Handball: Oberliga macht weiter, SHV nicht

Baden-Baden (moe) – Die Handballer in den baden-württembergischen Oberligen nehmen den Spielbetrieb wieder auf, die Spielklassen darunter pausieren indes bis Januar.

In der Oberliga ist die Luft nicht raus – in den Klassen darunter allerdings schon. Foto: Guido Kirchner/dpa

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In der Oberliga ist die Luft nicht raus – in den Klassen darunter allerdings schon. Foto: Guido Kirchner/dpa

Keine erneute Hängepartie, frühzeitige Planungssicherheit, eine klar kommunizierte Entscheidung – nach der Zwangspause am vergangenen Spieltag steht seit Dienstagvormittag fest: Am kommenden Wochenende fliegt zumindest in den baden-württembergischen Oberligen wieder der Handball. In der Südbadenliga und den restlichen Ligen im Bereich des SHV ist das Handball-Jahr hingegen beendet: Nach Beratungen am späten Dienstagabend unterbrach der Verband die laufende Runde bis Anfang Januar.

Somit sind die erste Mannschaft des TVS Baden-Baden, die Drittliga-Frauen der SG Steinbach/Kappelwindeck sowie die A-Juniorinnen der Rebland-SG die einzigen Teams aus der Region, die weiter in den Harztopf greifen dürfen. Das haben der Verband Handball Baden-Württemberg (HBW) und seine Mitglieder – Badischer Handball-Verband (BHV), Südbadischer Handballverband (SHV) und Handballverband Württemberg (HVW) – einstimmig entschieden und am Dienstagvormittag verkündet.

Klares Votum der Vereine

Maßgeblich für die Entscheidung für die Oberligen war unter anderem die Novellierung der Corona-Sportverordnung, in der die Lockerungen der 2G-plus-Regel nun auch für die Sportfunktionäre schwarz auf weiß nachlesbar waren. Demnach entfällt die Testpflicht nicht nur für geboosterte Spieler und Zuschauer, sondern auch für Personen, deren vollständige Immunisierung weniger als sechs Monate zurückliegt. Am Freitagabend waren diese Details noch nicht Teil der Notverkündung der Landesregierung, so dass 2G plus zunächst auch für Sportler, Trainer, Schiedsrichter und Helfer maßgebend war. Die Handballverbände hatten daraufhin den Spielbetrieb unterbrochen – nur wenige Stunden vor dem geplanten Anwurf.

„Sehr zufrieden, dass es weitergeht“ war indes Simon Riedinger. Dass der sportliche Leiter des TVS Baden-Baden allerdings vom BT über die Entscheidung informiert wurde, empfand der Vereinsfunktionär als „unschön“. Aus bisher unerfindlichen Gründen war der TVS aus dem E-Mail-Verteiler von HBW geflogen und konnte so auch nicht an einer kurzerhand am Sonntagabend gestarteten Umfrage der Oberliga-Clubs zum weiteren Prozedere in Sachen Saisonfortsetzung teilnehmen. In dieser hatte sich laut Verband der „überwältigende“ Teil der Vereine für eine Fortsetzung ausgesprochen. „Dem hätten wir uns auch angeschlossen“, sagte Riedinger, in dessen Team alle Spieler geimpft und einige Akteure bereits geboostert sind. Die fehlende Teilhabe wurmte ihn dennoch, auch wenn man bei HBW „mehrfach“ um Entschuldigung gebeten habe.

Klinkner: „Jeder muss seinen Beitrag leisten“

Nachdem die Verbände in Nordbaden und Württemberg bereits am Morgen verkündet hatten, den Spielbetrieb unterhalb der Oberliga bis Ende des Jahres auszusetzen, zog der SHV am späten Dienstagabend nach. Im Gegensatz zur Oberliga sei in den restlichen Spielklassen bis runter zur Kreisliga, vor allem aber bei der Jugend die Wahrscheinlichkeit hoch, „dass etliche Teams nicht spielfähig sein werden. Das muss man zur Kenntnis nehmen und in die Entscheidung einfließen lassen“, begründete Alexander Klinkner das Votum im BT-Gespräch.

Der Spielbetrieb bei den Aktiven soll nun am Wochenende vom 8./9. Januar wieder aufgenommen werden, bei der Jugend eine Woche später. Angesichts der aktuellen Zahlen müsse jeder seinen Beitrag leisten, so der SHV-Präsident, der die Unterbrechung von der Oberliga abwärts „als gesunden Mittelweg“ bezeichnete. Der oberste SHV-Funktionär animierte die Vereine indes, im Trainingsbetrieb zu bleiben. Angesichts des Aufwands durch 2G plus sei dies für „viele Herausforderung genug“.

Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn

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Erstellt:
7. Dezember 2021, 21:26 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 35sec

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