellschaftsschicht an. Etwas, das auch Moderator Alexander Frank gerne bemerkt: „Vom Schlabberlook bis zum feinsten Zwirn ist hier alles dabei und jeder ist hier willkommen“, grüßt er ins Mikrofon.

Regen nur ein „winziger Wermutstropfen“

Dass die Große Woche überhaupt in der Form stattfinden kann, war im Vorfeld allerdings längst keine ausgemachte Sache. Einerseits nahm der Betreiber Baden Galopp seine Arbeit federführend erst im April auf, andererseits hingen die Pandemie und die Vorgaben der Corona-Verordnungen wie ein Damoklesschwert über dem Auftakt der Rennwoche. Peter Gaul, Mehrheitseigner von Baden Galopp, blickt zurück, ihm sei während der Vorbereitung „das Herz in die Hose gerutscht“, bei der Frage, ob die Pläne überhaupt klappen können.

Zeigt sich sichtlich zufrieden mit dem Start in die neue Ära von Baden Galopp: Peter Gaul. Foto: Konstantin Stoll

© red

Zeigt sich sichtlich zufrieden mit dem Start in die neue Ära von Baden Galopp: Peter Gaul. Foto: Konstantin Stoll

Am Sonntag aber zieht er dann ein generell positives Fazit und freut sich, dass „alles picobello geworden ist“. Die Stimmung sei gut, weshalb auch der Regen nur ein „ganz winziger Wermutstropfen“ sei – viel wichtiger sind ihm die vielen Besucher vor Ort.

„Impfen im Galopp“ für Besucher

Von diesen dürfen insgesamt 10.000 bei den Renntagen offiziell dabei sein. Gaul und PR-Referentin Kerstin Hendess schätzen die Besucherzahlen vor Ort zwischen 3.000 und 5.000. Die Hoffnung auf mehr Gäste für die weiteren Renntage liege auf dem sonnigen Wetter, das für die kommenden Tage vorhergesagt wird, so Gaul.

Um mehr Menschen anzulocken, bietet das Programm zudem das Angebot „Impfen im Galopp“ speziell für Rennbahnbesucher. Damit wolle Baden Galopp ein Zeichen setzen, dass ohne höhere Impfquoten die Rückkehr zur Normalität nicht möglich sei, erklärt Gaul. Dass diese Offerte rückblickend dann doch eher ein symbolischer Akt ist, zeigt die geringe Nachfrage: Weniger als zehn Biontech-Dosen hat der Arzt Peter Ruf aus Kappelrodeck nach eigener Aussage am Sonntag verabreicht.

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

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Erstellt:
29. August 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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