Gutes Bühlertäler Holz wird nicht „verramscht“

Bühlertal (sre) – Der Bühlertäler Forstbezirk hat den Holzeinschlag gebremst. Man wolle das gute Holz nicht zu schlechten Preisen auf den Markt bringen, hieß es im Gemeinderat.

Kahle Wipfel machen Arbeit und kosten Geld: Borkenkäferschäden wirken sich auf das Jahresergebnis aus. Foto: Sarah Reith

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Kahle Wipfel machen Arbeit und kosten Geld: Borkenkäferschäden wirken sich auf das Jahresergebnis aus. Foto: Sarah Reith

Borkenkäfer, Schnee- und Sturmschäden, heiße Sommer: Dass es im Forst nicht rosig aussieht, ist schon länger Thema. Das schlägt sich auch finanziell nieder, wie sich am Dienstagabend im Bühlertäler Gemeinderat gezeigt hat: Statt des geplanten positiven Ergebnisses wurde das Forstwirtschaftsjahr 2019 mit einem satten Minus abgeschlossen. Für 2021 wird entsprechend vorsichtig kalkuliert.

Geplant war für das Jahr 2019 ein Plus von 27.000 Euro, berichtete Forstbezirksleiter Clemens Erbacher in der Sitzung. Tatsächlich musste er aber ein Minus von rund 118.000 Euro vermelden. Warum es zu dieser Differenz von stolzen 145.000 Euro zwischen Planung und tatsächlichem Ergebnis im Haushalt kam, hat laut dem Forstbezirksleiter verschiedene Gründe. Zunächst sei es teuer gewesen, die durch Schnee- und Eisbruch entstandenen Schäden aufzuarbeiten. Auch Sturmereignisse und der Borkenkäfer machten dem Forst zu schaffen. Unter anderem, weil deutschlandweit viel sogenanntes Käferholz den Markt flutete, gingen zudem die Holzpreise in den Keller.

Vor diesem Hintergrund habe man sich entschieden, im Bühlertäler Gemeindewald etwa 1.000 Festmeter Holz weniger einzuschlagen als geplant, führte Erbacher aus. Man wolle kein „gutes Bühlertäler Holz“ zu schlechten Holzpreisen auf den Markt werfen. Vor allem deshalb seien die Einnahmen bei der Holzernte rund 100.000 Euro niedriger gewesen als geplant: Statt 255.000 Euro wurden rund 152.000 Euro erzielt.

„Der Klimawandel hat voll durchgeschlagen“

Diese Entscheidung wurde im Gemeinderat fraktionsübergreifend begrüßt. Es sei gut, „dass wir unser Holz nicht verramschen“, betonte Stephan Seiler (FBV), wollte aber wissen, wie lange man die Holzernte verschieben könne. Es gebe eine zeitliche Flexibilität, erläuterte Erbacher. Ein bis drei Jahre seien kein Problem, auch wenn man den Einschlag nicht ewig aufschieben könne.

„Der Klimawandel hat voll durchgeschlagen“, kommentierte Peter Ganter (SPD) die Entwicklung. Man habe aber auf den schlechten Preis „richtig reagiert“ mit der Reduktion des Holzeinschlags. Auch Volker Blum (CDU) betonte, dies sei „sicher der richtige Weg“.

Für 2021 hatte Erbacher zunächst ebenfalls schlechte Nachrichten: Als man im September den Bewirtschaftungsplan ausgearbeitet habe, habe man wenig Hoffnung gehabt, „aus dem Keller“ wieder herauszukommen. Man habe deshalb ein Minus in Höhe von rund 72.000 Euro eingeplant. Allerdings, so Erbacher, stiegen aktuell die Preise, man habe deshalb wieder mit dem Holzeinschlag begonnen. Zudem erhoffe man sich eine Nachhaltigkeitsprämie vom Bund. Wenn im kommenden Jahr kein neuer Sturm- oder Schneebruch anfalle und der Trend auf dem Holzmarkt sich fortsetze, „könnten wir doch bei der schwarzen Null oder mit einem leichten Plus rauskommen“, machte er Hoffnung, „aus dem Katastrophenmodus ein bisschen rauskommen“ zu könne. Die Rückendeckung aus dem Gemeinderat ist ihm jedenfalls sicher: Das Gremium stimmte sowohl dem Ergebnis 2019 als auch den Plänen für 2021 unisono zu.

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Erstellt:
10. Dezember 2020, 11:00 Uhr
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