Handball: Anselm feiert Länderspiel-Debüt

Muggensturm (moe) – Lange musste Torsten Anselm warten, doch am vergangenen Wochenende war es endlich so weit: Der 17-jährige Muggensturmer feierte sein Debüt in der Jugend-Nationalmannschaft des DHB.

Abheben im Adler-Trikot: Bei seinem Debüt in der Jugend-Nationalmannschaft netzt Torsten Anselm (am Ball) gegen die Auswahl Polens dreimal ein. Foto: René Weiss

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Abheben im Adler-Trikot: Bei seinem Debüt in der Jugend-Nationalmannschaft netzt Torsten Anselm (am Ball) gegen die Auswahl Polens dreimal ein. Foto: René Weiss

Jochen Beppler betupfte seine Worte mit einer Portion Pathos. Der Auftakt zum Länderspiel-Triple im Rahmen der Ruhr Games, die am Wochenende in Bochum über die Sportbühne gingen, „wird für die Jungs ein magischer Moment“, sagte der Chefbundestrainer des deutschen Handball-Nachwuchses im Vorfeld. Der Hang zum verbalen Überschwang war angesichts der Konstellation durchaus angebracht, schließlich stand nach einigen pandemiebedingten Absagen für die Talente des U-17-Kaders das erste Länderspiel im Adler-Trikot an. Endlich!

„Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, ist auch Torsten Anselm entsprechend ergriffen. Kein Wunder, schließlich „arbeitet man so lange darauf hin. Und jetzt hat es endlich geklappt“, sagt der Muggensturmer. Und es wird klar, dass er diese Premiere für den Rest seines Lebens nicht mehr vergessen wird. Das wiederum kann auch daran liegen, dass der 17-Jährige besonders lange warten musste, denn dreimal wurden Länderspiele, in denen er hätte debütieren können, wegen Corona abgesagt.

Dafür wurde nun gleich an drei Tagen in Folge getestet: gegen Polen, Ungarn und Frankreich. Bereits beim Auftakt gegen die polnische U 17 trug sich der mittelbadische Mittelmann auch in die Torschützenliste ein, wobei dieser Teil der Statistik für Anselm von gar nicht so großer Bedeutung ist: „Es geht um den Erfolg der Mannschaft, da ist es nicht wichtig, wer am Ende die Tore erzielt.“

Lob von den Bundestrainern

Nach der starken Leistung beim Sieg gegen Polen, stand Anselm beim Erfolg gegen Ungarn sowie der abschließenden Niederlage gegen Frankreich nicht mehr so häufig auf der Platte. „100-prozentig zufrieden ist man als Sportler nie“, betont Anselm, angesichts des 18-Mann-Kaders habe er es in Sachen Spielzeit aber „ganz gut erwischt“, sagt der Rechtshänder.

Dass der Talentschuppen den Sieg beim Viererturnier nach der Niederlage gegen Frankreich aufgrund des etwas schlechteren Torverhältnisses im Vergleich zu Ungarn verpasst hat und sich mit Rang zwei begnügen musste, fiel insgesamt weniger stark ins Gewicht. „Wichtiger als die Resultate ist, wie sich die Mannschaft präsentiert hat“, sagte DHB-Talentecoach Carsten Klavehn dazu passend. Und auch Erik Wudtke, Bundestrainer für den männlichen Nachwuchs, sparte diesbezüglich nicht mit Lob: „Die Jungs saugen das, was wir im Training erarbeiten und ihnen an der Taktiktafel sowie im Video zeigen, auf und setzen es in vielen Fällen um. Das spricht auch für ihre gute Ausbildung, die sie in ihren Vereinen erhalten.“

Das wiederum hört man auch in Muggensturm sowie in Pforzheim ganz gerne. Niki Wagner beispielsweise hat Anselm direkt nach seinem Debüt am Freitag zu einer „tollen Leistung beglückwünscht“. Vor allem eine Szene ist dem Trainer der SG Muggensturm/Kuppenheim im Gedächtnis geblieben: Als sich Anselm acht Minuten vor dem Schlusspfiff gegen Polen den Ball geschnappt und einen Siebenmeter zum wichtigen 23:23-Ausgleich souverän rechts unten im Tor untergebracht hat. „Sich direkt einen Siebenmeter zu schnappen, da gehört auch eine ordentliche Portion Mut dazu.“ Die insgesamt drei Tore im ersten Spiel „können sich auch sehen lassen. Da kann er auf jeden Fall stolz auf sich sein – und ich bin es auch ein wenig“, sagte Wagner dem BT mit einem gewissen Schmunzeln, schließlich war er einer der Wegbereiter von Anselm in der MuKu-Jugend, für die der Youngster bereits im überaus zarten Alter von zwei Jahren den Ball in die Hand nahm.

Halbfinale im DHB-Pokal als nächstes Ziel

Mittlerweile spielt er für die SG Pforzheim/Eutingen und ist in der Goldstadt nicht nur Leistungsträger in der B-, sondern auch der ambitionierten Bundesliga-A-Jugend. Auch Alexander Bossert, Spielmacher bei Phönix Sinzheim und obendrein einer von Anselms Trainern in Pforzheim, hat den Auftritt seines Schützlings in Bochum aufmerksam verfolgt. „Er hat sich gut präsentiert und gleich Verantwortung übernommen“, betont Bossert.

Das will Anselm auch weiterhin tun, schon an diesem Wochenende, wenn er mit der A-Jugend der Goldstadt-SG im Halbfinale des DHB-Pokals ran darf. Und auch in der Nationalmannschaft. „Es ist mein Ziel, bei jedem Lehrgang mitzumischen.“ Denn was die Zahl seiner Länderspiele angeht, hat Torsten Anselm noch lange nicht genug.


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