Hand in Hand gegen die Infektionen

Muggensturm (fuv) – Die beiden Hausärzte und das Deutsche Rote Kreuz in Muggensturm bieten den Einwohnern seit Dienstag eine Infektionspraxis an.

Die Muggensturmer Infektionspraxis ist ein weiterer Schritt zur Bekämpfung des Coronavirus. Foto: F. Vetter

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Die Muggensturmer Infektionspraxis ist ein weiterer Schritt zur Bekämpfung des Coronavirus. Foto: F. Vetter

Muggensturmer Einwohnern mit Grippesymptomen können sich nun in der Rastatter Straße 17 untersuchen lassen. Damit sollen auch die beiden Arztpraxen im Ort entlastet werden.
Innerhalb eines Tages ist es in Zusammenarbeit der beiden Hausärzte Dr. Maria Wienströer und Dr. Gernot Riedel, des DRK-Ortsvereins und der Gemeindeverwaltung gelungen, diesen Service auf die Beine zustellen. Die Infektionspraxis soll ein weiterer Schritt in der effektiven Bekämpfung des Coronavirus sein, sagte Bürgermeister Dietmar Späth bei der Vorstellung der Praxis im Depot des DRK. Die Infektionspraxis ermöglicht die räumliche Trennung von Patienten mit Grippesymptomatik von solchen mit anderen, nicht Covid-19-verdächtigen Beschwerden, wie Louis Maier, Bereitschaftsleiter der Muggensturmer Rotkreuzler, erläutert.

Die Patienten füllen vor Betreten der Praxis ein Formular aus, auf dem sie ankreuzen, welche der beiden Arztpraxen sie üblicherweise konsultieren, ob sie in einem Risikogebiet waren und ob sie Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten. Auch Krankmeldungen können ausgestellt werden.

Einteilung in drei Kategorien

In der Praxis selbst werden die Patienten von einem DRK-Helfer, einem Praxis-Mitarbeiter und einem der beiden Mediziner betreut. Diese nehmen eine allgemeine körperliche Begutachtung vor, messen die Körpertemperatur, eventuell den Blutdruck und hören die Lunge ab. Einen Abstrich nehmen sie nicht vor, wie Louis Maier betont. Sollte ein Patient starke Symptome aufweisen, so muss er sich für die weitere Untersuchung in die Corona-Ambulanz des städtischen Klinikums in Baden-Baden begeben, unterstreicht er. In der Infektionspraxis erfolgt auch die sogenannte Triage, die Einteilung der Patienten in drei Kategorien: Solche, die ohne ärztliche Betreuung zuhause bleiben können, solche, die in die Klinik müssen und die dritte Gruppe, bei der ein Abstrich angesagt ist.

Der Bereitschaftsleiter hat festgestellt, dass die Bevölkerung wohl froh über die Einrichtung der Praxis sei. Jedenfalls werde sie gut angenommen: Gestern zwischen 8 und 11 Uhr waren bereits mehr als 40 Muggensturmer gekommen.

„Wir mussten schnell reagieren“

Das Serviceangebot war in einer Besprechung von Gemeinde, den Ärzten und dem DRK beschlossen und dank der räumlichen Möglichkeiten im DRK-Depot schnell eingerichtet worden.

„Als der Landesverband der Hausärzte solche Praxen vorgeschlagen hat, waren wir schon so weit“, stellt Louis Maier fest. „Wir mussten schnell reagieren und haben super Hand in Hand gearbeitet“, meint Dietmar Späth, der sich realistisch gab. Der Schultes unterstrich, dass Schätzungen davon ausgehen, dass bis zu 70 Prozent der Bevölkerung infiziert werden. Natürlich gebe es auch im Ort Fälle, jedoch unter zehn. Die im Internet verbreitete Zahl von über 30 Infizierten sei falsch.

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Erstellt:
18. März 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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