Gymnasium in Durmersheim „ist zu klein geworden“

Durmersheim (dm) – Trotz Millioneninvestitionen in den vergangenen Jahren hat das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium weiteren Sanierungs- und Erweiterungsbedarf.

Auch die Sporthalle soll modernisiert werden. Der Schulausschuss des Kreistags macht sich ein Bild. Foto: Daniel Melcher

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Auch die Sporthalle soll modernisiert werden. Der Schulausschuss des Kreistags macht sich ein Bild. Foto: Daniel Melcher

Knapp 7,25 Millionen Euro sind seit dem Jahr 2007 in Anbau und Sanierung des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums (WHG) geflossen. Noch etwas höhere Investitionen – rund 8,3 Millionen Euro – stehen in den kommenden Jahren auf dem (Wunsch-)Programm. Der Schulausschuss des Kreistags hat sich am Dienstag ein Bild vor Ort gemacht.
Derzeit fährt das Gymnasium in Durmersheim dreieinhalbzügig, ausgelegt ist es aber nur für drei Züge, wie Direktor Thomas Dornblüth den Kreisräten darlegte, deren letzter Besuch im Zuge einer sogenannten Schulbereisung exakt sechs Jahre zurücklag. „Das WHG ist zu klein geworden für die Schülerzahl.“

Aktuell werden dort 619 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Laut Neuberechnung des Regierungspräsidiums fehlen etwa 900 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, das wären 500 Quadratmeter Unterrichtsfläche, so Dornblüth. Räume quellen über, für Versammlungen und andere Schulveranstaltungen wie etwa Aufführungen fehle ausreichend Platz, mittelfristig stehe auch eine Vierzügigkeit der Schule im Raum.

Machbarkeitsstudie steht an

Die Kreisverwaltung hatte bereits im Frühsommer eine Machbarkeitsstudie für eine geschätzt vier Millionen Euro schwere Erweiterung in Auftrag geben wollen, doch der Schulausschuss bremste erst einmal (wir berichteten). Eine Aufstockung des ersten Anbaus oder ein weiterer Anbau im Bereich des Schulhofs seien denkbar. Zunächst, so das Gremium, soll das 2014 beschlossene sechsstufige und schrittweise umzusetzende Sanierungskonzept zu Ende gebracht werden. Aktuell läuft der fünfte Bauabschnitt (unter anderem Klassenzimmersanierung im ersten OG, Beschattung der Nordseite, Flurkühlung im zweiten OG.). Der sechste Bauabschnitt sieht dann für rund 1,3 Millionen Euro die Neugestaltung des Aula-Bereichs im Sinne eines innovativen Schulbaukonzepts und die Umsetzung des Brandschutzkonzepts vor.

„Das Glas ist halb voll“

Der Rundgang führte die Besucher am Dienstag zu beengten Verhältnissen etwa im Bereich Bildende Kunst, in den provisorisch gestalteten Eingangs- und Aulabereich, ins erste OG zum neu strukturierten Lehrer- und Verwaltungsbereich, aber auch zu Klassenzimmern, in denen der Boden noch nicht verlegt ist, weil die beauftragte Firma nicht erschien, wie berichtet wurde. Und in die Sporthalle der Schule. Dass diese sanierungsbedürftig ist, hatte eine Untersuchung im Jahr 2019 ergeben. Man geht davon aus, dass rund drei Millionen Euro benötigt werden: für Umkleiden und Sanitärbereich, Heizung, Lüftung und Beleuchtung, energetische Sanierung der Außenhaut, Prallwände, Barrierefreiheit. Die Kreisverwaltung strebt eine Mitfinanzierung durch die Gemeinde an – hier wurde bislang jedoch keine Einigung erzielt.

Wie es nun weitergeht am WHG? Vor weiteren Beschlüssen sollen dem Gremium detailliert die Schülerentwicklung und -ströme dargestellt werden. „Das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll“, lautete das Fazit des Ersten Landesbeamte Dr. Jörg Peter mit Blick darauf, dass in den vergangenen Jahren viel in die Schule in Trägerschaft des Landkreises investiert worden sei. Handeln müsse man gleichwohl – „im Rahmen der finanziellen Machbarkeit“.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
7. Oktober 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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