„Hallo Stille“: Kunstausstellung in Bühl

Bühl (ub) – In der Ausstellung „Hallo Stille“ im Bühler Friedrichsbau sind Werke der Freiburger Künstlerin Stefanie Gerhardt zu sehen.

Bis zum 8. August können die Bilder von Stefanie Gerhardt bei freiem Eintritt betrachtet werden. Foto: Udo Barth

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Bis zum 8. August können die Bilder von Stefanie Gerhardt bei freiem Eintritt betrachtet werden. Foto: Udo Barth

Wie Bürgermeister Wolfgang Jokerst bei der Vernissage am Freitagabend berichtete, ist es die erste Ausstellung in diesem Jahr, mehr als zwölf Monate ist es her, dass der für solche Präsentationen bestens geeignete Innenraum für Eindrücke besonderer Art sorgen durfte. Wobei der Titel „Hallo Stille“ irgendwie schwer an coronabedingte Museumsschließungen erinnert. Die Freiburger Künstlerin Stefanie Gerhardt beschäftigt sich in ihren Arbeiten aber mit ganz anderen Dingen, die weitaus größere Fragen stellen: Was macht das Leben aus? Was verbirgt sich hinter dem Materiellen?

Relativ minimalistisch bestückt zeigen die wenigen Positionen dem Betrachter, was Stefanie Gerhardt damit ausdrücken will. Dazu handelt es sich um teilweise ziemliche Kleinformate, die sie auf Aluminium gemalt hat. Das Wenige ist aber nicht das Schlechteste, denn es erfordert eine eigene Wahrnehmung, eine Konzentration, die nicht das Durchklicken im Netz ersetzen kann. Auf ihre künstlerischen Positionen sollte man schon einen geschärften Blick werfen. Das passt wiederum zum Titel der Präsentation. Was Volker Bauermeister, Kulturjournalist und langjähriger Redakteur für Bildende Kunst bei der Badischen Zeitung bei der Einführungsrede anspricht, gilt exemplarisch für viele Werke der an der Staatlichen Akademie in Karlsruhe ausgebildeten Künstlerin.

Interesse an China

Denn sie, mit speziellem Interesse am fernen Osten, hatte durch ein Stipendium die Möglichkeit, ein Atelier in der chinesischen Stadt Hangzhou zu nutzen. Aus diesem Erfahrungseindruck sind mehrere Arbeiten entstanden, etwa „Jiaozi Place“, ein Blick des Betrachters von außen auf in Kitteln gehüllte Menschen, die an irgendetwas arbeiten, an was, bleibt der Fantasie des Ausstellungsbesuchers überlassen. Überhaupt – Statements gibt sie in ihren Gemälden nicht ab. Deshalb also gilt der Rat: Länger davor stehen bleiben und sich ganz individuellen Interpretationen hingeben.

Gerade dieser Schaufensterblick erinnert zwangsläufig an die „Nighthawks“ von Edward Hopper, wenn auch mit anderer Konsequenz. Was da vor den Augen sich aufbaut, könnte auch eine Art Stille bedeuten, also zum Titel der Ausstellung passen. Es bleibt ungeklärt, was wir da sehen.„Ins Blaue“ hieß eine Ausstellung von Gerhardt in Langenargen am Bodensee. Da wo Hans Purrmann sein Atelier und Wohnsitz hatte. Auch Gerhardt arbeitete dort und fühlte sich inspiriert von der Gegenwart von Schwänen. Sie stellte den Flügelschlag der Schwäne im morgendlichen Nebel dar. Wer etwas länger davor verweilt, der hört quasi den Flügelschlag mit. Besser kann Kunst nicht inspirieren.

Die Schau kann bei freiem Eintritt Mittwoch bis Freitag, 16 bis 19 Uhr, 17. Juli, 12 bis 16 Uhr, 24. Juli, 11 bis 16 Uhr besucht werden. Eine Ausstellungsführung gibt es am Sonntag, 25. Juli um 11 Uhr. Anmeldung unter www.buehl.de/gerhardt.

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Erstellt:
19. Juli 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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