„Gutes Signal“ für die Rastatter Dörfer

Rastatt (dm) – Der Rastatter Gemeinderat hat einstimmig die städtebaulichen Entwicklungspläne für die fünf Ortsteile verabschiedet. Darin sind künftige Maßnahmen priorisiert.

Am Schiffsanleger in Plittersdorf werden Gäste der Barockstadt willkommen geheißen. Die städtebaulichen Entwicklungspläne legen nun einen Fokus auf die Dörfer. Foto: Frank Vetter

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Am Schiffsanleger in Plittersdorf werden Gäste der Barockstadt willkommen geheißen. Die städtebaulichen Entwicklungspläne legen nun einen Fokus auf die Dörfer. Foto: Frank Vetter

Mit einstimmigem Votum hat der Rastatter Gemeinderat die in den vergangenen Monaten erarbeiteten städtebaulichen Entwicklungspläne für die Ortsteile verabschiedet. OB Hans Jürgen Pütsch sprach von einem „guten Signal“ für die Dörfer. In den jeweiligen Einzelplänen, die zuvor von den Ortschaftsräten beschlossen worden waren, werden nun „die Maßnahmen priorisiert, von denen wir hoffen, dass sie jetzt Stück für Stück umgesetzt werden“, wie Plittersdorfs Ortsvorsteher Mathias Köppel für die fünf Stadtteilchefs zusammenfasste.
Klar sei aber auch: Es könne nicht alles, „was viele Jahre schleifen gelassen wurde, in ein, zwei Jahren“ realisiert werden, brachte Köppel die Gemütslage in den fünf Ortsteilen auf den Punkt. Aber: „Es ist einiges auf dem Weg.“

60 Maßnahmen aufgelistet

Die neuen Konzepte setzen auf den 2017 verabschiedeten Dorfentwicklungsplänen auf und sollen auch dafür sorgen, dass diese nicht von Plänen Dritter überrollt werden. Erstellt worden sind sie vom Planungsbüro Astoc. Vorausgegangen sei „intensive Arbeit in allen Ortsteilen“, wie Köppel zusammenfasste. Insgesamt sind 21 Aufgabenpakete aufgeführt, die 60 Maßnahmen in den Dörfern umfassen.

Für Plittersdorf, den größten Rastatter Ortsteil, stehen Bebauungspläne ganz oben auf der Liste. Paket eins (also das mit höchster Priorität) umfasst die neue Feuerwehr und die neue Kindertagesstätte samt Kreisverkehr (bereits begonnen), den Bereich Bühl-/Schulstraße (wo man das Nachbarschaftsgrün schützen will), den südlichen Ortsrand am ehemaligen Sägewerk, wo neuer Wohnraum geschaffen werden soll, und den Bereich des alten Kindergartens, wo an die Umnutzung in ein Seniorenwohnmodell oder einen Generationentreff gedacht wird. Bereits aus dem Dorfkonzept vorgezogen wurde die aktuell auf der Agenda stehende Umgestaltung der Rheinpromenade.

In Niederbühl genießt die Entwicklung der „Brachfläche alte Ortsmitte“ Priorität – also das Areal des alten Rathauses, der früheren Feuerwehr und des Gasthauses „Hirsch“, wo man sich Wohnhäuser (auch seniorengerecht) vorstellen kann.

Örtlichen Charakter wahren

Ebenso: der Bebauungsplan „Am Weidenkopf“, der die Verlegung der L77 vorsieht, damit Platz für neue Wohnhäuser entsteht. Förch setzt drei Maßnahmen ganz nach vorne: Das exponiert am Ortsrand liegende Gebäude Favoritestraße 48, das erheblichen Modernisierungsbedarf aufweist und (in Abstimmung mit dem Eigentümer) möglicherweise Platz für einen ortsbildtypischen Neubau machen könnte, die Sanierung der Festhalle samt Umgestaltung des Vorplatzes, der zu einem „Treffpunkt mit Aufenthaltsqualität“ werden könnte, sowie eine sichere Fußwegverbindung zum Spielplatz.

Für Ottersdorf stehen vier Maßnahmen im Aufgabenpaket mit der Priorität eins. Dazu zählt die Umsetzung des Gewerbegebiets „Gänsewäldele“, die per Bebauungsplan bereits auf den Weg gebracht ist. In der Rheinstraße soll ein Bebauungsplan verhindern, dass in den vorhandenen Baulücken nicht weitere Mehrfamilienhäuser wie in der Nordstraße errichtet werden. Jenes zählt acht Wohnungen und daher in die Kategorie der vom Dorfcharakter „abweichenden Gebäudedimensionen“. Im historischen Ortskern gelte es, wertvollen Bestand zu schützen; und im Bereich Pfarrhaus und Gemeindezentrum könnte sich die Stadt in Abstimmung mit der Kirche, die Eigentümerin ist, das Vorkaufsrecht sichern, um etwa Seniorenwohnen zu verwirklichen.

In Wintersdorf steht das Schulthema ganz oben und damit auch das Ausloten von Möglichkeiten, wie das Gebäude neben der erhofften Grundschulnutzung verwendet werden kann – und natürlich der Dauerbrenner Dorfstraße. Nicht nur die lang ersehnte Sanierung ist auf der Agenda, sondern auch das Areal neben der Kirche, das einem Investor gehört. Der Neubau, der dort entstehen soll, sei „dringend“ zu steuern – und zwar in dem Sinne, dass er Baulinien nicht überschreitet und „ortstypisch“ wird.

Rauental wiederum sieht der Entwicklung des Neubaugebiets „Vogelsand“ und damit der Erschließung des „größten Entwicklungspotenzials des Orts“ entgegen. Des Weiteren im Aufgabenpaket eins: die Sanierung der Hauptstraße und eine Änderung des Bebauungsplans Hauptstraße 88 am südlichen Ortseingang, dessen Volumen als zu groß erachtet wird. Auch hier gelte: Das Projekt soll den typischen Baustil des Orts widerspiegeln.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
11. Februar 2022, 07:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 54sec

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