„Haarmonie“ kommt nach Hause

Gernsbach (stj) – Friseurmeisterin Sandra Werner schließt nach fast 20 Jahren ihren Salon in Staufenberg und arbeitet künftig ohne feste Geschäftsadresse – nur noch mobil.

Sandra Werner gibt ihren Salon in Staufenberg nach 19 Jahren auf und wechselt ins mobile Friseurgeschäft. Foto: Juch

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Sandra Werner gibt ihren Salon in Staufenberg nach 19 Jahren auf und wechselt ins mobile Friseurgeschäft. Foto: Juch

Abgesehen von der Gastronomie ist der Salon „Haarmonie“ das einzig verbliebene Geschäft in Staufenberg. Seit 2001 bedient Sandra Werner mit ihrem Team die Kunden, die zum Haareschneiden oder zur Nagelmodelage in die Kirchstraße 1 kommen. Künftig kommt die „Haarmonie“ zu ihnen: Ab Juni ist die Friseurmeisterin und Nageldesignerin ausschließlich im mobilen Einsatz.

Nachgedacht hatte die 45-Jährige über diesen Schritt schon länger. In der coronabedingten Zwangspause hatte sie nun die Gelegenheit, die Idee zu konkretisieren, die Voraussetzungen zu schaffen und die organisatorischen Schritte einzuleiten. „Eine neue Geschäftsidee braucht Zeit, bis die Gedanken ausgereift und offene Fragen eine Antwort gefunden haben“, blickt die in Lautenbach wohnende Friseurmeisterin zurück.

Natürlich liegt bei ihr im Salon jetzt auch ein bisschen Wehmut in der Luft, schließlich ist Sandra Werner schon seit fast 20 Jahren in Staufenberg. „Gelegentlich“, sagt sie im BT-Gespräch, „gab es auch Bedenken, ob ich meine Kunden für diesen neuen Weg begeistern kann. Inzwischen bin ich sehr berührt, wie viel Zuspruch mich erreicht.“ Noch nie sei der Mutter einer sieben Jahre alten Tochter so bewusst gewesen, „dass es in meinem Beruf vielen Menschen um wesentlich mehr geht, als den typgerechten Haarschnitt, die Farbe, die Augenbrauenkorrektur oder die Nagelmodellage“. Ihren Kunden, die aus dem Raum zwischen Durmersheim und Forbach kommen, gehe es „um Vertrauen, um gute Gespräche, kurz gesagt: Wie ich mich neben meinem fachlichen Können als Mensch einbringe“.

Ab Oktober medizinische Fußpflege als weiteren Service

Das wird Sandra Werner weiterhin tun, ab Juni eben als selbstständige mobile Friseurin und Nageldesignerin; zudem wird sie ab Oktober medizinische Fußpflege als weiteren Service anbieten. Eine entsprechende Ausbildung hat sie absolviert, mit einem Lehrgang bringt sie sich bis dahin auf den aktuellen Stand.

Da man als mobiler Friseur kein stehendes Gewerbe betreibt, entfallen hohe Mietausgaben sowie Kosten für weiteres Personal; zudem sind die Arbeitszeiten nicht mehr exakt festgelegt – sie orientieren sich flexibel an der jeweiligen Auftragslage. Die Immobilie in der Kirchstraße 1 in Staufenberg, in der Sandra Werner knapp zwei Jahrzehnte lang ihr Gewerbe betrieben hat, werde künftig als Mietwohnung genutzt. Für den Gernsbacher Stadtteil ist die Aufgabe des Salons „Haarmonie“ auf jeden Fall ein weiterer Verlust in der dörflichen Infrastruktur.

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Erstellt:
24. Mai 2020, 15:40 Uhr
Lesedauer:
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