Handball-Landesliga startet in neue Saison

Baden-Baden (wb) – Die Handball-Landesliga startet am Samstag in die neue Saison. Der veränderte Modus verspricht jede Menge Derbys und Spannung ab der ersten Minute.

Nach den Duellen in der Bezirksliga wird zwischen der HSG Hardt – am Ball Simon Martin – und dem TuS Großweier nun in der Landesliga gerangelt. Fotos: Frank Seiter

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Nach den Duellen in der Bezirksliga wird zwischen der HSG Hardt – am Ball Simon Martin – und dem TuS Großweier nun in der Landesliga gerangelt. Fotos: Frank Seiter

Acht Vereine, ein gemeinsames Ziel: Die Handball-Landesliga Nord verspricht durch die neue Spielordnung Spannung pur vom ersten bis zum letzten Spieltag. Aufgeteilt ist die Nordstaffel nach regionalen Gesichtspunkten in zwei Gruppen zu je acht Mannschaften. Doch nur die ersten vier Teams jeder Gruppe qualifizieren sich für die Meisterrunde, der Rest findet sich in der Abstiegsrunde wieder. Das bedeutet für alle Mannschaften: In jedem Spiel Vollgas von der ersten bis zur letzten Sekunde, denn am Ende zählt jeder Punkt. Die Gruppe 1 besteht aus den Teams aus dem Bezirk Rastatt, die erklärten Favoriten der Trainer sind der ASV Ottenhöfen und die SG Freudenstadt.

HSG Hardt

Die HSG ist zwar einer der beiden Aufsteiger, doch keinesfalls ein Neuling in der Landesliga. Den Betriebsunfall Abstieg konnte Trainer Martin Ehrentraut schnell korrigieren, beendete mit dem Aufstieg aber seine Trainertätigkeit aus beruflichen und privaten Gründen. Sein Nachfolger ist Joshua Honold, der als langjähriger Co-Trainer nicht erst eingearbeitet werden muss. Ihm zur Seite steht jetzt der erfahrene Max Lange. „Wir wollen in der Vorrunde auf einem der ersten vier Plätze landen, wollen nicht gegen den Abstieg kämpfen müssen. Dazu hat die Mannschaft auch das Potenzial“, geht Honold zuversichtlich in die neue Runde. Das eingespielte Team bleibt zusammen und ist noch steigerungsfähig. Vor allem durch die Neuzugänge Luca Frietsch (Panthers Gaggenau) und Matias Schadt (TV Neuthard), die beide früher schon das HSG-Trikot trugen. Zum Auftakt im Aufsteiger-Duell gegen Großweier will die HSG ihre Heimstärke demonstrieren. In der vergangenen Saison klappte das mit 33:22 gut.

TuS Großweier

Der Saisonabbruch stoppte einen bemerkenswerten Lauf des TuS, denn nach der Winterpause drehte das Team groß auf. Spielertrainer Marcel Konjevic hatte Balazs Babicz (nach Steinbach) gerade abgelöst und das Team mit fünf Siegen in Serie zur Rückkehr in die Landesliga geführt. Zur neuen Saison drehte sich das Spielerkarussell sehr kräftig, sechs Akteure gingen, sieben kamen. „Ich bin positiv überrascht, wie schnell sich die neuen Spieler integriert haben. Der Kader ist jetzt breiter aufgestellt, ich habe mehr Alternativen“, so Konjevic, derzeit in Elternzeit. Das Ziel ist klar: „Wir wollen die Vorrunde überstehen und mindestens Vierter werden.“ Nicht mehr zur Verfügung stehen Luca Herrmann (Studium), Benjamin Lehmann (Karriereende), Andreas Fuchs (Karriereende; neuer Vorstand Sport), Jonathan Urban (HSG Hanauerland), Kai Huber (Team II), Dalibor Landeka (MuKu). Neu im Team sind Lukas Haas (reaktiviert), Marius Jüppner, Yannic Hitscherich (beide Panthers Gaggenau), Nicolas Huber (TuS Oppenau), Niklas Mild (Phönix Sinzheim), Alex Stein (SG Waldkirch), Andreas Herrmann (SG Steinbach). Zum Auftakt bei der HSG Hardt fehlen die verletzten Tim Bleeke und Tim Hodapp.

HR Rastatt/Niederbühl

Aufatmen bei Trainer Michael Pigac: „Endlich geht es los. Die Sehnsucht war schon groß.“ Intensiv war die Vorbereitung der HR, denn schließlich will man die Abstiegsrunde meiden wie der Teufel das Weihwasser. „Damit wollen wir nichts zu tun haben. Aber das wird ganz schön haarig werden“, erwartet Pigac ein Hauen und Stechen. Personell tat sich wenig. Aus Nordbaden kam mit Dominik Dierfeld (HSG Linkenheim) eine echte Verstärkung für den Rückraum, wo die Hauptlast bisher auf Andreas Fahrländer ruhte. Luca Greis stammt aus der eigenen Jugend und Philipp Neubeck war Trainer der Reserve. Ins zweite Glied trat Benjamin Pistor zurück. Zum Auftakt gegen die TS Ottersweier hat Pigac seinen kompletten Kader zur Verfügung, die Verletzungen konnten in der langen Pause ausgeheilt werden. „Die Niederbühler Halle soll wieder zur Burg werden“, hofft Pigac auf einen erfolgreichen Start.

TS Ottersweier

Mit der vergangenen Saison konnte bei der TS Ottersweier niemand so richtig zufrieden sein, es wollte einfach nicht laufen. Das Team zeigte zu selten sein wahres Gesicht. Mit dem neuen Trainer Volker Heilmann, der den zurückgetretenen Siggi Oser ersetzt, soll nun alles besser werden. Die vergangenen vier Jahre war Heilmann erfolgreich in der Jugend des TV Oberkirch tätig, was ihm nun zugutekommen wird. Bei der TSO geht nämlich die Verjüngung des Teams weiter. Allerdings müssen zwei schmerzhafte Abgänge verkraftet werden. Max Hirtz wechselte zum TuS Helmlingen und Manuel Moser will kürzertreten. Vielleicht hängt er aber noch eine Saison dran. Mike Kiesewalter hat einen Kreuzbandriss, Manuel Hartmann beendete seine Karriere. Doch Heilmann ist mit der Vorbereitung mehr als zufrieden: „Wir sind gut präpariert, das Team hat sich als Einheit präsentiert. Wichtig ist jetzt natürlich ein guter Start mit positiven Ergebnissen.“ Was der TSO in den vergangenen Spielzeiten allerdings nie gelang. Und in Niederbühl wird es für das Team um Spielmacher Luka Misetic nicht gerade leicht, zumal Adrian Metzinger (Bänderdehnung) und Julian Autenrieth (Zehenbruch) wohl ausfallen werden. „Die Ziele wachsen mit den Ergebnissen“, sagt Heilmann, der natürlich die Aufstiegsrunde anpeilt.

ASV Ottenhöfen

Als „wechselhaft“ beschreibt ASV-Coach Thomas Zimmermann die Vorbereitung: „Wir haben Tests teilweise klar gewonnen, aber auch klar verloren. Wir sind insgesamt noch nicht auf dem Stand wie beim Abbruch.“ Damals hatte der ASV gerade einen 11:1-Lauf. Doch der Coach weiß ganz genau, dass es vor allem keinen schleppenden Start geben darf. Das Ziel ist klar: „Wir wollen in die Hauptrunde. Etwas anderes akzeptiere ich nicht.“ Hoffnung macht der etwas breitere Kader. Torwart Philipp Schmieder kam von der TS Ottersweier, Linkshänder Jörn Poss (SG Biessenhofen) verfügt über Oberliga-Erfahrung und Benedikt Kern, Sohn von Sport-Vorstand Hagen Kern, kommt vom TuS Schutterwald zurück, wo er in der Jugend-Bundesliga spielte. Abgänge sind Nikolas Horn (Team II), Roman Schmälzle (Verletzungspause) und Fabian Schnurr (pausiert). Wieder fit ist nach einjähriger Pause Manuel Spinner. Zum Auftakt kommt es gleich zum Topspiel gegen die SG Freudenstadt, die Zimmermann Respekt einflößt: „Die haben überragende Spieler.“ Nur 50 Zuschauer dürfen in der Schwarzwaldhalle die Partie verfolgen.

Phönix Sinzheim II

Neuer Mann auf der Kommandobrücke in Sinzheim ist der Steinbacher Sandro Ullrich, der zuletzt pausierte. Der Coach ist voller Lob für seine Spieler, denn in der Vorbereitung war die Trainingsbeteiligung überragend. „Quantität und Qualität haben mich schon überrascht. Mit solch einem tollen Zusammenhalt hatte ich nicht gerechnet“, so Ullrich. Allerdings holte das Team vergangene Runde nur drei Punkte: „Wir wollen uns jetzt so teuer wie möglich verkaufen. Der Klassenerhalt ist das erklärte Ziel.“ Verstärkt wurde das Team durch Lukas Krumbacher (SG Steinbach/Kappelwindeck). Etwas überraschend wird auch der erstklassige Torwart Peter Fodor für die Reserve gemeldet, was den Gegnern das Torewerfen deutlich schwieriger machen wird. Zum Auftakt erwartet das Team von Neutrainer Ullrich, der großen Wert auf Tempospiel legt, den TuS Helmlingen II, dabei sind die Feuervögel sicherlich nicht chancenlos.

TuS Helmlingen II

Auch in der zweiten Landesliga-Saison steht für Trainer Detlef Ludwig, der nun Thomas Schuppan als Co-Coach an der Seite hat, der Klassenerhalt im Vordergrund. „Wir wollen unsere Chance nutzen, mindestens auf Platz vier in der Vorrunde zu landen“, so der Coach, der keine Lust hat, bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg zu kämpfen. Im Vordergrund steht nach wie vor aber die Weiterentwicklung der jungen Spieler, um diese leichter an die erste Mannschaft heranführen zu können. Der Kader ist breit aufgestellt, notfalls können auch Spieler aus der Junioren-Bundesliga abgestellt werden. Was aber nicht zur Regel werden soll. Torwart Sven Kreß stieg auf in die Erste, Tom Mink beendete seine Karriere aus beruflichen Gründen. Neu im Kader sind Dorian Caleta, Daniel Siewert und Nick Anthonj (alle eigene A-Jugend). Nicht chancenlos fährt die TuS-Reserve nach Sinzheim.


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